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Der Israelit · 1887-05-02 · Heft 34 (2.5.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 34 (2.5.1887)
Date
1887-05-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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598 weitert, was selbstverständlich immer zugleich auch eine neue Erweiterung ihrer Mauern zur Folge batte, da man doch unmöglich glauben kann, dast Niniveh gleich bei seinem Entstehen einen Umfang von 480 Stadien (12 geographischen Meilen), wie zur Zeit seiner höchsten Blüthe gehabt haben soll. Wer also Niniveh zur Zeit seiner größten Ausdehnung umkreisen wollte, brauchte dazu volle drei Tage, was mir dem Propheten Jonas E. Ul, B. 3 vollkommen überciustimmr: rrni t>* nrrrt rw ctr rrrr vra cyrtö. (Und Niniveh war eine große Stadt vor Gott mit einer Umgehung von drei Tagen.) Tie Länge der Stadt betrug acht Stunden und ihre Breite vier Stunden, was gleichfalls mit dem genannten Propheten übercinstimmt: cv ^.-ts *vjn n:r* 7m ire*. Mud Jonas begann in die Stadt cinzudringcu, zu deren Durchfchreituug man einen ganzen Tag benöthigte.) Ninivch war daher bedeutend größer als London. Iudcß muß mau nicht glauben, daß der ganze Flächcnranm der Stadt mit vier bis fünf Stockwerke hohen Häusern bedeckt war. denn höher als ein Stock war kein HauS in Niniveh, nicht einmal der Palast des Königs, dann waren die Häuser sehr klein und befanden sich auch im Innern der Stadt außer großen (Bärten, auch viele Felder, Wiesen und Weingärten. so daß deren Bewohner, selbst, wenn ein Feind schon vor den Thoren stand, dennoch rnhig ihre Felder und Weingärten bebauen und auch ihr Bieh auf die Weide treiben konnten. Daher wird auch mit besonderem Nachdrucke hcrvorgchobcn nn r.sn», daß auch zahlreiches Lieh im Innern der Stadt gehalten wurde. Tic Stadtmaucrn, welche sehr hoch und auch sehr breit waren, dienten zugleich auch als Fahrstraße nach den verschiedenen Stadtthcilen und standen auf ihnen auch zahlreiche Thnrme, in denen man bei Regcnweltcr Schutz und Obdach fand, während inKricgszciten die Bogenschützen in denselben standen und von hier aus den Feind mit ihren Geschoben überschütteten. Tie Zahl der Einwohner NinivchS dürste jedoch keineswegs 200.000 betragen haben und selbst vom Propheten Jonas, der doch die Stadt mit eigenen Augen gesehen, wird die Zähl der Einwohner als größer als 120,000 angegeben: 'is* ctx rrry trnrs rc'n ra ist« n27Qi '.rrcr^ jrr n7. Tie Einwohner bestanden jedoch nicht aus Ehaldäern allein, sondern rckrutitten sich, so wie cs noch heute hier der Fall ist, auS allen Bölkerschafrcn BordcrancnS und herrschte daher auch in den Straßen Ninivehs eine Sprachverwirrung, wie beim Thurmbau von Babel. Heute spricht man in unserer Stadt: Arabisch. Persisch, Türkisch, Ehaldäisch. Griechisch, Armenisch. Kurdisch. Zirkassisch, Französisch, Italienisch. Englisch und Spaniolisch; zur Zeit der assvrischen Könige sprach man jedoch hier: Ehaldäifch. Syrisch. Hebräisch, Arabisch, Phömzisch. Aramäisch. Persisch, Bakrrisch. Zirkassisch (oder wie man damals sagte; Kolchisch,) Armenisch, Lvkisch und einige noch andere asiatische Idiome. TaS Ehaldäische war jedoch damals die allgemeine Umgangssprache hier. Ter Prophet IonaS konnte daher von Gott den Auftrag erhalten, nach Niniveh zu gehen und hier den Untergang der Stadt in Aussicht zu stellen, da er wahrscheinlich auch das Ehaldäische geläufig sprach. Ter bequemste Weg, um von Palästina nach Riniveh zu gelangen, war im Altcnhame ganz derselbe, so wie er es heute ist. Man schiffte sich nämlich in Jana nach einer nord-syrischen Hafenstadt ein. um von derselben an den Euphrat und dann nach der Turchwandcrung Mesopotamiens an den Tigris zu gelangen. Man ersparte sich so den mühseligen und gefährlichen Weg durch die syrische Wüste. Ter Prophet IonaS'ging daher gleichfalls nach Jaffa, änderte aber seine Gesinnung und schiglc sich statt nach Nord-Syrien nach Tarschisch ein. (Fortsetzung folgt.) $£ittfleioit. Michael. Vrzäblung von E. Lohn, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) „Aber Bürgermeister Golziuger, Sie lüge»/ fuhr der französische General zu reden fort. »Bei dem lebendigen Gotte, Sie haben mich nie ehrfurchtsvoll geliebt, Sic haben mich stets mit wilder Wuth. mir fanatischer Grausamkeit gehaßt. Es freut Sie nicht, mich in Ihrer Stadt zn sehen, Sic haben mich schon vor einem Bicrtcljahrhundcrt, als ich ein armes, verlaffenc? Kind ohne Eltern, ohne Verwandte, ohne Heimatü, in teuflkcher Herzlosigkeit. um meines Glaubens willen, ausW. treiben, den hiflosen Knaben in die weite Welt hinausftoßcn wollen, obwohl Sie wußten, daß er m Hunger, Frost und Elend verkommen und verderben mußte! ... Sie haben mir kein langes Leben gewünscht, im Gegenrheil, war's in Ihrer Macht gelegen. Sie hätten mich nnrcr der falschen Anklage, einen Menschen gctödtct zu haben, an dm Galgen gebracht, und als das Ihnen unmöglrch

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