Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 28-29 (7.4.1887)
- Date
- 1887-04-07
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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I m XXYHL Jahrgang. Mette Beilage m Kr. 28 Sc 29 i>es Israelit. Zcituogsuachrichteu uud Corrcspoudeiizcu. Deutschland. Bayreuth, im März. Den in der zweiten L'cilage zu Nr. 18 angcregrcn Gedanken, die Unterbringung von armen, israelitischen Geisteskranken betreffend, begrüße ich mit großer Freude, weil ich selbst häufig troy meines weitgehenden Eutgegenkonuncns in der Lage war, Aufnahmgcsuche mit Nöckficht auf die Vermögcusverhältnige der Gesuchstcllcr, bczw. ihrer Angehörigen, abzulehnen. Ich erkläre mich hiermit ausdrücklich bereit, in solchen Fällen, in welchen unbemittelte, geisteskranke t>;!aubcnSgcnosicn auf Veranlassung von Vereinen, Gemeinden oder anderen Eorporationen :c. bei mir mnergebracht werden sollen, meine Penfionarpreise noch wesentlich zu ermäßigen; freilich würde ich mir Vorbehalten minien, in jedem einzelnen Falle die einschlägigen Verhältnisse einer Würdigung zu unterziehen. Meine Anstalt wurde im heurigen Jahre wieder erweitert; durch den Neubau wurde insbesondere ermöglicht, die Patienten nach Geschlechtern vollständig zu trennen. Lämmtlichc Patienten nehmen, so viel als nur irgendwie möglich, am Familienleben in meinem Wohuhause Theil: insbesondere die weiblichen Patienten stehen in fortwährendem Verkehre mit meiner jvrau und der Frau meines Lohnes, welch' Lenerer feit mehreren Jahren gemeinschaftlich mit mir die Anstalt leitet. Ich kann mit Rücksicht aus die thatsächlichcn Verhältnisse, wie sic seit vielen Jahren in meiner Anstalt bestehen, mit gutem Gewissen versichern, daß von jeher mein und der Meinen Augenmerk um aller Entschiedenheit darauf gerichtet war, daS traurige Loos der armen Geisteskranken möglichst Zu mildern! , Mit ausgezeichneter Hochachtung I)r. L. Würzburger, Tirigcnt der Heil- und Pflcgcanstalt für gemüths- und nervenkranke Israeliten in Bayreuth. W. Berlin. Eine hochherzige Schenkung haben Herr M o r i y M a n n h c i m c r und Gattin, der von ihnen in das Leben genlfcne, vor dem Lchönhäuferthore hierseldst gelegenen AltervcrforgungS- Anstalt der hiesigen Jüdischen Gemeinde durch das Anerbieten gemacht, ihrer Lchöpfung eine neue hinzuzusügcn, indem sic der erwähnten Anstalt auf ihre Kosten einen Anbau, behufs Vergrößerung derselben hinzusügen. Ter Anbau ist auf 14 Meter Ltraßcnfronl berechnet und wird sich an der Lüdseite pcrschafl ist, ihren verbindlichen Tank aus, und nahm das Geschenk Namens der Gemeinde dankend an. An die Armcn-Eommission der Jüdischen Gemeinde wandten sich irn abgelaufenen Jahre 2278 Personen um Urnerstüvung, etwa 200 Personen mehr wie 1885, und gegen 1*83 schon etwa 600 Personen mehr. Von den Bittenden erhielten 228 laufende Utttcnlüyungen von 6—30 Mark monatlich. Für Exlra-Unler'stükungen in Höhe von 6—450 Mark wurden 34,000 Mark verausgabt. Unter den Hilfesuchenden waren, eine seltene Erscheinung bisher in jüdischen Kreisen, 140 chcverlasscne Frauen, und 839 Personen im Alter von 30—50 Jahren. Aus den „Fonds für verschämte Arme" wurden über 20,000 Mark an Unterstützungen gewährt. 96 Personen wurden Rciseminel zur Beförderung in ihre rcsp. Hcimathcn bewilligt: und 1057 jüdischen Haushaltungen wurden zur Pcßachzcit 20,000 Pfund Mazzoih bewilligt. An namhaften Geschenken gingen der Jüdischen Armen-Eommission von 44 Wohlthätcrn im Jahre 1886, über 33,000 Mark zu. — Tie Beerdigungsanstalt der Indischen Gemeinde hatte 1j>86 an Begräbnissen auf dem Kirchhof zu Weißcnsce 979. auf dem Kirchhof Lchonhäuser-Allce 107 zu vollziehen. Unter den Beerdigten waren 16 Selbstmörder, 4 Verunglückte, und 4 Urnen von Aschcuresten Verbrannter zu Gotha, wurden auf den Kirchhöfen, aus Wunsch der Hinterbliebenen beigefest (Ü). Gratis mußten 257 Leichen allein im Jahre 1886 beerdigt werden, was der Iüd. Gemeinde etwa 27,600 Mark kostete, außerdem mußte die Gemeinde 4900 Mark Beerdigungskosten aus HumauitätSrücksichten ebenfalls Niederschlagen. Ter Repräsentant Heitmann stellte den Antrag, daß die Beerdigungsanstalt der Jüdischen Gemeinde den Tarif für die Beerdigungen, der höher sei wie^ bei anderen Gemeinden, hcrabsexe, welcher Tarif gerade den größten Theil der jüdischen Bevölkerung deßhalb hart