Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1887)
- Date
- 1887-04-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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582 Tie Thätigkrit des Vereins wird sich vcrerst auf Soden beschränken, woselbst feit zwei Jahren bereits in erfolgreicher Weise in gedachtem Sinne gewirkt worden ist. Karlsruhe, 22. April. Vergangenen Mittwoch besichtigte der Großhcrzog in Begleitung seiner Adjutanten und geführt vom Oberbürgermeister und demStadtrathuuserncucs Schlachthaus. Der seit eini- Zeit bei der Rcligiousgesellschast angestcllte Cautor und ernr' Herr Israel Baruch war gerade mit der nimr beschäftigt. Ter Großherzog unterhielt sich mit ihm über das Schächten und ließ sich von ihm darüber Erklärung geben. Der Großhcrzog wohnte der Eercmonic bei und drückte sich dem Oberbürgermeister gegenüber über deren Raschheit sehr anerkennend aus. In der jetzigen Antt - ntms-Zeit ist die Verbreitung dieser Thatsache gewiß von allgemeinem Interesse. Bezüglich einer von mir gemachten Bemerkung betreffend des Fleisches im Schwenninger Sanatorium in Heidelberg haben Sie s. Z. auf Grund der Aussagen des Heidelberger cmr eine Berichtigung eintrctcn lassen. Tcffennngeachtct muß ich meine Bemerkung auf zuverlässige Erkundigung hin insofern aufrecht erhalten, daß zwar nicht der crv.r, aber der Metzger die Thierc durch einen Halsschnirt tobtet, uud niemals bei Schwenninger Fleisch von einem geschlagenen Thierc verwendet wird. Holland. Amsterdam. In der königl. Eonunission, welche ein neues Strafgesetzbuch für die Holland. Eolonicn in Asien auSarbcitcn soll, sitzen zwei Israeliten; einer derselben Herr A. A. de Pinto ist Richter am obersten holländischen Gerichtshof. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Pcsth. König Milan von Serbien hat Frau D. Bischitz, Präsidentin des Pcsther iSr. Frauenvercins, den Natalienordcn verliehen. Rußland. Der in Charkow erscheinende „Jushny Krai" hatte eine Dorpatcr Korrespondenz gebracht, in welcher den jüdischen Studenten darüber Vorwürfe gemacht wurden, daß sie es vorzichcn. auf der beut» Ichen Hochschule zu Dorpat anstatt auf den russischen Universitäten zu studircn. Hieraus ist im „Woschoö* eine Erwiderung erschienen, in welcher cs u. A. heißt: „Tie Thatsache ist wahr, aber kann man diese uns Juden zum Vorwurf machen? Unsere Universität hält die Fahne der reinen Wissenschaft hoch und öffnet ihre Pforten Jedem, der nach Wisse» und Bildung lechzt. Mit Freuden konstatiren wir dieses Faktum, daß während überall die Atmosphäre mit Milliarden judophober Bakterie» gestillt ist, unsere Luft rein geblieben ist. Tie Universitäts- Obrigkeit sowie die Professoren gehen mit de» jüdischen Studenten im höchsten Grade human uud ohne welche Voreingenommenheit um. Was Wunder also, wenn die jüdischen Jünger unter solchen Umständen cs vorziehen, an den Usern dcS Embach ihren Studien obzuliegen? Australien. Sydney. Herr Julian E. Solomons, welcher vor einiger Zeit auf den Posten eines Lberlandesrichters von New-South-Walcs verzichtete, wurde von der Regierung als ihr Repräsentant im Oberhause ernannt. Marokko. Zwei weitere Mordlhaten, begangen an Juden, werden von der Nachbarschaft von Saffi gemeldet. An demselben Platze wurden einige Jüdinnen beraubt und mißhandelt, alles das unter den Augen der Behörden. Auch in Fez wurde eia Jude ermordet. In Sfar ist am 23. März ein jüdischer Schulknabe verschwunden. Tags darauf wurde er todt aufgefunden, allem Anscheine nach wurde er auf schreckliche Weise ermordet. Feuilleton. Are tzonverlilin. Friedrich Rott. (Fortsetzung.) „Glauben Sie es, Fräulein?" stagte Gabriele nach kurzer Pause. Marina zögerte einen Augenblick mit der Antwort, daun entgegnete sie ausweichend: „Wir Christen müssen es glauben." „Aber wenn Sie keine Christin wären, würden Sie es dann glauben?" Sie schüttelte schweigend den Kopf, das cme Wort brachte sie doch nicht über ihre Lippen. Wiederum blickten die .Kinder einander an. „Aber das begreife ich auch nicht," sagte Gabriele kopfschüttelnd. „Sie sagen, wenn Sie keine Christin wären, würde« Sie es nicht glauben» wen