Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 28-29 (7.4.1887)
- Date
- 1887-04-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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502 und der Neuzeit «Iewish ccclcsiastical art.) wie z. D. prachtvoll gestickte Vorhänge vor der heil. Lade, sowie Mäntel für Scvher Thora's, welche lcvrcrc selbst in sehr vielen Exemplaren vertrete» sind, die durch ungewöhnlich schöne Schrift cxccllircn. — Nicht minder fallen sehr werthvollc feiger (*r), sowie Schilder, Kronen mit Gdclstcincn defekt» ins Auge. Auch an Lampen. «Ncr-Tamid--Leuchtern, sowie Gießkannen und Waschbecken 7c.. in reicher, werthvoller Arbeit fehlt cs natürlich nicht. Nicht weniger als 20 Schofaroth sind ausgestellt; das; dieselben ihres Alters und Ursprunges halber des Ausstcllcns würdig sind, bedarf wohl keiner Erwähnung. Als lscrcmonialgcgcnstände des jüdischen Hausgebrauches begegnen wir einigen Mcssnsorh, deren Gehäuse durch seltene Horm, sowie auch durch werthvollc Verzierung, unsere Aufmerksamkeit erregen, so befindet sich z. B. an einem Gehäuse eine mikroscopische Vorrichtung/ durch welche gesehen, sich die 3dicmoiI) in ganz großer Schrift dar stellen, «ausgestellt von Mr. George. Haurcck). Gin kunstvoll gearbeitetes Misrach erhielt in der Ausstellung des Staates Louisiana i. I. 1879 einen Preis. Tie sieben Sabbat-Lampen, thcilwcise schon sehr alt, ans Silber und Vroucc, erinnern vollständig an die in Tcntschlaud bekannten altmodischen Gremplarc: >riddusch-Vcchcr und Habdalah-<'';ewür;bncksett sind in Silber und Gold in reichster Auswahl vorhanden. Unter den mit hebräischen Inschriften in bewundernngswerlhcr Stickerei ausgcführtcn Sabbat-Brod-- und „Sedcr"-Tcckeu sigurirl auch die von Sir Moses bcnüme Sabbatdeckc. Au den herannahenden Pesiäch werden wir durch die mehrfach ausgestellten Mazzoih, silberne Scder- Schüssiln und Gliah-hanovi's Becker erinnert; bcmerkcnswcrth ist darunter eine Gharosses-Schale, aus schwarzem Moabirftein aus Jerusalem gcscrtigct, welcher die überraschende Eigenschaft bcsiyl. Tages über schwarz, bei Nacht grau zu sein und zur Sommerzeit als blau mit rvthen Flecken zu erscheinen. Zur Veranschaulichung des jüdischen Lebens während des Laubhütten-,Iesics ist eine vollständig eingerichtete, mir Laub bedeckte und geschmackvoll gezierte Succah von Mr. Louis Bernays ausgestellt. Von drei Gßrog-3chalcn flammen zwei schon aus dem 17. Iahrhunden, woraus zu schließenKscin dürste, das; der Gebrauch von Gßrog-Sdmlcn überhaupt schon ein alter ist. Von Ghanükkah-Lampcn sind nicht weniger als -in vorhanden, wovon einige über u«'0 Jahre alt sind. Rcvd. Fowlcr stellte eine anrigne Purim-Schnncl in Zinn, mit Darstellung Mordcckai's Nin durch Schrnchau, des Palastes daselbst u. s. w. mit entsprechenden Inschriften, und Herr (5nt. Gmauucl eine amique persische Schekel- Platte zur Ginsammlung von Machazis Haschckcl ans. Bon den circa 50 Mcgillas möchte ich nur eine kn Miniature auf Seide geschriebene vom Jahre 1302 «ch hcrvorhcbcn, die Herr Professor Marks zur Verfügung gestellt hat. Gbcnso kunstvoll wie zum Thcilc die Mcgillorh geschrieben sind, finden sich mehrere Hagadas, mit Bildern und Illustrationen. .ticin Zweig des jüdischen Lebens ist vergessen. , die Schcchilah siudct sich vertreten durch einige Meiler und bildliche Tarstcllnngcn. ebenso die Milah. Tie Verlobung und Trauung wird durch Ringe, crstcrc rnit hebräischen Inschriften und Edelsteinen versehen, rcpräsentirt, ebenso finden wir Hcirathscontraktc und >«csuboth, sogar ein «>;cl ist nicht vergessen. Gin großer Trauhimmcl ladet die Besucher zum Gintrin in den Himmel der Ghe ein. Tragisch wirkt dagegen das Modell einer antigncn sehr kleinen Ghnppah, die nach meinem Tafstrhalten einst ans dem Grabe einer verstorbenen Braut sigurirt hat. Vorläufig erwähne ich nur noch eine Münzensammlung von Herrn Leopold Hamburger ans Frankfurt a. M.» auf welche ick. sowie ans noch verschiedene andere höchst imercsiaurc Ausstcllnngsgcgcustöude iri incincm nächsten Briefe zmückkommcn werde, möchte aber meinen heutigen Bericht nicht schließen, ohne das höchst bewunderungswürdige Modell des Salomonischen Tempels, welches die Vorhöfc mit Thoren und Scirengaüericn. sowie das Sanenun und Sanctum Lanctornm mit den Altäre» 7c. iu überraschender Tentlichkcit, wenn auch nach meiner Aunassuug in nicht vollständig richtiger Welse darstcllt, noch anznführcu. So intcrcllaut die ganze Ausstellung auch für jeden sein wird, der Sinn und Herz für Iudcuthum und jüdische Institutionen hat, und so geschickt und snstcmatisch die ganze Ginrichtung und Ausführung erscheint: so kann ich dennoch osten gestanden den eigentlichen Zweck dieser Veröncmlichung nicht deutlich durchschauen, würde aber gewiß höchst befriedigt sein, wenn dadurch der Sinn für jüdisches Leben geweckt und gehoben würde. Feuilleton. Die Converlilin. Friedrich Rott. (Fortsetzung.) IO. Kapitel. Ten Brief der Gomreffe hatte Marina nock am vorigen Abend deaurwonct, in höflichendoch entschiedenen Worten harte sie daS an sie gerichtete Verlangen abgclchnt.