Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 32 (25.4.1887)
- Date
- 1887-04-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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56« allen Anforderungen, die man an e!n solches zn stellen berechtigt ist, nach jeder Richtung entspricht, und bereits mit nächstem Schuljahre bezogen werden wird. Kürzlich wurde diese Schule mit dem Besuche des hiesigen SchuliuspelrorS, Herrn königl. Rath Joseph v. Roth, während zweier Vormittage beehrt, wobei derselbe seine vollste Zufriedenheit über deren Leistungen in jedem Lehrsachc ausdrückte und gleichzeitig bemerkte, dost die hiesige onhodore israelitische Gemeinde den der ung. Judcndeit unlängst im Parlamente gemachten Vorwurf, daß dieselbe für das Mittelschulwescn nicht» leiste, aus» glänzendste widerlegte. Was aber dieser Schule ein besonderes echtjüdisches Gepräge verleiht und ihr eine großartige Zukunft sichert, ist die Sorgfalt, die der jüdischen Wittenschast zugewendet wird. Volle 3 Stunden täglich werden dem Religionsunterrichte gewidmet und ist cs ein Vergnügen zu hören, mir welcher Präzision und Begeisterung die Zöglinge eine nr>: •r-i cy rs*n oder ein (Sapitcl herzusagcu verstehen. Wie ich aus bestinformirrcr Quelle vernehme, ist für Heuer Vorsorge getroffen, daß Schüler behufs Vorbereitung für den nächsten Kur» anch nach ras Aufnahme finden. J. W. Altcndorf (Ungarn), am l l. April. Ter hier in weiten Kreisen hochgeehrte Herr 3M. $1. Roth, einer unserer strenggläubigsten Glaubensgenonen, der sich sowohl im talmudischcm al» weltlichen Wissen einen Ruf ermorde», schenkte am versionenen ras der Gemeinde eine prachtvoll geschmückte rav> isc, die am zweiten Festtage unter den üblichen Feicrlichlcitkn in die Synagoge gebracht wurde. In Zala-Apati (Ungarn) war wie der „Pesthcr Lloyd" rneldct, dieser Tage wieder cm zierliche» ^Tisza Eslar" geplant. Bei dem jüdischen Wirltzc W. Deutsch war eines Abends das Dienstmädchen ausgcblicbcir. Als Herr Deutsch sich bei der Mutter desselben nach seinem Verbleib erlundigte, wurde er mit Flüchen empfangen und beschuldigt, daß er dasselbe abgeschlacktet. Der 3)faiui war vorsichtig, er zeigte sofort den Vorfall dem Viccgespan in Egerßcgan an, welcher einen Gcnsdarmcric-Lieutenant mit vier Mann nach dem Qrre abfchickre. Dieser brachte bald heraus, daß das Mädchen sich versteckt hielt. Tie beiden Franc», Mutter und Tochter, wurden verhaftet. England. London. 17. April. Unter den interessanten Gegenständen, welche sich in der jüngst besprochene» jüd. historischen Ausstellung befinden, ist besonders ein zur biblischen Zeit an der Grenze der rbpo -jr ausgestellte Marklstcin mit der Zuschrift: ccrt bemerkenswenh. Derselbe wurde von der paläsrincusifchen Ausstcllungsgcsellfchast ausgefunden. Auch der Kopf der Hadrian-Starue (welche theilweise den Barcochaba-Anfftand hervorrkef), befindet sich in derselben Abteilung (Eatalog Nr. 2258). Die Münzen aus der Maklabäcr-Periode, von dem Herrn Leopold Hamburger aus Frankfurt a. M. ausgestellt, verdienen besondere Erwähnung: cs sind diesein rpm rrsra unter Simon Maltabäus, in denen ersten Rcgicrungsiahre und cm ganzer Schekel in seinem dritten Regicruugsjahre geprägt, welch Letzterer die Zuschrift Schekel Israel trägt und von Affariah di Rosst in seinem berühmten Werke (Zmre binah p. 180) beschrieben wird. Ferner sind Bronze-Münzen unter Antiochus Epiphancs, einige unter Johann Hyrcanus (Jochanan Kohen hagodol) und andere mrtcr Antiochus VH., Alcrandcr Jannäus jirö Hcrodes des Großen geprägt. Höchst intcrcfiar.t ist die Münze Agrkppas, auf der ein Regenschirm als Symbol des Schutzes cingravirt ist. Es würde zu weit führen, die unter den römischen Procnratorc» und unter Vcspasianus und Titus geschlagenen Münzen zu beschreiben» mit denen Herr Marcus Adler die Exhibition bereichert hat und wovon eine zum Andenken an die Eroberung Jcrusalcm's geprägt wurde. Lediglich Bezug habend auf die Geschichte der Juden Englands erscheinen die 174 Gemälde und Bilder, von denen ich nur die Porträts des: Menanah den Israel, Ehacham Lcvi, Rabbi Hirsch. Rabbi David Tebcle Schiff, Raphael Melde!« «Verfasser des Werkes c*:m rsm), Jakob Kimchi. Salemon Herschell, (voriger Ehicf Rabbi) und Tr. R. Adler (jetziger Ehief Rabbi) als vorzüglich ausgcsührt erwähne. Es werden während der Saison der Ausstellung in der k. Albert-Halle Vorträge über die Geschichte der Juden England» abgchaltcn werden und wie ich vernehme, soll auch der berühmte Herr Tr. Gräk aus Breslau eincu Vortrag zu halten in Aussicht gestellt haben.