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Der Israelit · 1887-04-18 · Heft 30 (18.4.1887) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 30 (18.4.1887)
Date
1887-04-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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iianfcili'- Wir schicken Dänen nach Dänemark, Tcnnchc nach Deutschland: wir verwerfen Ricman- >cu. wer! er ein Franzose isi. Warnur sollten wir ::i*i dies glänzende Icugniß für.den Genius unseres Lc-lkeS dadurch krönen, dar. wir einen Juden nach rer Türkei sendend DieUnwinenüerr und dcrSlber- -lantc des mittclalterltchen Europas mögen für das i^rnrilKii jener dunklen ^cir die (Erklärung geben. •Jlbii iuit ein oyrifi unserer Lage sich von einem Inden adwcndcnjkann. ist mir unverständlich. Da- Ehrksicn- :duni in vom Judaismus gesäugt, es wurzelt im allen Testament. Wir sind in Blüthc und Frucht äclchosicnc Inden. Das Ehrisicnlhrrm ist die Fortcntwicklung des Iudcnthnms. und es würde sonderbar sein, wenn die Frucht sich gegen den Stamm r.niiifH wollte, auf dem sie gewachsen ist. Ihr crs deiiüer Henry Ward Brecher. P a l ä ü i n a. Jerusalem, 22. März. Deute zwischen N :::;b 12 llhr L^orrnittags haben die Vorsteher der rrursch-Israclitischen Gemeinde, die Herren Selig >>au sd orss und Abraham Sachs in Begleitung u-clirercr Mitglieder derselben Gemeinde dem dcnr- 'chen Konsul, Herrn von T ischcndorf, im Eoniula-shanse ciiicji Besuch abaesiaNct, um ihm urid ’ Beamten z::m in». Gel nrtstagsscsie Sr. Ä-ajesrül des deutschen Kaisers zu gratriliren. Der '-ousiil empfing dieselben sehr freundlich und mucr- :iell 'ich eine kurze -Zeit milden Vorstehern. Derselbe -.uiia-uldigte sich, das; er sein Besprechen, das ^urich-isracl. Hospital —z’'r:r.-r?2 — zu besuchen. habe, auch bemerkte er. dasi ihm eine (5in- '-driug zum 'Besuche der Synagoge, 'während der "'.ulerrcrrichnmg für die kaiserliche Familie angc- -ibur seit, wird. Aach diesem Besuche isi folgende Depesche nach abgcgangcn: »'taijer Wilhelm. ' Berlin. ,.Imn :»<». GcburtStagsfcsi Euerer kaiserlichen Aasenär grakuliren wir und flehen in der heiligen ciadl Jerusalem für ÄUerhöchsiderselbcu Erhaltung Wähle des Deutschen Reichs. - Tcutsch-Is- --Attische Gemeinde." Feuilleton. Die ConvertiLin. - Friedrich Rott. (Fortsetzung.) »Freche Kreatur!- litf die Gräfin, »Du, Du f«, meine Befehle kririnrcn zu wollen! — Undankbares Geschöpf! Schlaitge, die ich an ülemeul Bnsen genährt! — Das isi der Dank für alle die iriebe und Güte, die ich Dir feit Deiner früheste» Kindheit erwiese»V" »Min. (wellen',. ich bin nicht undankbar," cnlgcgncle das junge Mädchen mit bebender Stimme, doch voll und fest der Hocherzürnren in das zornfunkelnde Auge blickend, »ich bin nicht undankbar — überglücklich würde ich mich schätzen, wenn eS mir je vergönnt wäre, zu vergelten, was Exccllenz arr mir gerhan." „Und dennoch weigerst Du Dich —" „Weil ich nlirsi. Mein Leben würde ich freudig opfern, könnte ich die mir erwiesenen Wohlthaten dadurch vergelten — meine Gewisscnsruhe darf ich nicht opfern." Je ruhiger Marina gesprochen hatte, desto heftiger ward die Gräfin. „Freches, thörichrcs Kind! Tu fassest nicht die Tragweite meiner tief durchdachten Befehle und wagst an ihnen zu niäkcln? Bon einem Bertranensmißbrauch wagü Du zu sprechen, und bergincsi, daß Du das in Dich gesetzte Bcrträucn der Eltern nicht glänzender zu rechtfertigen vcrniagst, als indem Tu dicKinder oer ewigen Berdaminnis; entreißest." Marina preßte die Hand an die Stirn, indem sie abwchrcp.d das Haupt schüttelte. »Ich kann nicht, Ercclleuz — ich kann dain mich gesetzte Lierlraucu nicht täuschen." »Unvernünftiges Geschöpf! Du sagst, Tn könnest das in Dich gesetzte Berlranen nicht täuschen, und doch täuschest Du das Bertranen, das ich. Deine Pathe, Deine Wohltäterin in Dich gesetzt, brichst Leichtsinnigen Herzens das Gelübde, das Tn in meine Hand gelodt." »Es ihut mir unaussprechlich weh, Er—" »Schweig!" herrschte die Gräfin sie au, »und vernimm rncin letztes Wort. Entweder Tu thust, wie ich Dir gcbolcrl und wie Tu mir gelobt, oder Du kehrst sofort zurück in das Kloster und ninnust den Schleier." »Ric!" schrie Marina voll Entsetzen, »lieber den Dolch durch die Brust als lebendig begraben!" »Unerhörte Renitenz! — Das ist Dein Dank?" »Man sagt, Ercclleuz hätten mein Leben erhalten." siaunnelte das junge Mädchen nach Fassung ringend, »dafür schulde ich Dank — doch sollte ich das. Leben im Kloster verbringen, so wäre es des Dankes nicht werch." »So befolge meinen Befehl!" »Um keinen Preis! — eher würde ich mich noch in's Kloster sperren lassen — aber auch das nicht!" —

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