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Der Israelit · 1887-05-05 · Heft 35 (5.5.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 35 (5.5.1887)
Date
1887-05-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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610 ich hoffen auf Ihn. Gütig ist der Ewige denen, so auf Ihn honen, der Seele, die Ihn suchen wird. Wohl dem Manne, der ergeben der Hilfe Gottes eutgegcnharrt. Wohl dem Manne, der da trägt das Joch (der Goneslehre) schon in seiner Jugend?" — Hieran nun schließt sich unser Vers: tc 22- Pc; -2 c*n. Wir muffen nun zunächst das Wort cti (vom cot trrs?) erklären. Es heißt allerdings in erster Linie »schweigen;- so pro cn »und Aharon schwieg (3. B. M. 10, 3.) cn p:jo „seufze schweigend" (Jccheskel 24, 17.) p« :ot „sie verstumnttcn wie ein Stein" (d. h. wurden starr wie Stein). (2. B. M. 15. 16.) Dagegen hängt eauch mit i-.oct zusammen, was ein „leises Säuseln (der Lüfte)" bezeichnet; rpi .-s:ot Pip „die Stimme eines leisen Säuselns" (I. B. der ft im. 19, 12); nccTP npc cp*. „Er umwandelt den Sturmwind zu einem Säuseln" (Psalm 107, 29); yca< p^pi noo-T „ein Säuseln und eine Stimme höre ich." (Hiob E. 4, V. 15). — Itachdem also Iirmijahu seine furchtbaren Leiden und seine Berzweisclung geschildert, nachdem er in dem Gedanken an Gottes unendliche Güte wiederum einen Hoffnungsschimmer gefunden, ruft er aus: Wohl dem Manne, der das Joch der Gotteslehre trägt von seiner Jugend an; cn -.T2 2--, wenn er auch ganz vereinsamt ist. keinen Freund, keinen Genossen, keinen Gleichgesinnten findet, wenn er auch schweigen muß der Welt gegenüber, so wird doch die freie Gewöhnung an die Gottcslchre ihn nicht vertanen cti, er wird leise für sich allein lernen, und der Gedanke wird selbst in der tiefsten Berzweifelung sein Herz beglücken, vpx Pc: 2. daß er. ganz allein, gleichsam die Last des Weltalls trägt c^p to* p-vr. „Ter Fromme ist der Grundpfeiler, auf welchem daS Weltall ruht." Wenn Mein Bund nicht wäre, spricht Gott, so hätte Ich Tag und Nacht, Himmel und Erde nicht eingesetzt. Nur um Seines Bundes willen hat Gott die Welt erschaffen, erhält Gott das Weltall. Und wenn nur Gner da ist, der den Bund mit Gott aufrecht erhält, wie einst Abraham, unser Vater, so wird er der Grundpfeiler, auf welchem gleichsam das Weltall ruht. Tiefer Gedanke muß den Verzweifelnden beruhigen und mit süßer Hoffnung erfüllen. Warum gerätst der Fromme in Verzweiflung? Alles ringsum ist von Gott abgewichen; er fühlt sich vereinsamt, allein, allein. td er*, warum sitzt der Fromme einsam? Weil er keinen Genossen findet, der mit ihm gemeinschaftlich in der Thora forscht; denn, wenn er einen Genossen haben könnte, so würde er ihn aufsuchen oder zu sich kommen lauen, wie ja Iosua den Perachiah gelehrt hat: Erwirb dir einen Genogen. Der Fromme ist gezwungen, für sich allein in der Thora zu forschen, weil er keinen Genossen haben kann. — So aber ganz allein und vereinsamt in der Welt ausharrcn zu müssen, ist furchtbar schwer: dcßhalb fährt Iirmijahu fort, indem er dem also Vereinsamten räth, daß er zu Gott mit heißem Gebete um Stärkung sich wende, damit er die Hoffnung nicht verliere, und daß er der Menschen Mißhandlung und Verhöhnung ertrage. „In den Staub hingcworfen, mag er zu Gott flehen, daß er die Hoffnung nicht verliere: dem Schläger möge er die Wange reichen, sich sättigen an Hohn und Schmach. Tenn nicht auf immer wird verlassen der Ewige. Wenn Er auch züchtigt, so erbarmt Er sich doch wieder in der Fülle Seiner Gnaden." Wie Abraham der Einzige war auf Erden, welcher Gott erkannte und in Seinen Wegen wandelte, so hat Gott wiederum dem Abraham unendlichen Lohn bestimmt, wie es im fünften Perek unserer Maßechta heißt tost Pc;i emex »er 77 cV'D „bis Abraham kam und den Lohn erhielt aller derer, die durch ihr böses Thun Gott erzürnt hatten." Nach dem Gesagten ist die Erklärung des Schlußsatzes unserer Mischnah die folgende: Woher weiß ich, daß sogar ein Einziger, der sitzt und sich mit der Thora beschäftigt, daß der Heilige, gelobt sei Er, ihm Lohn bestimmt? Denn so heißt es: Er wird einsam sitzen und still vor sich hinlernen, denn er hat die Aufgabe, welche die Gefammlhcit ausführcn sollte, auf sich genommen und dafür den Lohn, welcher der Gesammtheit bestimmt gewesen, für sich allein zu erwarten. — (Fortsetzung folgt:) Zeitungsnachrichten und Correfpondeuzeu. Deutschland. Frankfurt a. M. Ein langjähriger Arbeiter im Dienste der Jugenderziehung, ein Bravncr unter den Braven ist nicht mehr unter den Lebenden; der vor einigen Jahren von femcur Amte zw rückgettetcne Lehrer Spindel in Bergen hat a« 26. v. M. das Zeitliche gesegnet. Sein Wirken innerhalb eines halben Jahrhunderts in einer und derselben Gemeinde war nach verschiedenen Scuen hin ein sehr ersprießliches und von vielen Erfolgen begleitet. Er verstand es, wie sonst keiner, dn Fähigkeiten seiner Schüler zu wecken und auszubr.- dcn und manche derselben nehmen selbst in weuer Ferne eine ehrenhafte Stellung ei», die ihm dea«

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