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Der Israelit · 1887-04-07 · Heft 28-29 (7.4.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 28-29 (7.4.1887)
Date
1887-04-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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500 belebendes Element gefehlt, mußte bisher Geist und Gemürh verkümmern; so war und blieb fortan in dem Volke Israel mit seiner Einheilsidce das stets belebende und erhaltende Moment. Und in seiner llcberdaucrung aller heidnischen Göttcranschauung hat es nicht nur seine Lebenskraft, sondern auch die Wahrheit dieser Anschauung bewiesen. . Unter Gottes Schutz trat nun das Volk Israel seine Wanderung an durch eine Wüste, ganz allein auf Gottes Schutz, auf Gottes Hilfe selbst in den einfachsten, gewöhnlichsten Lebensbedürfnis cn angewiesen. Wie die Pflanze bei aller Pflege durch des Menschen Hand nicht gedeiht, wenn nicht des Himmels Than sic befeuchtet und belebt; ebenso kann der Mensch nur durch die himmlische Fürsorge gedeihen, muß ihm der Segen von oben kommen. Israel war in der Wüste und hatte kein Brod, nicht die einfachste Nahrung. .ninsV rio 2er: ross* nrrn "+22 *rn „Und cs war am Morgen, da war eine Lage Thau rings um das Lager." '}?t mV '2 nt. p rnx bn :rs ncsn btt~xr y:2 wi >«*n na „Als das die Kinder Israel sahen, sprach Einer zum Andern: Was ist das? denn sic wußten nicht, was es sei." -isrx cnSi snr. crfrN nrc "i2N~. rfcjö c22;ru. „Ta sprach Moschch zu ihnen: Das ist das Brod, welches der Ewige Euch gibt." Ter größte Reichthum, die Fülle von Genüffen bergen noch nicht Glück und Segen in sich. Ein Tropfen Thau vom Himmel herab gesendet, birgt mehr des Segens in sich, als alle irdischen Schake. Israel lernte aus Gott vertrauen, wie lein anderes Volk, was ihm auch jene wunderbare Lcbenslrast verlieh. Und wie cS seines Körpers Nahrung und Erhaltung dem Himmel zu verdanken hatte, wie das Manna wie Thau hcrabficl; ebenso empfing Israel in der Wüste sein höchstes Gut, seine höchste Wahr« heit, seinen kostbarsten Schatz vom Himmel hcrnicdcrgcsandt, empfing cs die nn am Berge Sinai. Was waren alle Götterlchrcn der heidnischen Welt! Ausgeburten der menschlichen Phantasie; auch wenn cS Gesetze im Namen der Gottheiten gegeben, doch nur von Menschen stammend, nur nach Einsicht und Wissen der jeweiligen Zeiten, den herrschenden Verhältnissen und Sitten angepaßt und Rechnung tragend, oft geradezu Sitten verderbend, Riecht verletzend, der Wahrheit ins Gesicht schlagend. Und gerade die Eulturvölker der Erde, Assnrer, Babnlonicr. Egyptcr, Perser, Griechen und Römer haben die Moral durch ihren Götrercultus unterdrückt. Israel allein stellte die Moral obenan; sie ist ihm das Fundament, aus dem sich die Menschheit aufbaut, aus dem heraus sich die Menschheit bilden und entwickeln must, um zur reinen, wahren Vollkommenheit sich cmporznringen. Auf Grund seiner Hkmmesspende. seiner nro, baut sich sein ganzer Mcnschcnthum auf, immer aufwärts strebend, di- Erde gleichsam nur als Fußschemel benutzend, die Blicke aber immer aufwärts gerichtet. So steht cs heute noch frisch, kräftig und blühend, immer belebend und befruchtend da. Und wenn die Resultate und sogenannten Wahrheiten der heutigen Wipcnschaft schon längst in die Rumpelkammer der verbrauchten, veralteten Ideen gewandert sein werden, überholt und widerlegt durch immer neue Resultate: wird die Gottcsidce und Höste Wahrheit des jüdischen Volker gerade noch so frisch und kräftig dastchcn, wie damals vor mehr als 3000 Jahren, als es am Sinai stand und wie einen Himmclsthau von Gott hcrabgescndct erhielt die Gottcsledre. ES hat sich bis heute dcS Propheten Micha Wort erfüllt: nso bzz D-ri D-o? 2-^3 2PZ." nsr m .cin ':zb brr N71 ctn2 rrp* Nv ">2N rry '^2 C3'272 „Es wird sein der Rest Jakobs in der Mitte zahlreicher Völker wie der Thau vom Ewigen, wie Regenguß aufs Gras, von Menschen nicht erwartet, von Erdcnsöhncn nicht erhofft. .22 22222 'bp '22'," ,^2 HTQ IN' mir ,m>; „Sie werden erweckt, werden sich bewegen und leben, wenn der Than fällt; sic werden anfstchcn, sich erheben und anfrichtcn, wenn der Thau sich lagert." So singt der Dichter dcS 22-Gcbetes. Die Todtcn erweckt einst Gort durch Seinen Thau, so wie Er das verdorrte Gras, die verwelkte Blume wieder belebt und erfrischt durch Seinen Himmelsthan. Diese Wiederbelebung der Todtcn ist eine der Grundlchrcn des jüdischen Glaubens und der jüdischen Gottcslchre. rv*Vr.T a*rcn n2. „Nicht die Todtcn loben Gort", darum will der ewiglcbcndc Gott auch nur Leben. Was am Menschen dem Tode verfallen ist nur die Hülle, das Kleid, die das Wesen, die Wahrheit des Menschenlebens umgibt. Der Geist leb! fort in reineren Gefilden, im Lande der Wahrheit. Wie die Thora uns die Schöpfung lehn, ebenso ist die Wicdcrlcbnng der Geister von Ibur. dem Schöpfer in Aussicht gestellt So wird selbst der größte Schmerz auf Erden, die Trennung der Menschen von einander gemildert. Das ist in Wahrheit ein Thcmtropfen milde, sanft, erbebend und aufrichtcud. — Möge das Gebet um die hima-

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