Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-04-18 · Heft 30 (18.4.1887) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 30 (18.4.1887)
Date
1887-04-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449727--26278-2516091
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXVJIL Jahrgang. Erste Beilage zu!lr. 80 des Israelit. Zeitungsnachrichten nnd (Korrespondenzen. Frankreich. Berlin, 2. April. Heute Vormittag fand in >•: Aula der städtischen 63. Schule in der GipSnaße die öffentliche Prüfung dee Rcligionsichulc der israelitischen Gemeinde Adaß-Fisroel s'2N. Diese RcligionSschule ist bekanntlich das Äuüerinstitut der jungen Gemeinde, und eines wie romcfflichen Rufes sich die Anstalt in weitesten kreisen erfreut, bezeugt die Thalsache, daß über 2öö der Gemeinde nicht angehörenden Eltern ihre Binder :« jene Anstalt zur religiösen Ausbildung schicken. Tic Frequenz der Schule, welche schon seil Fahren die mcistdesuchtc RcligionSschule Berlins ist, hat sich euch in diesem Fahre gesteigert, so das; die Fahl der Schüler und Schülerinnen in; letzten Jahre wen über 400 betrug, und die unteren Knabenklaffen, welche von je 60—uo Schülern frequentier waren, wie wir hören, im nächsten Halbjahr m zwei Abteilungen getrennt werden sollen. Durch den Abgang zweier Lehrer (des Herrn Härter nach Wöllstein, nnd Dr. Monel nach Homburg) trat eine Vacanz cm, die durch zwei neue, akademisch gebildete und pädagogisch geschulte 5t röste besetzt wurde, so daß nunmehr das Lctzrcrcollegium wieder aus 10 Mitg'.iedlrn besteht, acht Herren und zwei im königlichen Seminar auSgedildcten Lehrerinnen. Tie heutige Prüfung, welche ein getreues Spiegelbild oer Leistungen der Anstalt ini verflossenen Fahre dor, nahm einen noch jeder Richtung hin glänzenden Verlauf. Die Prüfung begann mit den oberen stnederrklasseri in den Sprüchen Salomonis, biblischer Geschichte und Pentateuch, ihnen folgten die unteren Abthcilungcn in Gebete, Lesen und ReligionSlchrc und diesen schloffen sich die Mädchcnklaffeu an. Hatten schon die Resultate dcS ersten Theilcs der Prüfung allen berechtigten Anforderungen voller genügt, so erregten freudiges Staunen und leddancn Beifall die glänzenden Ererciticn, welche die sauren Fräulein Facobfohn und Freudentdal mit den unteren Abtheilungcn vorführten und die enternd präcifen Antworten, welche die.kleinen und "lciusten der »naben und Mädchen auf die Hungerte von strenglogifch entwickelter Fragen etwa */4 «lunbcn lang zu geben wußten. Ta war kein kalendawcher Gedenktag, dessen Bedeutung sie nicht kannten, kein biblischer Name, über den sie nicht volle Rechenschaft geben konnten. Ten Schluß der Prüfung bildeten die obersten Mädchenklaffen, welche in der Geschichte der jüdischen Mönige und in einem sprühenden Frage- und Antwortspiel über die Psalmen reichlich Gelegenheit fanden, zu zeigen, daß der crtheilte Unterricht nicht umsonst gewesen. An die' Prüfung schloß sich der Vortrag einer Reihe reizvoller Gedichte aus der Vergangenheit unseres Volkes. Anknüpfend an die Schlußworte eines der Gedichte: „Tie beut' in Thräneu edlen Sauren streuen. — Zur Zeit der Ernte werden sie sich freuen", verglich der Direktor, Herr Rabbiner Tr. H i l d eSh ei m e r, in seiner Schlußrede die drei Grundpfeiler einer Schule, Aufmerksamkeit. Betragen und Fleiß, mit den drei Säulen der sittlichen Wcltordnung: Lehre, Gottesdienst und Wohlthätigkeit, berührte die Verhältnisse. unter denen die Anstalt ins Leben getreten nnd schloß mit der Hoffnung, daß der Tag der Garbeureife nicht fern sei, und die Thränensaat herrlich erblühen werde, wenn die Zöglinge die Mcime, die sie hier empfangen, einst in den Boden ihres Lebens senken würden. Tiefbewegt verließen wir die Feier, und der eine, heiße Wunsch durchglührc unser Fnnercs: „0, mögen solcher Religionsschulen doch viele sein in Israel!" Bl. Berlin, 5. April. Tcr gewesene Jude, der ehemalige Lederhändcr, der vergangene Talmudist, der verflossene Missionsprediger Dr. jnris Philadelphias (!) Simon Man. ist unter die Sch ankwirthc gegangen. Er steht feit dem 1. April dem Restaurant „Mönigshof" am Dennewitzplatz als Geschäftsführer vor. Ter bisherige Inhaber des Restaurants hat den Betrieb aus Mangel an Mitteln aofgegeben, und die Gläubiger lassen nunmehr durch May daS Etablissement beaufsichtigen. Rumänien. Dr. Bukarest, ::i. März. Ter Herr Rabbiner Adner Maßwan hat sich vor längerer Zeit der Mühe unterzogen, in einer Spezialarbeil eine Zusammenstellung von kurzen Angaben zu machen über Rabbiner, die seit den ältesten Zeiten in Ramänicn arnnrl haben. Tiefe Zusammenstellung ist sehr interessant nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auch ganz besonders als Beitrag zur Geschichte der rumänischen FSraelitea, über welche bis jetzt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.