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Der Israelit · 1887-05-05 · Heft 35 (5.5.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 35 (5.5.1887)
Date
1887-05-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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612 fern stehenden) zu erfahren, wer diejenigen find, welche dem Unteroffizier beigestanden haben, um den Subkommiflar zu verhauen. Unter den Arretirten befindet sich auch ein Chacham (Schachet), welcher die Sünde begangen hatte, dem schätzenSwenhen Polizeiagenten eine „Anleihe* von 40 Frcs. zu verweigern, die er beim Schächter am Vortage vor Ostern verlangt hatte. Danach liegt die Sache also tiefer als eine bloße Ausschreitung einer einzelnen PoUzeiperson. Tenn anstatt, daß das Präsidium gegen den angreifendcn Subkommissar eine Untersuchung einleiten soll, findet sie es in Ordnung ganz unschuldige Israeliten für die Rohheit ihres Agenten büßen zu lassen. Ueber den neuesten „Osiernfall* liegen mir noch eine Reihe von Zeitungen vor. Die „Lupta" vom 10. (22) April berichtet: ,Ln den Lsterfeiertagen wurden seitens der Polizeiagenten schreckliche Gräuclthatcn gegen viele Israeliten verübt. Folgende Fälle werden uns namentlich angegeben: Ein Glaser passirte die Kalea Vakareschü (es ist dies daS Hauvt-Iudenvicrtel Bukarest's; ein Theil wohnt noch inKaleaMoschilor und in Podul Ualitschi, jetzt Kalea Dorobanzilor. Dr. (F.); er wurde nach der Polizcisektion abgeführt und dort in so barbarischer Weise gemartert, daß er ohnmächtig wurde. Man goß Wasser über ihn und als er zu sich gekommen war, wurde er aufs Neue malttärirt, so daß er jetzt bettlägerig ist. Sein Körper ist lauter Beulen und er urinirt Blut. Ein Klempner, der für seine kranke Frau Medikamente holen wollte, wurde in derselben Weise behandelt. Dieser Eifer der Polizeiagenten gegen die Israeliten wird erklärlich durch die Thatsache, daß Herr Moruzzi (der Polizeipräfekt) ein Schüler der illustren Antisemiten der Polichroniadis und Moroiu ifi", (welche den bukarcster Anrisemitenkongreß unter dem Patronat der Moruzzi inscenirt hatten). In gleicher Weise berichten die Zeitungen „Epoca", „Romania Libera", „Romania", „Römanel" und „Natiunea" und diese sind Zeitungen, die mit Ausnahme von „Lupta" „Nomanul" und „Natiunea", welche Israeliten betreffend auf dem Standpunkte strenger Rechtlichkeit stehen, soweit sie in Rumänien überhaupt üblich — stets gegen die Israeliten auftreten. Man kann also annehmen, daß cs noch schlimmer hcrgegangen ist, wenn es schon diese Blätter berührt hat. Tie „Lupta" meldet noch, daß das Telegraphenamt in Bukarest einem auswärttgen Zeitungscorrespondenten die Annahme einer Depesche verweigerte, in welcher er von den Vorfällen während der israelitischen Ostcrfciertage berichten wollte. Nach derselben Zeitung soll nächstens eia zweiter Anttfem'üenkongreß in Bukarest stattfiuden. Soll die polizeiliche Hatz vielleicht die Vorbereitung dazu fein? Der durch die Säbelaffakre bekannt gewordene General Eantilli in Fokfchani, welcher dem Arzt Dr. Schapira auf dem Bahnhofe Morafchefchti die Nase abhieb, weil er als bloßer Mensch und Arzt der Frau des Generals trotz aller feiner Kunst und Aufopferung das Leben nicht erhalten konnte, — dieser General ist mittelst UrtheUs des Militargerichts zur Disposition gestellt worden für die Tauer eines Jahres, welcher dann gewöhnlich die Verabschiedung folgt. Iltteressant dürfte cs fein, den wahren Grund zu dieser Maßregel kennen zu lernen. Der General hat bei den Wahlen im vorigen Jahr mit seinen Soldaten zu Gunsten der jetzigen Regierung nicht eingreifen wollen und bestrafte sogar einen Unteroffizier, der eine Wahlschlägerei verübte. Darum wurde Eantilli mißliebig und sollte schon seit lange durch einen gefügigeren Kommandanten ersetzt werde», der dazu noch ein Günstling des Kriegsministers ist. Tie Affaire mit Dr. Schapiro war nur ein willkommener Vorwand. Dr. Sch. (ein geraufter Jude) ist übrigens meines Wissens nicht gestorben. Frankreich. . Paris. Aus dem Monatsbericht März) der „All. Isr. Univ." (Schluß.) Ein Brief auS Tunis spricht sich folgendermaßen über die Bcerdigungsangelegenheit aus: Ein Telegramm der Agence HavaS berichtet über Ihre Besprechung mit Herrn Massicault. Es besteht darin, daß Sie einig geworden über die Nothwendigkeit, den israelitischen Cullus in Tunesien zu reorganisiren und ihm eine offizielle Repräsentation zu geben, die berechtigt ist, ihn zu vertreten und für ihn zu sprechen. Diese Nachricht wurde hier mtt Enthusiasmus ausgenommen. Wir wollen hoffen, daß die beklagenLwerthen Vorgänge der letzten Tage zur Folge haben werden, der Verwaltung den Beweis zu liefern, wie unrecht sie $attt dis jetzt nichts zu thun, um sich die Sympctthie de? Juden zu erwerben, sondern alles im Gegeutheil um sie Frankreich zu entfremden. Bei verschiedener Gelegenheiten glauben die Juden sich ernstlich ubc die französische Verwaltung beklagen zu müner. jedenfalls ist uichrs zu ihren Gunsten geschehe!. Während man durch die Habus-Gürer das Funtt^ nircn des mohamedanischen Cultus gesichert, wahrer zahllose Schutzmaßregeln gettoffen worden und zrh!' reiche Unterstützungen au Mr. Lavigerie, de» katzs..

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