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Der Israelit · 1887-04-07 · Heft 28-29 (7.4.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 28-29 (7.4.1887)
Date
1887-04-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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507 (•tri» im Traucrhause rin und bot, man mögt ihm qifianrn, bcm Gottcsmannc dic Hand znm letzten i'lzlt küssen zu bürte», was ihm bereitwillig» gcfallet wurde. (St erzählte dann, das; ihm vor einigen Lorltcn seine Lieblingstochter gestorben sei, und er aiät das nöthigc Geld beisammen halte und auch richi auftreiben konnte, um ihr ein anständiges christliches Bcgrabniß bestellen zu können. Er wenbeic sich nun statt an seinen Bischof an den Odcrrnbbmcr von Kots», der ihm sogleich die crsorderliu'c 2imune aus seiner Tasche vorstreckle. Gleich nach dem Ableben des grosten Todlen stug unser Präfekt telegraphisch bei der Regierung in Athen an, lvie sich die Behörden hier bei dem veichenbegängnisic verhalten sollen. Tie Antwort Iciilcic dann, der Tobte möge mit de» lehren eines General-Lieutenants, der höchsten militärischen Würde in (Griechenland nach der des Königs und die daher auch bei dem Begräbnisse eines Metropoliten 'Erzbischofs» in Anwendung kommt, bestattet werden. Ten Leichenzug cröjfnete daher das hier garuiwnireude Iusamcrie-Regimcnt mit seiner Musitlavcllc. welche Trariermärschc spielte, während die Soldaten mit gesenktem (Gewehre einherschritten. Aach dem Militär kamen dann dic hiesigen Hasanim mit dem Tempelchor, für die unsere Gemeinde eigene rranerknlten hatte anfcrtigen lasten, worauf dann der Sarg folgte. Tie .'Zipfe! des Bahrtuches trugen: ruiscrFcstungskommandant, der Oberst desInsanrcric- Aegimcnts, der Präfekt und der Biccbnrgermeister <dcr Bürgermeister hat kürzlich seine Entlassung gegeben.» Hierauf solgtcu der katholische und der griechische Erzbischof mit ihrem betreffenden Klerus, dann die hier residirenden Konsilien, die Behörden des Staates und der 2tadt und schlicstlich dic Gemeiudemitglieder und zahlreiche Bürger der Lradt, alle in Tranergalla. Ten Zug beschlos; dann eine Artillerie -Abtheilung mit ihren Geschützen, die vor dem jüdischen Friedhöfe Halt machte nnd hier zu Ehren des Tobten drei Salven abgab. Am Grabe wraLcu der Advokat Tr. Scmo und der Gymnasial- Brofenor Pappagiorgi, ein intimer Freund des Berstorbenen. In den nächsten Tagen tritt unser erlauchter .Kronprinz Konstantin eine gröbere Erholnngsttud Studienreise nach dem Oriente an, die sich auf (rgupten, Palästina, Syrien nnd einige türkischgnechischc Inseln erstrecken wird. Ta nun der -Israelit" vor einigen Wochen, als es hiest. der .»rouprin; von Italien, Liktor Emanuel, werde uuc Lcrguügungsreise nach dem Oriente antretet:, l'ch beeilt hat, unsere Glaubcnsdrüder in der Levante cinzuladcn, dem hohen Reisenden einen recht scstlichcn und herzlichen Empfang zu bereiten, so ist es nun seine Pflicht, jept abermals unsere GlaubenSgenoyen im Mvrgenlandc, zumal in der heilige» Stadl 2*2"v. c':rr, anszufordern, dem Thronerben (Griechenlands denselben glänzenden Empfang zu bereiten, den sie dem Thronerben Italienzu Theil haben werden lasten. Was dem Kronprinzen Viktor Emanuel gebührt, das ziemt sich für den Kronprinz Konstantin. Und vergleicht man in der Thal die Stellung der Juden Griechenlands mit der ihrer italienischen Glaubensbrüder, so wird man finden, da» beide Länder sich in dieser Hinsicht nichts vorzuwerfen haben, und das; die Negierungen beider Länder schuld daran sind, wenn ihre Juden die Bedeutung des Wortes Golnth (nti) schon längst vergcittii haben. Werden in Italien die Juden Minister, Tepmirtc, Grasen und Barone, so werden sie in Griechenland Ossieiere, Bürgermeister, Handelstammerpräsidentcu und Ortensritter. Kurzum, die sociale Stellung der Juden Italiens und (Griechenlands mutz jedem unserer Glaubensbrüder Thräncu — der Freude entlocken, denn klagen die italienischen Inden darüber, das; König Hnmbert sic erbarmungslos ans ihren alten und schmutzigen Ghettos jagt und sic zwingt, in den schönsten und feinsten Stadtvierteln zu wohnen, so beschweren sich wieder die griechischen Juden darüber, daß König Georgias sie zu allen seinen Festlichkeiten ladet und sie daher osl zwingt, in den Frack zu schlüpfen und im königlichen Palaste zu erscheinen. Wahre Indcnhaste'r diese zwei Könige, Hnmbcrl und Georgios: Indes; möge Gott sie uns noch viele und viele Jahre erhalten und sie auch viele Freuden und grostc Ehren an ihren Thronerben, dic zweifelsohne in die humanen Fuststapfen ihrer edlen Väter treten werden, erleben lasten. Feuilleton. Wichaes. <?r:ä!'lung von L. Lohn, ikrfofi« Gabriel. (Fortsetzung.) „Wie so, in welcher Art?" frug Sara und schmiegte sich innig au ihn, als fürchte sie, er könne von Neuem von der furchtbaren Gefahr bedroht werden. „Ich habe, seit ich Tich, mein liebes Herz, verlassen, Vieles und auch viel Schreckliches erlebt; — gestern als dic Russen bei ihrer wilden Flucht, auf der Eisfläche des Stromes cinbrachen und er-

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