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Der Israelit · 1887-05-05 · Heft 35 (5.5.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 35 (5.5.1887)
Date
1887-05-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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teilweise auch nach Assyrien in die Verbannung geschickt wurden, da fanden dieselbe« bei unseren Voreltern Gastfreundschaft und alle mögliche Unterstützung. Don nun an thcilten sich Assyrer und Babylonier in die ihnen von Gott gemeinsam zugewiesene Arbeit, die noch vorhandenen Reste der beiden Reiche Juda und Israel gleichfalls in Trümmer zu schlagen, was ihnen schließlich gelang. Aber so wie sich an Babel die Prophezeiungen Ieschajahu's, Jirmcjahu's und Jeheskel's erfüllt, ebenso hat sich auch an Niniveh die Weissagung des Propheten Zephanjah ((5. II, V. 1B) erfüllt, in der cs heißt: C'-nj? ro’ra ’acm nr»? rre ncccb nca rx cn "rvsr &p > u*»' rrreca -nvp ca rx? ca na arvn b rccvn tj,t» rxp rr.y :rx c **,=3 nn ncs6 rwn 7» *ry erxa *:x nzab mrxn ncci* .tt jro’ pnr* rrVj? nry de n-r6 pne (Und er machte Niniveh zur Einöde und so düster wie eine Wüste und cs lagerten in ihr Hcerden, alle Thiere der Rationen, auch der Uhu und die Eule werden in den Knäufen (ihrer Paläste) übernachten; Klagelieder ertönen aus ihren Fenstern, während ihre 'Thürpfosten von Fäulnis zerfressen werden, da ihr Zcdernholz wurnmichig ist. Ist dieses nun (so wird man sagen) die fröhliche Stadt, die so sicher faß, die in ihrem Innern sprach: Ich und keine mehr! wie ist sie nun verödet, eine Lagerstätte für alles Wild, so daß jeder vorüberziehende Wanderer staunend seine Hände zusammenschlagen wird. Ter östliche Theil unserer Stadt, welcher das eigentliche Niniveh bildete unb jenseits des Tigris sich befand, liegt nun vollständig in Trümmern und mehr als hundert Schutthügcl bedecken die Fläche, wo einst die Paläste der assyrischen Könige, ihrer Feldherren und ihrer Großen standen. Unter diesen Hügeln ragen zwei, welche Tel Nimrnd und Tel Ehors-Abad heißen, durch ihren Umfang besonders hervor, und hält man Leide für die Ruinen zweier Königsvaläste. Aus einem dieser zahlreichen Hügel wurde später von den Arabern eine Burg erbaut, die: Kaleh Nimrud (Nimrud's Schloß) genannt wird. Uebcr die' Ursachen der Zerstörung NinivehZ werde ich in einer spateren Korrespondenz sprechen, da ich die heutige nicht zu stark ausdehnen will. Zwischen diesen Schutthügeln treibt sich noch heute verschiedenes Wild umher, und kein Wanderer wagt es, dieselben allein oder gar zur Nachtzeit zu besuchen, llnscre Stadt, welche den westlichen Thci! von Rinivch bildete, liegt diesseits des Tigris, gleichfalls in der Milte von Ruine» und wurde mit ihrem Wiederaufbau erst ewige Iahrhundette nach der Zerstörung Rinivehs begönne«. Wir besitzen hier zwei Synagoge«, eia Berh- Hamidrasch, eine Mikwah und ein Bech-HahajiD (Friedhof); Letzterer ist erst einige Jahrhunderte alt. Ter alte Friedhof, der noch von den rrrrx tu (assyrischen Verbannten) angelegt ward, wurde bei der Zerstörung der Stadt mit Schmr und Trümmern bedeckt und so ganz unbrauchbar gemacht. Unsere Tracht ist heute die türkische, unsere Umgangssprache daS Arabische und unser Ritus der Spaniolifche, da nach der Vertreibung der Inden aus Spanien viele derselben auch hierher kamen, und wurde deren Ritus dann auch von den hier schon seit Jahrhunderten ansässigen Juden angenommen. Eine Schiffbrücke verbindet unsere Stadt mir dem gegenüber gelegenen Ruinenfelder zur Zeit der assyrischen Könige führte hier eine hölzerne Jochbrücke über den Tigris. Unweit von dem genannten Ruinenfclde liegt ein kleiner mit Gras und Gesträuchen bedeckter Hügel, der Tal El-Rabbi Irmas genannt wird und der unserer Ueberlieferung zufolge die Grabesslätte des Propheten Jonas sein soll. Wir besuchen oft diese» Hügel und beten auÄ auf demselben. Näheres darüber in einer meiner nächsten Eorrespondenzen. Feuilleton. Micha et. (»rzäblung von S. Koha, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Fünsunddreißigstes Kapitel. Rath Weckelsbach, welcher schon in den letzten Tagen, noch bei Golzingers Leben, die Leitung der Stadtgcschäste übernehmen mußte, hatte, hierbei von Anerbruck unterstützt, die französischen Reiter und deren Pferde, wenn auch mit großer Möbe in der Stadl untcrgebracht. Tie Soldaten hatten bei ihrer großen Zahl und den beschränkten Räumlichkeiten auch in der Schule und kn den-Werkstättcn untergebracht werden müssen, so daß dre Schüler während ihres Aufenthaltes Ferien hatten, die Handwerker feiern mußten. Seifensieder Aucrbrnck, der als der reichste Mann in W., don auch das schönste Hans bews. hatte dem General Klein das ganze erste Stockwerk desselben eingeräumr. und hatte dieser drei Zimmer seiner Wohnung für die Eheleute Goudchaos, welche Sara unter ihrem Schutze genommen» bestimmt.

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