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Der Israelit · 1887-05-05 · Heft 35 (5.5.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 35 (5.5.1887)
Date
1887-05-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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614 trächtlichen Geldspenden an die hiesigen Wohlthätigkeils-Dereine. England. London, 28. April. Am verflossenen Montag wurde die edle Gattin des Herrn Marcus Adler (ältester Sohn unseres (5hief Nabbi's *•:) vom Dasein abberufen. Dieselbe war seit 20 Jahren Borsteherin der Stcpnen Freischule und leistete dem Institut unsägliche Dienste. Durch ihren großen Geist und ihre Gelehrsamkeit, vereint mit Liebenswürdigkeit genoß die Dahingcschiedcne allgemeine Hochachtung und erwarb sich die Liebe der Armen und Nothleidendc», denen sie bei jeder Gelegenheit kräftige Hilfe gewährte. Auch stand sie ihrem Gewählt in seinen Werken der Wohlthätigkeit stets als eifrige Mithelferin zur Seite. Sie erreichte daS Alter von -19 Jahren. n'Ä»n. London. Herr Joseph Ccbag - Montefiore wurde zum Friedensrichter ernannt. Türkei. Konstantinopel» 26. April. In der Nacht von Samstag aus Sonntag ist nrchr als die Hälfte des auf dem europäischen Ufer des Bosporus gclegcncn Dorfes Arnautköi abgebrannt. Gegen f>oo bis 700 Häuser und Magazine, von denen die meisten allerdings aus Holz gebaut waren, sind in wenigen Stunden zerstört worden. Eingcäschcrt sind auch 17 größere Steinhäuser, darunter eine Synagoge und eine jüdische Schule.- Das Feuer wurde durch die Unvorsichtigkeit einer Frau veranlaßt, welche auf ihr Nachtlämpchen Petroleum anstatt Del goß, in Folge dessen beim Anzündcn des Dochtes eine große Flamme entstand, welche das über dem Lämpchen hängende Bild der Maria ergriffen — ein Umstand, welcher die Frau völlig fassungslos machte. Sie lief zum Haufe hinaus und schrie um-Hilfe; als diese aber kam und man endlich Wasser hcrdcizuschaffcn vermochte, hatte das Feuer bcrens mehrere aus Holz gebaute Nachbarhäuser ergriffen. Den Insassen derselben blieb nichts übrig, als sich schleunigst zu retten. Als eine Stunde später die Feuerwehrbrigade von Pera einttaf, mußte sic ihre Thätigkcit daraus beschränken, durch raschen Abbruch der zunächst bedrohten Häuser das Wcitergrcrfcn .dcs zerstörenden Elementes zu vorhindcrn. Auch dies war nicht so leicht, da ein heftiger Wind wehte und derselbe mehrfach seine Richtung ändctte. Um 10 Uhr Abends war das Feuer ausgebrochen und erst beim Anbruch der Morgenrörhe war man desselben Herr geworben. An dreihundert Familien haben das Wenige, was sie befaßen, verloren, doch ist ihr Unglück seither. Dank der Fürsorge des Sultans und der Mildthätigkcit der Privaten, einigermaßen gelindert worden. — In derselben Schrcckensnacht brannte es auch in Stambnl. wo gegen scchszig Häuser und Magazine emgeäschen wurden. Ueberhaupt sind die Fcuersbrünste seit dem Anfänge dieses JahrcS wieder recht zahlreich in Konstantinopel, insbesondere natürlich in solchen Stadtvierteln, wo zumeist Holzgcbäude stehen. Hierzu gehört aber die größere Hälfte der Stadtviertel. — Aus Bagdad wird gemeldet, daß' der Enphrat aus seinen Ufern gcttctcu ist und viel Unheil angerichter hat. Tie zur Ausbesserung des Schadens nöthigc Summe wird auf Lstr. 100,000 angegeben. . Feuilleton. Die Honverliiin. Friedrich Rott. (Fortsetzung.) 12. Kapitel. Mehrere Tage waren verstrichen, die Familie hatte eben das Mittagsmahl eingenommen, die Kinder mir ihrer Gouvernante befanden sich bereits wieder in ihrem Zimmer, auch Herr von Lilienfeld war eben im Begriff, sich in das Eomptokr zu begeben, als seine Muncr ihn um eine Unterredung in ihrem Zimmer ersuchte. Frau von Lilienfeld war während des Spcifens auffallend schweigsam gewesen, sowohl Alexander als auch die Kinder hatten es bemerkt» — ob sie sich nicht wohl fühlte? — In theilnehmenden Worten erkundigte^ fi4 Alexander nach ihrem Befinden, als er die Thür ihres Zimmers öffnete und der Doranschrcitcudeu folgte. . „Danke. ich bcsinde mich ganz wohl/ erwiderte sie, während sie auf dem Diwan sich mcderlicß und mir einer Handbewegnng den Sohn aussordcne. sich ihr gegenüber zu setze». „Ich bcsinde mich ganz wohl/ wiederholte pe. „aber ich habe da heute Morgen eine Zuschrift erhalten, die mich geradezu constcruirt hat und, dL ich Dir. als dem Vormund meiner Kinder arch nicht voremhalten darf." Sie übergab ihm bei diesen Worten einen $;i öffneten Brief, und Alexander las: „Ein Freund Ihres Hauses macht Fran vor

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