Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 36 (9.5.1887)
- Date
- 1887-05-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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626 h'-' als seine beiden hoffnungsvollen Söhne getödtet wurden). Tie llebcrsctznng unsres Benes würde demnach lauten: Einsam wird er siycn und den Namen Gottes preisen, was auch immer Er über ihn verhängt hat." (5s gibt aber keinen größeren Ruhm und Preis für den Namen Gottes, wie wenn wir in Seiner heiligen Lehre forschen, und der Erfolg ist, daß Er sich erbarmen wird nach der Fülle Seiner Gnaden. Fast ebenso unverständlich wie unsere Mischnah ist die Erklärung des Rabbi ^badjah de Varlinora. Derselbe erklärt die Worte vty r-aj d folgendermasten: -.2^2 ^1272 rrn-.-» rhz mrm P r;\*u „wie wenn die ganze Thora nur seinetwegen gegeben worden wäre." Schon Rabbi Lipmann Heller macht im b"» 'Er*n daraus ansmcrlsam, daß diese Erklärung dem Maimonidcs entnommen ist» daß dieser aber eine andere, auch anderweitig bestätigte Lesart in unserer Mischnah gehabt hat, nämlich: 2Tcn ryy riryzc ra-n % rrvr -.n» 'sxr po 2 cm td 22" -DNcr n*?D rnT-i b2 rw C"p '.?jo „LLohcr ist bewiesen, daß sogar Einer, welcher sitzt und lernt, daß ihm die heilige Schrift eS anrechnet, wie wenn er die ganze Thora erfüllt hätte? Tenn so heißt cs: Einsam wird er sitzen und für sich in der Thora forschen: denn eines solchen wegen hat Gott (die Thora» verhängt (gegeben). — Nach der Vertreibung der Juden aus Svanicn tvurde unter Kaiser Karl V., der als König von Spanien Karl I. hieß, ein Gesetz erlassen, welches bestimmte. daß jeder Jude, der den spanischen Boden betreten würde, verbrannt werden solle. Tiefes schreckliche Gesetz war noch bis vor wenigen Jahren in.Kraft, wurde aber svätcr milder gehandhabr. Bor mehr als hundert Jahren strandete ein Schiff, ans welchem sich ein Jnde befand, an der spanischen Küste. Ter Jude war dem Tode in den Fluchen entronnen, wurde aber von den spanischen Behörden znnt Feuertode verurtheilt. Ter König begnadigte ihn zu lebenslänglichem Kerker. Ter Unglückliche hatte eine kleine Amsterdamer Ausgabe der Maßecheth Ehagigah bei sich. Diese ward ihm zürn Heile: in ihr forschte er Tag und Nacht. Unzählige Male vollendete er die Lektüre derselben, dachte über jede» Wort, über jede Redewendung nach und drang tief ein in all die großen darin enthaltenen Geheimnisse. Siebzehn Jahre stogcn dem Einsan:en dahin, und er spürte kaum die Schwere seiner Hast. Ter Mann war unterdessen all und schwach geworden: er fühlte, daß der Tod herannahe. Eines Abends streckte er sich auf sein hancs Holzlager und sprach seufzend: „So muß ich denn hier einsam und verlassen sterben! Keine liebevolle Hand, f die sich auf meine brechenden Augen legen möchte!" l — Ta hatte der Sterbende eine Bision. Taghell j wurde es plötzlich in dem dunklen Kerker, und am! Kopfende seines Lagers stand eine hehre Frauen-! gestalt. „Ich bin Maßecheth Ehagigah", sprach! sie. „in der du so eifrig geforscht hast. Ich habe dir die Einsamkeit verkürzt siebzehn Jahre lang, und r nun bin ich gekommen, aus daß du nicht einsam i und verlassen sterbest: ich werde die Hand auf deine - Augen legen, sobald sie für immer gebrochen sein j werden. Mögen sie mit deinenr entseelten Körper 1 thun, was sie wollen — Gott hat dir im Jenseits - unendlichen Lohn bestimmt.* — Da verklärte ein i glückliches Lächeln die .'Züge des Sterbenden, und ( seine Lippen murmelten den Vers: a-n *ra 2xr ‘ .v-r rar d. Einsam wird er sitzen und in der Thora ' forschen, denn Gottes Schutz ist über ihm."? (Fortsetzung folgt) Zeitungsuachrichteu und Correspoudenzeu | Deutschland. Furth. Nachdem Sie, geehrtcster Herr Redakteur, der Bekanntgabe humanitärer Handlungen die Spalterr Ihres geschätzten Blattes bereitwilligst öffnen, erlaube ich nn'r. Sie um gefl. Aufnahme des Nachstehenden zu ersuchen. Herr Lazarus Schwarz von Nürnberg, der durch die Gründung der hiesigen isr. Mädchemvaiserranstalr sich cm bleibendes Andenken geschaffen und schon früher im Vereine mit seinem Bruder Herrn -Joseph Schwarz durch Errichtung von Freipläyru und Verabreichung größerer Spenden sich unschätzbare Verdienste um das Gedeihen der schon lange bestehenden isr. Knabenwaisenanstalt dahier erworben har, beehrre res 'tpsr b'.n die beiden verbundenen Anstalten mit seinem Besuche» um siä wieder nach dcmBcnnden der ihm liedgcwordenen Waisen zu erkundigen. Sichtlich erfreut über das zutrauliche Benehmen, das die armen Kleinen ibm. dem Gönner der Anstalt, gegenüber an de» Tag legten, beschenkte derselbe die anwesenden 52 Waisen ja mit einem Pappenheimer-Loose. Möge der liebe Allvater in seiner unendlicher: Güte genannte beide Herren Schwarz mir ihren lieben Angehörigen bis in das späteste Grcisenalret in »ngcrrüdrcr Freude erhalten, damit sie noch viel Edles und Gutes, wie dieselben dies bisher gcrhau. wirken können.