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Der Israelit · 1887-04-07 · Heft 28-29 (7.4.1887) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 28-29 (7.4.1887)
Date
1887-04-07
Page
– (sequence 19)
Language
German
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fl; r: bcn ganzen Tag mit msn und m-xi zubrachte, j|; er dann spät Abends sich wenige Stunden der |;j< fitibc gönnte. Er erreichte daher ein hohes Alter, r:i cs unsere Weisen den c?nyc\ crcrs als Lohn | Büchern. Seine o-xsi res min mögen vor ihm I i ücdcn und sür ihn Gutes wirken.! , .i~dw '~i ip-ns r:s*> -P7N I i Joses Baumgartcn. | England. 1 London, 3. April. Heute wurde Tr. Ga ft er j -iicrlid) installier. Ter Gottesdienst saud in der Ironugiesischen Synagoge um 4 Uhr Nachmittags statt. Türkei. Äorrstantinope!, 28. März. In dem großen ifafifdicii Reiche, trotzdem in demselben, wenn man I Me süd-arabische Provinz El-Z)cmcn dazu rechnet, ] niciir als eine Million Juden, die den vcrschie-; kennen Nationalitäten und Riten angchörcn, leben, | ü.'-del sich doch nur eine einzige Gemeinde der 5t a-!! : Liren vor, die hier in lionftantinopel ihren 1 | Bi? hat und jetzt ungcsähr N2 Familien zählt. j?as Alter dieser .(karaitcngcmcinde ist unbekannt, J da ne selbst keine daraus irgendwie bezügliche j Läniststückc besitzt: man geht jedoch nicht irre, Z wenn man annimmt, das; bald nach dem ersten | streuzzngc (1099) die ersten ftßraitcn hier ausgc- | raucht sein muffen, da damals viele und angesehene t jüdische Familien aus dem nördlichen Mcsopota- | 'men, bis wohin die .(trcuzsahrcr vorgcdrungen sind i — wurde doch in Edcffa, dem heutigen llr-Sah \ t»s) ein christliches 5königrcich errichtet — i Lusgcwandcrt sind und sich au den ölüsten des; Lchwarzcn Meeres angcsicdclt haben, um vor die- >- 'cn raub- und mordlistigen Horden, Ruhe zu erlangen. \ , Damals sind walincheinlich auch viele karai- ' ti'che Familien aus Mesopotamien, das bekanntlich ' die Wiege des Karamsmns war, ausgewandcrt, um an das Schwarze Meer zu gelangen, und kamen -j üc dann auch hierher nach Xronstantinovel, das da- - wals die Hauptstadt des byzantinischen.Kaiserreiches -j war. Unter Konstantin IX., dem letzten byzan- ' 'iniichen Kaiser, hauen die tiaraiten ihre Wohi «r.ngcn hier im Stadtviertel Galata. nahe der \ drücke, die dieses Viertel mit der eigentlichen Stadt i .^onstaminopel, jetzt Stambul genannt, verbindet. i "ljedoch bald daraus die Türken >ionstantinopcl; krodenen, mußten die .(iaraucn ihre bisherigen - Onartierc räumen und übcrsicdeltcn sic dann nach - Stadtviertel Haskoi, wo sie noch heute wohnen - urrd auch ihre Synagoge haben. Tie Ursache, j warum man die ÄaraHen damals zwang, ihr bisheriges Viertel mit einem andern zu.vertauschen, ist nicht bekannt, doch dürfte es wahrscheinlich die gewesen sein, daß man nun sür die hunderttausend und noch mehr Türken, die sich damals hier an» siedelten, im Innern der Stadt und in deren nächster Umgegend, Play gewinnen wollte, und so veranlaßte man die Üaralten, die ohnedies von den Türken verdächtigt wurden, daß sie es im Geheimen mit den Griechen hielten, ihre Häuser in Galata zu räumen und sich in einem entfernter gelegene» Viertel anzusicdcln. Es scheint sogar, daß die türkische Regierung damals den Kararten eine beträchtliche Geldcntschädigung für die Räumung ihrer Onaniere in Galata .zugesagt habe, denn dieselben erhalten noch heute jährlich aus dem kaiserlichen Schaye zwei türkische Livres (40 Mark) unter dem Titel „Micthzins" ausbezahlt. Später kamen dann auch aus Rußland, zumal aus der .(trimm, und dann aus Polen Kanüten hichcr, die sich nun mit ihren hier schon lebenden Brüdern, trotzdem sie sich von denselben durch ihre Sprache, ihre Tracht und ihre Lebensweise unterschieden, zu einer Gemeinde vereinigten und sich auch in deren Mitte ansicdelten. Heute gibt es hier mehr weder russische, noch polnische, sondern blos türkische Uara'itcn, da dieselben sich mit Ausnahme derjenigen, die sich schon europäisch kleiden, durchgängig wie die Türken führe» und sich auch des Türkischen als Umgangssprache, sogar in der Synagoge bedienen. Indessen wird auch, noch das Altgricchksche fleißig von ihnen gebraucht, wie nicht minder das Spaniölische , das bekanntlich noch vor einem halben Jahrhundert, bevor noch die Juden hier aus den Rath des nun verewigten Sir Moses Monlesiore und seines evei? c*n Reisebegleiters IJr. Löwe in London, begonnen hatten, sich zu nationalisiren und das Türkische zu erlernen, die ausschließliche Umgangssprache, im hiesigen Indeuviertcl war. Obgleich nun die Karmten hier ihren eigenen Rabbiner oder Ehacham haben, der auch Trauungen und Ehescheidungen varnimmt, so stehen sie doch in onieicllen Angelegenheiten unter dem Ehacham Baschi (Großrabbiner) des türkischen Reiches, da die türkische Regierung nur diesen allein als das geistliche Oberhaupt der in ihrem Reiche lebenden Juden anerkennt. Sic müssen daher alle chre Streitsachen vor das hiesige Bcth-Din bringen, gegen dessen Schiedsspruch sie nur noch an die Hohe Porte appclliren können. Die Zeiten und mit ihnen auch die Gesinnungen sind Gott sei Tank auch bei uns schon milder geworden und von dem tödtlichen Haffe,

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