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Der Israelit · 1887-04-18 · Heft 30 (18.4.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 30 (18.4.1887)
Date
1887-04-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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5'JO Zertnngsnachrichteu und Corrcspondenzcn. Deutschland. Drcslan, 8. April. Rachdcin die Herren Rabbiner Tr. Z n ck e r in a u d e 1, Tr. (8 u t t m a n n und der svälcr berufene Tr. N o s c n rhal aus Bculljnt als Eandidatcn für den Breslauer R abbiua ts f i ö gesprochen haben, sind nunmehr noch die .Herren Rabbiner Tr. Lr ohn in Inowraclaw und Tr. Baneth in >kroloschin zur Probepredigt ans die crsicn Ladbare nach PeßaÄ berufen morden. Tic meiste Aussicht auf das Rabbinat hatte Herr Rabbiner Tr. Auerbach in Halbersiadr, der sich zwar -u einer Predig: bereit erklärte, jedoch, nachdem von ihm Zeugniqe und ein murj.mlum vitae gefordert wurden, in gerechter Entrüstung telegraphisch seine Bewerbung zurückzog. Oestcrr.-Ungar. Monarchie. Wie», 8. April. Biele Leser des „Israelit" werden sich noch eines gewissen Tr. M orgc» ft c r u erinnern, welcher lange vor der antisemitischen Bewegung in politischen Zeitschriften giftgcschwolkcne Arittcl gegen denTalmud veröffentlichte. Durch eine Broschüre, in ivclcher er den jnd. Eid zu verdächtigen suchte, wurde Herr Hoiprediger Stöcker aus ihn aufmerksam gemacht und lieft sich von ihni Material zu seinen Anglisten auf das Iudcnthnm liefern. Rachdcm dieHochflurh des Antisemitismus sich in Berlin verlaufen haue, fand Herr Tr. Morgenstern daselbst keine Nahrung mchr und begab sich nach 2iMc;i. In der Rächt ^om 4. auf den .». April sprang er von der Aspern-Brücke in den Tonaukanol, wo er seinen Tod fand. Am andern Tage wurde die Leiche aufgcfuudcn. In einem in seiner 2!tafyHnu<t vorgcfnrrdcncn Briefe bel ichtete der Selbstmörder, dass er. um nicht zu verhungern, seinem Leben ein Ende machen wolle. Tr. Jakob Morgenstern war in Wittenz in Ungarn geboren und zählte öö Jahre. Ohne sich taufen zu lauen, gefiel er sich dann, gegen Inden und Indcnthnnl und namentlich gegen den Talmud, öffentlich aufzulrctcn. Er bat seine traurigen Berinnngcn schwer gebüßt. (tzrosr-Tapolcsan. Herr Rabbiner Prager aus Preftbirrg wurde einstimmig zum der hiesig er, orrhodorcn Gemeinde crrvähll. Italien. Rom, 6. April, llrtrcr öctr vom >ilrcgsulknisicr nach Äasfauah (Abeffynien). zur Bcrstärkung der dortigen italienischen Garnison abgcschrcktcu Tnivpcu befinde» sich auch drei Inden ans Romr Marc? E astelannovo,Giacobbi Sovnino undE-eccbia Astrolago. — Ter kürzlich in Mailand venie:- bene David Ottolengin tcstine dem dortigen Oberrabbiner Ariam 2(H)0 Lire und der jüdischer Gemeinde daselbst zum Bau eines Gotteshauses den Rest seines Berruögcns. das auf circa Lire geschützt wird, a rcr; r*se rrir* *7. In Allessandria. Mondovi. Livoruo und ng-i. vielen anderen Gemeinden Italiens fanden 2-22-; (Traucraudachlcn) für den kürzlich verstorbenen Odcrrabbincr von >iorfu, Josef Emannel Leon stau, der ein Sohn unserer Halbinsel (er ward 182:: 31: Ioffano geboren) war. ri-, Rom, 17. April. lTelegramm., Viukönigliches Teeret ernennt unfern Enltrrsvorstehcr Samuel Ala tri zum Ofsicicr des italienischen Äronenordcns. A m e r i k a. Rew-Aork. Ter berühmte amcrikanücvc Geistliche H.'W. Bcccher hat kurz vor seinem Tod einen bemerkenswertsten Brief geschrieben, in welchen: er, und zwar mit bestem Erfolg, Strauß, einen israelitischen Mitbürger zum Gesandten in Ltomlai-- tinopel empfahl. Derselbe lauter in Ucbersckung: »Brooklyn, R. A. 12. Februar 1887. An Grooer Elcvcland. Lieber Herr Präsident k Einige unserer besten Bürger wünschen sehr die Ernennung von Oscar Strauft zum Gesandten in der Türkei. Es wird allgemein zugcstandcn, daß er sich seinen persönlichen Eigenschaften nach, wie durch seine Bildung vortrefflich dazu eignet. Aber mich imcrcfnrr eine andere Eigenschaft — die, daß er Hebräer in. Tas bittere Lorunheil, welches in vielen Theilcrr Europas gegen die Juden herrscht, sollte in Amerila keinerlei Duldung erfahren. Und weil er Jude ist. befürworte ich seine Ernennung als eine passende Anerkennung dieses merkwürdigen Volkes, welches beginnt, in so hohem Maße zur Wohlfahrt Amcrika's bcrzutragcn, und denen Verstand, SittUchken und große Freigebigkeit bei allen össeurlichen Maßnahmen für die Wohlfahrt der Gesellschaft eure derartige Anerkennung verdient und sic aus den Händen unserer Regierung in irgend einer Weise empfangen sollte. Ist cs nicht auch eine Pflicht irr dieser stillen, aber wirksamen Weife dcnGeninsdcs amerikarrischen SlaarswcfcnS darzuthun, welche unter feine liebreiche Obhut die Söhne und TöLur aller zivilisirteu kliarionen nimmt nnd sie alle obnc Rücksicht ans bürgerliche, religiöse und irlapc»- E-igcnthümlrchkcircn als gleichberechtigte Bürger de-

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