Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 28-29 (7.4.1887)
- Date
- 1887-04-07
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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514 treffe, weil es keinen Unterschied im Begräbniß ob arm, ob reich, gebe, somit auch Hoch wie Niedrig ganz gleiche Kosten zahlen münc. Eine Aenderung des Tarifs zu Künsten der minderbcgüterten Gemeindemilglicder, werde weniger Ausfälle und Rcclamationcn hcrbeiführen. Ter Repräsentant Löwenberg constatirte. dag der Aermste wenn irgend möglich willig Beerdigungskosten für seine Verstorbenen zahle, und oft Lachen aus diesen Kreisen versetzt werden, um das Begräbnis zahlen zu können, damit der Entschlafene nicht als „Armer" zu Grabe gebracht werde: doch hinterher drücken diese entstandenen 5t osten die Hinterbliebenen noch mehr, und sie wenden sich an die Jüdische Armen-Eommtssion und bitten diese dann unter gcwiffcnhafter Vorlegung obiger Tharfachen um Unterstützung d. h. möglichst Rückgewädrung der von ihnen gezahlten Beerdigungskosten. Tie Repräsentanten beschlossen einstimmig den Vorstand der Jüdische» Gemeinde zu ersuchen, die Beerdigungsanstalt veranlassen zu wollen, erwähnten Tarif herabznsevcn. Bezüglich der Einführung des in der Reuen Synagoge üblichen Kaisergcbetes, für die Synagoge in der Kaiserstraße, konnten sich die Repräsentanten wiederum nicht verständigen. Tas in der Kaiserstraßc Synagoge übliche Kaiscrgcbct vom verstorbenen Rabbiner Tr. Lachs, ist'ein so zu Herzen gehendes, daß sich die Repräsentanten, die die dortige Synagoge, ebenso wie die Alt-Synagoge besuche», mit Macht dagegen, im Namen der gedachten Synagogen sträuben, em anderes, als das ihnen lieb geworbene Geber, einzuführen. — Frankfurt a. M. Tie israelitische R e l ig ion s sch u l e, die mit dem neuen Semester iu das neunte Jahr ihres Bestehens eintritt, wurde im verflossenen Satire von mehr als zweihundert Schülern und Schülerinnen besucht. Es ist dies einerseits eine erfreuliche Thatiache, daß von den Schülern, die die städtischen Schulen besuchen, eine Anzahl von mehr als zweihundert gediegenen hebräischen Unterricht im Sinne des streng traditionellen Judenthums geniest. Wenn man anderseits aber in Erwägung zieht, das; auster den nahezu achtzehnhundert K indem., die die jüdischen Schulen besuchen, wovon auf die verschiedenen im streng religiösen Sinne geleiteten, etwa neunhundert kommen, noch über fünfzehnhundert in die städtischen oder in andere nichtjüdische Schule gehen, die wohl thcilweise Religionsunterricht erhalten, im Hebräischen aber größtentheils gar nicht unterrichtet werden, so muß inan die betrübende Thalsache erkennen, daß auch in unserer Stadt, in der das traditionelle Zudenthnm so tiefe Wurzeln geschlagen, noch viele unserer Glaubensgenossen dem Iudemhume und der Pflicht, die Kinder für dasselbe zu erziehen, indifferent gegenüberstehen. — Wie der von der Verwaltung der Rcligionsschule herausgegcbcne BcriLl hervorhebt, stehen die Pforten dieser Anstalt jedem gesitteten israelitischen Kinde, ohne Unterschied der Bermögcnsvcrhältniffe, offen: die Zahlung eines Schulgeldes ist dem freien Willen der Eltem überlassen, und wenn darum der schöne Gmndsatz?: •rc-i 'jv* ytzr, hier seine volle Anwendung sinder, ist der Wunsch gewiß berechtigt, daß die SLule. wie sie ibre Lebensfähigkeit dokumentirr und ihren kuncrn Ausbau vollendet hat, auch sich immer mehr ausdchneu und weircrblühcn möge. Im Lause des kommenden Schuljahres wird die Schule ihr eigenes Gebäude, ein prachtvolles neues Schulhaus, in dem sich auch eine Synagoge mit hundert Plätzen befinden wird, und das bereits seiner Vollendung entgegcngcht, beziehen. Ocstcrr.-Ungar. Monarchie. Mattersdorf. Heute will ich einen Nachruf eiuem Manne widmen, der cs verdient und würdig ist, in Ihren geschätzten Blättern cnvähnt zu werden. In dem Srtc und in der Gegend, wo er lebte, war er eine überaus seltene Erscheinung: mau kann vielleicht vorr ihm sagen irr.22 er rr;n j£, daß er dort seinesgleichen nicht zurücklicß. Tiefer Mann .-■n-,'2' n~T2 .rr^rs ep; er« -e-n ~rs ~n rsr ~yrr -.7-2'ex rrs c*er p-nr lebte iu Holleschau in Mähren, in der durch den 7r berühmten Gemeinde. Er besuchte in seiner Jugend die nrr in Eisenstadt (Ungarn) unter - -2 ce-rsen -xrt e-n S* »7 0772 -re und als dann fein Lehrer von Ei senstadr nach BonyhLd (Ungarn) übcrsicdelte, befand er sich schon unter den vornehmsten und angesehensten 2-re7p, denen cs gestattet war, ihren Lehrer in die neue Gcnrcinde zu begleiten. Als er später naär Hause kam, gab ihin ein reicher, angesehener Mann seine Tochter. Auch als Geschäftsmann widmete er sich fleißig dem Tborastudium, und schon als junger Mann gehörte er zu de» größten crcen ttt der Gemeinde. . Als später sein Geschäft zu Grunde ging, nahm er die Stelle im rr7r.-i rv2 in Holleschau an. Es ist dies ein berühmtes 7'arc, wo immer rrrru fungirren und von wo auch pen r.7 bst m: rerr rv~2 Verfasser des narr 2-2 zürn Rabbiner nach Slraßnitz in Mähren berufen wurde. Im Bcrh Hamidrasch oblag er der rmn Tag und Rächt. 7.7X.7 7.-2 rrr x7, er wich nicht aus den: ptp rr 7.-. X. Er war ein 2-!pa7 irrra, schon uw 2 oder 3 Uhr Morgens ging er in das vene. wo ü *