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Der Israelit · 1887-05-02 · Heft 34 (2.5.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 34 (2.5.1887)
Date
1887-05-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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595 mcotblättern mit einer unregelmäßigen, planlos durcheinander laufenden Schrift gesunden hat. Blatt t>«!d — 117 dieses Eodex enthalten das Lehrgedicht de- Sflcir b Elia und 16 Heinere Poesien denelben. Zudem großen, ans 108 Zeilen bestehenden Lehrgedichte zeichnet der Verfasser in den Anfängen zuerst den Namen rsc, dann folgt das Alphabet, dann *«n pw ir» yn ■: nncc in^N ots *vio ’;n scrr^ÄK. Wer dieser Mcir ist, wissen wir nicht. Es gibt einen Meir aus England, angeführt in den r r.rr roba des Meir Rothenburg (121.'»): ferner Meir b. Elia (Zun;, Literaturgeschichte S. .Ws), Verfasser einer vierzeiligen Tochecha; Wirklich Elia au- London 1258 in den Hagahot zum Mardochai. Tas dedräifche Lehrgedichte behandelt die biblische Eic'ckichte von der Schöpfung an bis nach dem Äusmge aus Egypten und war vielleicht für den 7. Pcßachtag bestimmt, an dem auch das Sicgeslicd gelesen wird, mit dem das Ganze endet. Jede Zeile schließt mit einem Schristverse, häufig auch r.:ii zwei Versen. Der Dichter verfügt über den Midrasch wie ein alter Paitan und verwerthet ihn ungezwungen. Einzelne dunkle Stellen des Textes bar Berliner in trefflichen Noten evmmentirt. Die Schrift, welche nur in 25 Exemplaren gedruckt ist, dar der Herausgeber Herrn Mocatta geweiht. Durch die Edition dieses seltenen Beitrages zur hebräischen Poesie deS Mittelalters hat der unermüdliche Gelehrte diesem Zweige der Wissenschaft einen daukensr.enhen Dienst erwiesen. Tenn, so können wir mit Perliner schließen, je weniger wir von dem.Kulturleben der englischen Juden in jenen düsteren Zeiten des!:r. Jahrhunderts wisten, desto werthvoller muß jeder literarische Beitrag zu demselben erscheinen, w auch diese für uns in einer schöneren Zeit wieder erweckten 5tlänge aus der Tichterbrust eines Zudcn in Norwich, der wahrscheinlich gegen den Schluß jenes Jahrhunderts in diesen Poesien Gott gelobt und den Freund geliebt hat. Zeitnngsuachrichteu und Correspondenzeu. Deutschland. Berlin, 25. April. Wir lesen in der flamme", dem Organe für Feuerbestattung, daß ^freireligiöse Gemeinde die Beiiekung der ^'chcnreste Verstorbener auf ihrem Fricdhorc geuaNct habe, in derselben Aprilnummer des Organs Nndcn wir aber auch neben dieser Mittheilung folglnde Zuschrift der Vonitzendcn der ersten jü- ^lchen Gemeinde Deutschlands, der Hrrrco SiMund Meyer mid Herz, also lautend: „Berlin, 8. März 1887. Auf die gefällige Zuschrift vom 3. d. M. erwidern wir dem geehrten Vorstastd ergebenst, daß die Beisetzung von durch Feuer bestatteten Lcichna- >ncn auf den Friedhöfen unserer Gemeinde allerdings zulässig ist und zwar unter, der Bedingung, daß die den Rest der Asche enthaltene Urne iu die Erde versenkt nnd dem Grabe ebenso wie alle« andern Gräbern cinHügel aufgesetzt werde. Die Beisetzung erfolgt, sofern nicht eine Leichenfeier schon vorher stattgesunden hat, unter Einhaltuug der gewöhnlichen AeerdlgungS- Eeremonie. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde Sicgmund Meyer. Herz.- Und da soll noch einer über Rcformsucht oder Hnmanüätsduselei klagen! Tic Herren am grünen Tische haben ganz recht. Wer durchaus verbrannt sein will, der mag sich trotzdem noch einmal begraben lassen! Dresden, 20. April. Herr Tr. Winter, ein Eandidat der Breslauer Schule, ist provisorisch auf drei Jahre zum hiesigen Rabbiner gewählt worden, nachdem er seit mehreren Monaten hicrfelbft, anfangs mit geringem, später mit größerem Erfolge, gepredigt hatte. Ob cS dem neuen Seelsorger, dem talmudisches Wissen nachgcrühmt wird, gelingen wird, den einen religiösen Winter, welcher schon hier ist, aus seiner Stellung zu verdrängen, wissen wir nicht, daß er cs versuchen wird, wollen wir hoffen. Allerdings hat man von bcstimmten Forderungen, die vielleicht Tr. Winter z. L. wegen der Abschaffung dcS christliche» Damen- Ehors an den Vorsrand der Gemeinde, in dem bekanntlich Herr Emil Lehmann sivt, gestellt hätte, nicht das geringste gehört. Frankreich. Paris. Der Monatsbericht der „All. Jsr. Hui».“ vom Monat März bringt folgenden ausführlichen Bericht über die Vorgänge in Tunis: Eine Maßregel, welche die städtische Behörde von Tunis gefaßt, und die nach einem Teeret dcS Bcy, vom 27. Dezember 1886, am 20. März 1887 iu straft treten sollte, gewährt einem Unternehmer das Monopol der Todtcnbestattung, zum Transport der Leichen nach dem Bcgräbnißplay. Sie ist anwendbar aus Europäer und Juden, nicht aber auf Mohamcdancr. In einem Anhang des Dccrcts ist der diesbezügliche Tarif verzeichnet. Außerdem gestattet derselbe den Freunden des Verstorbenen die Leiche nach dem Kirchhof zu tragen, ohne sich der Träger und des Wagens zu bedienen, die alsdann

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