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Der Israelit · 1887-04-18 · Heft 30 (18.4.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 30 (18.4.1887)
Date
1887-04-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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534 mir wenige Anhaltspunkte vorhanden find. Bei den in den letzten Jahren zu Tage getretenen Bestrebungen das Dunkel zu lichten, welches über das Entstehen und die Existenz der israelitischen Bevölkerung in unserem Lande schwebt und bei der unabwcisbareu Rothwendigkcil dieses Ziel mit aller Energie zu verfolgen, um den böswilligen Ausstreuungen der Pseudo-Rumänen — ich meine damit die verschiedenen Nationalitäten, vornehmlich die Griechen, welche auf Grund ihrer christlichen und griechisch-orientalischen Religion sich auch ohne Naturalisationsurkunde als „Rumänen" gebehrdcn — entgegenzutreten, ist jeder Versuch nach der angegebenen Richtung hin mit Freude zu begrüßen. Tie von dem ehrwürdigen Herrn Kaßwan skizzirtcn Beschreibungen beweisen einerseits. baß Israel auch in Rumänien seine Mission des Forschen» und des Lehren» in seiner selbstlosen und unaufdringlichen Weise erfüllt hat. und daß dies schon vor:MO Jahren geschah. Letztere Thatsache aber ist ein weiterer Nachweis, daß. wenngleich auch neuere Einwandenmgeu stattgesundcn haben, die israelitische Bevölkerung Rumäniens wenigstens zu einem Tbeile jenes Alter des Bestehens jedenfalls besitzt. Daß die Einwanderung der Israeliten sogar von der rumänischen Spczialgcschichte, als schon vor -UM Jahren stattgcsunden, angegeben wird, habe ich Ihnen ein andermal gemeldet; auch daß derselben neuestcns der Eharaktcr als Kolonksirnng seiten» des römischen Imperators Trajan vindizirt wird. Tie weiteren Forschungen und Feststellungen auf das Nichtige wollen wir abwarten. Tic Feststellung des Alters aber hat ihre große Bedeutung, denn welche größere Bercchtigungstitcl könnte Jemand zu seinen Gunsten geltend machen, als den dcsEharakler» als Ureinwohner, den Grund der ..undenklichen Werten" und seiner Eigenschaft als Eingeborener? Diese Titel sind durch das Namrrccht und alle Gesetzgebungen sanklionirt. und lvenn sie so authentisch scstgcstcllt werden, daß ein Zweifel gar nicht mehr gestattet ist, so wird die herrschende Ration, die jetzigen Rumänen, vielleicht ein Einsehen haben und ihren uralten Kompatrioren, die Berechtigungen auch formell geben, die ihnen, angenommen, -als Rachkoinmen von Mitkolonistcn natürlich znstehen. Jedenfalls werden sie in ihren bisherigen Unterschieden zwischen „fremd" und „national" den gerechteren machen müssen, zwischen allcingcborcnen Israeliten und vor nur etwa 100 Jahren mit de» ihnen von der Türkei aufgezwungenen Fürsten cingcwandcnen Griechen. Vielleicht sind Ihnen einige Auszüge aus der Eingangs erwähnten Arbeit genebm. Herr Rabbiner Kaßwan beginnt mit Rabbi Salomo Arwi in Jassy. Diese hochgelehrte Rabbi und Arzt, auch Arwi genannt, war in Thrman (Arabien) geboren. Er kam nach Jaffy — damals Haupt- und Residenzstadt eines moldauisch«! Fürsten — um'S Jahr 3::43 oder 15S« d. g. Z.-A. Er verblieb in Jaffy vierzig Jahre in der Eigenschaft als Rabbiner und hinterlicß mehrere kabbalistische Schriften. Rabbi Arwi war der Lehrer des Philosophen und Arztes Rabbi Joseph Salomo Lei Medigo, welcher in der literarischen Welt unter dem Namen „Iaschar (-sr) ans Lkandia" bekannt ist. Inr Alter von achtzig Jahren (53Si>—1629) verließ R. Arwi Rmnänien (die Moldau) uud begab sich nach Palästina, wo er seine Tage beschloß. (Vgl. Vorwort zu Elim und T'schuwa Mcahawey. — Es folgt R. Joseph Salomo del Medigo, der .'standrot. in Jaffy. Tiefer große Kabbalist sprach alle europäischen, wie seine Muttersprache und har eine bedeutende Anzahl Werke geschrieben: öder Bibel, Talmud, .Kabbala, Algebra, Geometrie» Naturwissenschaften, Politik, Theologie, Logik uud Medizin. Von allen aber sind nur vorhanden: Elim, Mazrew l'Ehochma, Gawlirh-Ehochma, Seser Joseph und Koach Ha-Schem. (Vgl. Schem Ka- G'üolim, Marechcth Scphorim Lit. d. er SÄ. Geboren in .Kandia im Jahre 537.1—1501 und nachdem er im Orient alle Wiffcnschaftea studirte, begab er sich nach den westlichen Ländern, um seine.Kenntnisse zu bereichern. Seine Absicht war nach Polen zu gehen, aber durch Rumänien kommend, nahm er in Iayu Aufcurhalt uud „lernte" bei dem von ihm hochverehrten R. Sa!. Arwi. Zu derselben Zerr, in welcher sein Lehrer nach Palästina zog. ging auch er aus Rumänien fort, um der Reihe nach in Hamburg. Amsterdam und zuletzt in Prag al» Rabbiner zu fungiren, in welch' letzterer Stadt er 5417—1657 im Alter von (»G Jahren starb. (Heber sein Leben vgl. Elinr, Zemach David und T'schuwa Meh Ahawar. — R. Nathan Rata Hanover, der Kabbalist, Soda des R. Moscheh Hanover lebte in Forschani. wo er auch starb. Von chm besitzen wir das Werk „Schaare Zion", welches in einem sehr eleganten Stil und im reinsten Hebräisch geschrieben ist. Tie einzelnen Kapitel dieser Schrift werden von den Froutuicn täglich während des Gebetes bergcsagr. Das Gcburrs- und das Sterbejahr sind nicht genau bekannt, man weiß jedoch, daß er der Schüler des ausgezeichneten R. Ehaim Vital war, der ums Jahr 5303—17.43 geboren war. Er hat also kur; nach jener Zeit gelebt. (Vgl. Schcm ba-G'dolim, Maarechet Sephariur Lit. n 21). — R. Israel Baal-Schem tob iu Piatra, auch kurz „derBaal-

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