Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1887)
- Date
- 1887-04-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449697-2449730--26335-2516151- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
579 fein, dieses sich Niedcrsetzen zu gemeinsamer Unter- Haltung ohne die Worte der Gottcslchre ein 2212 rr, ein Sitz der Spötter. Daher rufen wir allen Irenen Gläubigen in Israel zu: Haltet euch fern ron solchen Vereinigungen, mögen sic anscheinend noch so gute Zwecke verfolgen. Heil dem Manne, der nicht wandelte in dem Rathschlusse der Frevler, der auf dem Wege der Sünder nicht stand, der in dem Sitze der Spötter nicht säst. Sondern an der l'dirc des Ewigen ist sein Wohlgefallen, und mit seiner Lehre beschäftigt er sich Tag und Nacht. Und er wird sein wie ein Baum, gepflanzt an Vaffcrqucllen, welcher seine Frucht wird geben zur rechten Zeit, und sein Blatt wird nicht welken, und Alles, was er thut, wird gelingen! — (Fortsetzung folgt.) Aeues zur israelitischen Auswanderung ans Aumänien. Don I)r. Elyfen N. Eormann. (Schluß.) Auch in Rumänien hat man bis 186»; von einer „Iudenfrage" nichts gewußt. Die bis dahin vorgckommcncn, gelegentlichen Ausschreitungen des Pöbels wurden behördlich rcprimirt, die Israeliten wurden bis dahin herbcigcrufcn und in jeder Weise beschützt und privilcgirt*) So wie die Israeliten aber die „Wohlfahrt Rumäniens" erst in Gang gebracht hatten und das scheinparlamcntarische Leben begann, da waren die Tage ihrer eigenen Wohlfahrt zu Ende und die Verfolgung von Parlamentarismus- und Rcgierungswegcn nahm ihren Anfang. In Spanien ist es der nämliche Fall. Der Schein- VarlamcntarismuS beginnt hier freilich nicht erst, sondern er ist in Auflösung, um aber die Fiktion mizuhaltcn, wird umso mehr jedes Mittel nicht zu 'Äecht sein, und da ihnen schon die Mittel fehlen, w wird ihnen das Tummclpferd .Zude", die Neuangekommenen rumänischen oder anderen „Fremden" gcrade recht sei». Das hieße für unsere Glaubeusgenoffen „vom Regen in die Traufe" kommen, oder logar noch schlimmer. Tenn während unsere Rudänischen z. B. gcgenwänig nur die Regierung «egen sich haben, das eigentliche Volk saust und duldsam ist, weil cs selbst erst 1862 von blutiger ^cibeigenschaft erlöst wurde, würde ihnen in Spanien auch das exklusiv kirchlich-fanatische Volk ans Fersen sein. *} karüdkr eia andermal ausführlicher. Zur gedeihlichen Entwickelung der Völker i« Allgemeinen und der Israeliten im Besonderen ge», hört andererseits Ruhe und Sicherheit. Die Revolutionen und Rcvolutiönchen aber, sowie die Bürgerkriege und die Vorbereitungen dazu, die in Spanien periodisch wicderkehren und seit Jahren das Land unterwühlen, sind keineswegs danach angethan Beruhigung und Sicherheit des Besitzes und de- Lebens einzuflößen. Ganz zunächst wird davon die Geschäftswelt betroffen, als welche in der Hauptsache .doch die Israeliten gedacht sind. Die Bedenken über die politische Lage des Landes, die zu keiner Stabilität gelangen kann, sind daher noch schwerwiegender als diejenigen über die „Vorbereitungen-, die allerdings schon allein dazu angethan sind, eine Immigration unmöglich zu machen oder auf ein Unbedeutendes zu beschränken. Nimmt man zusammen, was ich bisher angeführt habe, so ergibt sich die Summe: der selbstsüchtige, unduldsame und zährende Boden Spanienist zur Einwanderung jedenfalls für Israeliten nicht geeignet. Meines Erachtens ist eine *auf Hcrbcizichen israelitischer Einwanderer gerichtete cxpresse Agitation seitens des Herrn Lapuya und tsraelitischer Zeitungen gar nicht nöthig oder verfrüht. Ist die öffentliche Meinung, das Volk in Spanien noch nicht vorbereitet oder geneigt die Israeliten anzunehmcn, dann möge Herr Lapuya im Lande allein seine Thätigkeil entfalten, um das Volk über die Israeliten aufzuklären und es für sie günstig zu stimmen. Darüber kann noch eine Reihe von Jahren verstreichen und dann erst mag eine. größere Einwanderung inscenirt werden. Glaubt Herr Lapuya „unerläßliche Vorbedingungen" stellen zu müssen, so kann dies für vereinzelte Einwanderer gemeint sein. Eine ganze Heerde Reicher und Vermöglicher wird nicht kommen, weil sie keiner Einladung brauchen und es nicht nöthig haben sich in's Unbekannte zu begcbeu: Arme sollen aber und können nicht kommen, weil ihnen nichts geboten wird, dagegen unerfüllbare Bedingungen auferlegr werden. Eine Agitation ist daher zwecklos und schädlich; mag Herr Lapuya sich begnügen, die Anregung' gegeben zu haben und abwarteo, ob Ieoiand nach seinen Wünschen kommt. Tie Errichtung von SubkomiteS in sämmtlichcn Städten Spaniens mtt der Aufgabe das Volk für die Einwanderung und freundliche Aufnahme der Israliteu vorzubcrckten, sowie einzelnen Ankommenden gewissenhaften Rath in allem aus Niederlassung Bezug habenden zu ertheilen, — dies und bloße darauf bezügliche Annoncen ln den