Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 28-29 (7.4.1887)
- Date
- 1887-04-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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498 der erkorenen Braut befahl, in die Wüste zu ziehen, in ein unbcsäetcs Land, wo weder Lpeisc noch Trank noch Obdach zn finden, da versorgte Israel fich nicht zuvor mit reichlichem Mundvorrath für die lange Reife, sondern folgte ohne Bedenken dem Befreier, wie cs heißt: (2. B. M. E. 12. B. NN): «Und sic bucken den Teig, den sic hcrausgcbracht hatten aus Mizrajim, zn ungesäuerten buchen, denn eS war nicht Zeit, ihn säuern zu laffcn, denn sie wurden vertrieben aus Mizrajim, und sic konnten sich nicht aufhalte», und auch Mundvorrath für die Reife hatten sie sich nicht bereitet.- Tiefer BerS, sagt Raschi, verkündet den Ruhm Israels. Richt sprachen sic: Wie können wir in die Wü'stc ziehen ohne genügenden Mundvorrath? Lie vertranten auf Gott und folgten Lerncui Rufe, und so hat auch Gott durch Leinen Propheten Iirmijahu gesprochen: Ich gedenke dir die Hingebung deiner Ingcnd, die Liebe deines Brautstandes, da du Mir nachwandcltcst in die Wüste, in ein unbesäetes Land. Während also das Peßach die Rettung aus Lebensgefahr bedeutet, bezeugt die Mazzah die unendliche Liebe und Hingebung Israels für seinen Wott. Das Maror aber, die Bitter kräutcr. deutet auf die großen Leiden hin. mit denen die Acguplcr das Leben unserer Voreltern verbittert haben. -.1272 iT „i;m diesctwillcn" rms c-psr ->12x2, „damit ich Leine heiligen (Gebote erfülle, hat mich Gott aus Mizrajim befreit." Das war der Endzweck der (Erlösung, daß unsre Voreltern, daß wir, daß unsre Rachkominen in Gottes Wegen wandeln und Leinen heiligen Vorschriften gemäß unser Leben ciurichten, und die Grundlagen dafür sind in den vier besonderen Mizworh der Lcdcrnacht dargcftcllt. Durch das Pcßach-Opfer wird der Glaube an die besondere Fürsorge (Lottes für das von Ihm erwählte Volk gefestigt. Wie (vr einst über die Häuser der Israeliten hinwcgschritr, als (vr die Acgnptcr strafte, so hat Er Leine besondere Lorgfalt für Israel bewährt zn allen Zeiten. Wenn wir von dieser Uebcrzeugung durchdrungen sind, so werden wir uns freudig und gern stets Lcincm Dienste weihen; denn wie der ÄUdcrr ist unser Gott, so sind wir 2 ein Volk, bereit. Ihm zu folgen, wohin (vr uns führt, ohne zu zögern, ohne an .Seiner Treue und Liebe für uns zu zweifeln, ohne zu fragen, ob das in der Eile gebackene, ungesäuerte Brod auch ausrcicht für den langen Weg durch die Wüste, durch unbcsäctcs Land, lind wenn wir auch auf unserer langen Wanderschaft der Bitternisic gar viel empfinden muffen. Bitternisse, wie sic uns in Mizrajim geworden und an die uns die Bitterkräuter mdcrSedernaL: erinnern, so ertragen wir geduldig die Trübsal nuferer Wanderjahre; wissen wir doch, daß der allmächtige Gott, der den Leiden in Mizrajim ein Ziel setzte, immer ist und ewig bleibt unser liebevoller Vater, unser Erretter, unser Erlöser. Diese Ü nndc haben wir von unfern Eltern und Lehrern; wir wollen sie fortpflanzen auf unscre .(k in der und L ch ü l e r. Ach, in unserer Zeit ist die »tundc von unsrer heiligen Religion, von murren heiligen Wichten gar selten geworden; so viele unsrer Ltammesgenosscn gleichen heutzutage drei blinde, das nicht zu fragen versteht. Um so größer, um so heiliger ist die Verpflichtung, für die Belehrung der Unwissenden zu sorgen, «mit ihnen anzufaiigen-, mit Ernst und Liebe ihnen zu verkünden, daß „um diesctwkllen uns Gott erlöst hat aus Mizrajim", damit wir Gottes heilige Gebote beobachten, damit wir an Leine heilige Vorsehung glauben, damit wir unendliche Liebe und Hingcbnng Ihm entgegenbringen, damit wir so manche Bitterkeiten im Vertrauen ans Leine Hilfe ertragen und geduldig ansharren, bis unser 'Morgen anbricht und Gottes Majestät uns dem Lichte und der Freude cntgegeufiilirt. Mit diesen erhabenen Gedanken und Grundsätzen Alle, auf die wir Einstnß haben, zu dnrchdringen — das ist nicht allein die erhabene Pflicht des Rabbinen, des Lehrers, sondern jedes ernsr- und trennleknenden Israeliten. *) Die tzkauspende. Bon vr. H. Sänger. Wenn am Peßachscste das Gebet vom Thau. vom Himmclsthau, dieser köstlichen Lpende, angestimutt wird; da ergrcist'S uns ähnlich wie an den hohen Feiertagen. Es durchzittert unser Inneres, wie wenn leise» sanfte Töne aus überirdische» himmlischen Lphärcn in unser Ohr dringen, unser Hcrz erregen: es erfrischt, erquickt, belebt und stärkt uns. wie wenn in der That ein Tropfen Thau in unser Herz geträufelt wird. Eine Frühlingsahnung durchweht uns; ein Erwachen neuen, frischen Lebens vollzieht sich in uns, wie draußen in der Narur. Und so erging cs einst unserem Volke in Egypten. Wie wenn glühender Lonncnbrand jeden Grashalm verdorrt, jede Blume vcrdrocknct, jedes Lebenszeichen erstickt, ertödtcl; so ward sürIsracl inEgvvlc» ') L?ir fLlirxrn für j«rt diese Abhandlungen und bom» unlrr göttlichem Leistande, sie im nächsten Iakire-fonzuirkeu. —