Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-04-07 · Heft 28-29 (7.4.1887) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 28-29 (7.4.1887)
Date
1887-04-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449726--26233-2516027
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

mm. s-hrg-Lg. M 28 & SS ei« AenLrak - Organ für das orthodoXe Judentum. Hcrausgcgci'cu VSll rrr». Lehrrrsn« m Maiu.z. Donnerstag, - e n 7. April 5647 (1S87> A. Wir geben heute eine Doppel-Nummer, da wegen des hl. Peßachfestes die nächste Nummer erst Montag den 18. April erscheint. Leitende Artikel. Kagabal) schet 'Keßach. Zweite Serie. IX. Mainz, 4. April. „Und du sollst verkünden deinem Sohne am selbigen Tage, sprechend: Um diesctwillcn hat der i>wige mir gethan, als ich auSzog aus Mizrajim. Man sollte meinen, daß man schon am Ncumondstage des Monats Nissan anzufangen habe, zu erzählen; deßhalb sagt die heilige Schrift: „an demselbigen Tage;" da könnte ich aber glauben, das; schon am Tage der Darbringung de« Pcßachopfers uns die Pflicht obliege, vom Auszüge aus Mizrajim zu erzählen; deßhalb sagt die heilige Schrift: „um diesctwillcn;" um dieser Tinge willen, die jcm vor unZ liegen, nämlich das Pcßachopfcr, die ungesäuerten Kuchen und die Bitterkräuter" (das Pcßachopfcr, zur Zeit, als der heilige Tempel noch srand; in unserer Zeit nur die ungesäuerten Kuchen und die Bitterkräuter.) Zn einem der vorhergehenden Verse (2.B.M. ss. 13. V. 5) heißt es: „Und du sollst dienen diesen Dienst in diesem Monat." Dadurch hätte ich meinen können, daß schon während des ganzen Monats die Pflicht, vom Anszuge ans Argyplcn zu erzählen, mir obliege; deßhalb sagt die heilige Schrift: „an dcmsclbigcn Tage." Da aber in Bezug ans die Lpscr der Tag und die daraussolgcnde Nackt — nicht wie bei bcii Festtagen die vorhergehende Nacht und der daraupolgendc Tag — znsammengchören, w hätte ich glauben können, die Pflicht des Erzählens beginne schon bei Tag; deßhalb sagt die heilige Schrift: „um dicsenvillen," um dieser Tinge willen, welche in dieser Nacht uns zu genießen geboten sind: Peßach, Mazzah, und Maror. Durch diese drei Tinge wird uns die Geschichte des Auszuges aus Aegypten vergegenwärtigt. Das Pcßachopfer ist ein Symbol der göttlichen Fürsorge für uns. Als der allmächtige Gott in jener MitternachtSsrunde durch Mizrajim zog und alle Erstgeborenen der Acgypter tödtete, da überschritt Er unsere Häuser und rettete uns von dem allgemeinen Verderben; daher heißt das zum Andenken an diese göttliche Fürsorge befohlene Lpfer daS Peßach- oder Ueberschrcitttttgsopfer. — Aber auch wir haben unsrem Gotte Großes cntgcgengcbracht. . So, lesen wir ini Propheten Jirmijahn E. 2. B. 1 u. 2: „Und cs ward das Wort des Ewigen zu mir, wie folgt: Gehe hin und rufe vor den Ohren Jerusalems sprechend: Also hat der Ewige gesprochen: Zch gedenke dir die Hingebung deiner Jugend, die l'tc&c deines Brautstandes, da du Mir. nachwandeltest in die Wüste, in ein unbesäctes Land.- — Tic Gemeinde Israels wird in diesen Worten Gottes bezeichnet als eine liebende Braut, die der erhabene Bräutigam. aus der Gefangenschaft befreit. Tie holde Jungfrau wird gefangen gehalten, schmachtet im Kerker. Da naht der Geliebte, sprengt die Kcrkcrthüren, zerbricht die Fesseln und spricht zu der Befreiten: Folge mir! Und die holde Jungfrau seht daS größte Vertrauen in den geliebten Mann; sie zweifelt nicht an seiner Liede und Treue, sie fragt nicht: Ist für meine Zukunft gesorgt, werde ich nicht Mangel leiden an Speise und Trank, ist ein Haus für mich gebaut? Sie folgt dem Rufe des Geliebten ohne zu zögern, ohne auch nur zu fragen, wohin er sie zu führen gedenke. — So folgte Israel dem dlufe feines Befreiers aus dem Sklavenhause. Und als der himmlische Bräutigam

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.