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Der Israelit · 1887-04-21 · Heft 31 (21.4.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 31 (21.4.1887)
Date
1887-04-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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548 jedenfalls lohnender fein, als das Hausieren mit Streichhölzern und die Hafcnarbcit in Rcw Port. Es wäre daher wohl das Nichtigste und Einfachste bei den ihnen bekannten rumänischen Kolonisten oder auf anderen Farmen sich alS Tagelöhner zu verdingen, um einerseits die Arbeit kennen zu lernen, anderseits so viel zu ersparen, wieviel nölbig ist, um die ersten nothwcndigcn Ausgaben bestreiten zn rönnen, für den Beginn einer eigenen L'krthschafr, nämlich 200 Dollars. Die Land.zirmcffung geschieht zunächst unentgeltlich und ist überhaupt der Preis für 160 Acres nur als Einschrcibcgebühr gedacht, die ebenfalls 200 Dollars beträgt und erst später bezahlt zu werden braucht. Das; die schon vorhandenen Kolonisten ihre sännntlichcn 160 Acres allein bearbeiten, ist nicht möglich: sic muffen also entweder einen großen Thcil brach liegen lauen, oder aber Arbeitskräfte wären ihnen sehr willkommen; in diesem Falle würden sic Landsleute sicher vorziehen. Ein anderes Mittel sich dem Ackerbau zu ergeben, ist das im modernen Leben so stark angervcndcrc Prinzip der A s f o c i a t i o «. Einer allein hat weder das.Kapital noch die.straft von dcrD.- St.-Rcgicrnng 100 Acres Land zu verlange» und sic zu bearbeiten, aber Mehrere vereint würden beides besitzen und wenn sic sich das erste, schwere Jahr mit den Utensilien, dem Inventar und der Arbeitskraft gegenseitig ansgcholfcn haben, so werden sie sich im zweiten Jahre das Aökhigc schon ans Eigenem verschalen, ihrerseits andere Acwnorkcr Lcidcnsgenoffen in Tagelohn nehmen können und auf diese Weise neue Kolonisten bcranbildcn, damit auch die Zahl und das unbeschreibliche Elend derjenigen, die Acrv-Bork für Amerika halten, fort und fort verinittdern. Man verdinge sich also zunächst als Tagelöhner auf Farmen oder snchc sich zu affociircn zu Ackcrbanzwcckcn. flächst der Strömung nach Amerika, kommt auch die nach Palästina wieder in Fluf; und eine neue Richtung ist der Nothwcndigkeit auszuwandern durch die unüberlegte, sicher verfehlte Agitation für Spanien gegeben worden. Diese Agitation ist vorläufig noch steril, allein sie könnte Wurzel faffen und weil auch rumänische Zeitungen die Aensterungen des Herrn I. Lopez Lapnya rcgisirircn, so must ich im Interesse meiner landsmämnschen Glaubensgenossen und auch zur Aufklärung für die anderen meine Meinung darüber darlcgen. Ich bin den Enunciationen des Herrn Lopez Lapuna in anderen Zeitungen aufmerksam gefolgt und habe die Uebcrzcngnng gewonnen, dast die Wanderung dahin für Israeliten nicht geeignet ist, weil, abgesehen davon, dast Spanien noch immer Spanien ist, die Art, wie dahin Einwanderer herbeigezogen werden sollen, mir durchaus abgeschmackt erscheint. Herr Lapuna mag ja sonst ein ganz edler. ideal gesinnter Mann sein, aber nach Allem, was ich von seinen Gedanken über die Immigration in sein Land gelesen habe, sicht die Sache reiz Egoismus im weiteren Sinne aus. Herr Lavuua har nämlich blos die Größe, die Erhöhung und dm Vortheil Spaniens im Auge und meint, dast die übrige Welt von Rechts wegen dazu beizmragm hat. Diejenigen aber, die wandern müssen, können nur ihren eigenen Vortheil suchen und cs ist die Pflicht israelitischer Zeilschrifrcn im Allgemeinen und jener n» Besonderen, die sich für die Einwanderung in Spanien in'S Zeug legen, dast sie sich in erster Reihe um die Zweckmäßigkeit derselben, sowie um den Vortheil derjenigen, deren Intcreffen sie verlrcten, sich bekümmern sollen. Die Krostmachts- und Wohlfahrtsgedankcn des Herrn Laprma für Spanien möge» sich daun von selbst, aus den neu sich bildenden Verhältnissen heraus entwickeln. Glicht anders aber kann man über seine Aeustcruugcn urthcilen, wenn man liest, dast die zur Ern- Wanderung norhwendigcn Vorbedingungen, in Kürze angegeben, sind: „äußere Eleganz (von Lapnna unterstrichen», gesellschaftliche Bildung, dervorragcnde Fachkcmrrm»»e, Bcherrschnng der »panischen Sprache, Kapital u. s. w.- „Ladcninhadc: sind nicht erwünscht, »veil dies in der Hauptsache Klcmkrämcr sind — aber uröglichst große Importeure, bczw. Vertreter ausländischer Erporthäustr können kommen." Weiter Leute, „die ein Kapital besitzen^ das groß genug ist, um eine Industrie oder einen Handelszweig zu ergreifen und mit Erfolg (!);n betreiben, oder ein Geschäft eine sintiilndnstric ober ein Handwerk auszuüben, welchcs^sie unabhängig zu ernähren geeignet ist u. f. w." Die Krone sitzt Herr Lapuya seinen „Vorbedingungenauf, indem er in einem seiner letzten Briese «vor: 2. März» „im Intcrene ihrer Glaubcnsbrüder, welches nach der Ueberzcugung des Madrider Komitt-s mir der Wohlfahrt Spaniens (freilich!» eng verknüpft ist, zur Unterstützung der Einwanderung von Israeliten in Spanien, die Indeuscdafr der ganzen Well" aufruft. Das heißt, daß nicht nur die cinwandern wollenden Israeliten mss ihren Kosten Spanien glücklich machen sollen, »ordern dast auch die ganz unbcrhciligtm Israeliten aller Welten au dem verdienstlichen Werke de: Wiedergeburt Spaniens und der Realisirung seine: seit Jahren erstrebten Großmachtsaspirationcn mnarbciten sollen. _

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