Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-04-04 · Heft 27 (4.4.1887) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 27 (4.4.1887)
Date
1887-04-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449725--26225-2516018
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

490 huda: Scharfsinniger, greif zu und iß, greis zu und trinke; denn die Welt, von der wir hrnwcggchcn, gleicht einem Hochzcitsmahlc! — Anscheinend tritt liier Samuel geradezu in den größten (Gegensatz zu dem Proplictcn Gottes (Jciaias (5. 22, V. 1t!), der die Böfcwichter sprechen läßt: Lasset uns essen, lasset un>? trinken, denn später müssen wir sterben! — (*5 würde uns zu weit führen, die geistvolle Erklärung de- Rabbi Abraham im Raume dieser Besprechung wicderzugebcn. Es wird sich wohl einmal die Gelegenheit bieten, dem erwähnten Ausspruch des weisen Samuel eine ganze Abhandlung zu widmen. Möge die vorliegende Hagadah recht viele Käufer finden und Herr Lachs dadurch angeregt werden, auch die übrigen Manuscriptc seines großen Ahnen durch den Truck Z'.r veröffentlichen. Zeitungsnachrichten und Corrcfpondenzen. Deutschland. Berlin, 29. März. Tic G cg cn v eti ti on e n in Sachen der Schächrfragc sind heule an die deutschen (Gemeinden abgcgangen, dagegen wird sich die Vcrscndnng der für die Petitionen der größeren Gemeinden bestimmten Laurmlungen aller bis auf den heutigen Tag abgegebenen Gutachten um einige Tage verzögern. Tie Gemeinden mögen dann aber unverzüglich die Gegcnpetilioncn dem Reichstage übersenden, wenn auch voraussichtlich die Bcralhung der Petition in der .Kommission vor Peßach kaum siansinden wird. Sicher aber dürste die Thicrschüplerdittschrist nicht lange nach dem Feste zur Bcralhung gelangen. Berlin, I. April. Ter practische Arzt und Privardocent Tr. Gustav Kcmpncr, dessen Habilitirung an der mcdicinischcn Facultät der hiesigen Fricdrichs-Wilhclms-Univcrmäl wir vor etwa einem Jahre meldeten, und der zu gleicher Zeit feine Braut hcimsührtc, ist am 26. März iii Meran im Alter von .‘Jl Jahren einem Brnsrleidcn erlegen und am Donnerstag unter lebhafter Bcthciliguug der ärztlichen Welt Berlin's auf dem Friedhofe der israelitischen Synagogengemeinde Adaß-Jisroel bestattet worden, wo Herr Rabbiner Tr. Hildesheimer die Trauerrede hielt. — Tie jüdische Gemeinde hat, wie wir hören, in der Linden st r a ß e zwei Häuser zum Bau einer größeren Synagoge in Berlin W. angetanst. Borck, Pr. Posen iin März. Ans der jüdischen Gemeinde Stawischin in Polen erhielt ich die traiirige Nachricht, daß dort der allvercörte und beliebte Rabbiner Herr Sender Wolf Zaffc Hr, Abkömmling der Familie Jane in Posen, nach 29 jähriger AmtSthätigkcit im Alter voa 68 Jahren gestorben ist. Trotzdem der Verblichene sehr schwach und leidend war, x2"*r2 xs*2 prs xd sondern lernte im Kreise vieler ,rmnr» rrvn ’Z'-crb "z Z'czr, ’-r-rr Wem die Gelegenheit geboten war, das Leben dieses z^xa kennen zu lernen, der mußte innc werden, welch ein veredelnden Einfluß unsere heilige Thora auf den, der sie erfaßt, zu üben vermag. ' Heiße Thränen weinten die Armen wie die Reichen, jung und alt, Männer wie Frauen, sowie dcS Lehrers verwaisten Schüler um den Verlust dieses thcurcn Heimgegangenen. Das Hinschcidcn des Gaou hat nicht nur i» seiner Gemeinde, sondern in allen Schichten der jüdischen Bevölkerung des Landes, am meisten aber in orthodoxen Kreisen eine wahre Trauer hervorgcrusen, die sich auch bei der Bestattung des Berb'ichcncn knndgab. An der Bahre des Verstorbenen hielten abwechselnd im - r>-2, im rzzzn N2 und vor dem Eingang des crzby n-2 die Herren Rabbiner Sehaniai aus .ttali'ch, Hirsch ans Korrin, dessen Schwrcgcrsohn Ehajim, und Schocl aus Koschminek Während der rvzzr kam Herr Tr. Silbcrstein, Nadbincr aus Pieschen, nach Stawischin, um den?~s T2=3 zu sein. Ter Verblichene hinterließ eine trcstrauerndc Wittwe mir einigen unversorgten Kinder». Hoffentlich wird die Gemeinde für die trauernden Hinterbliebenen Sorge tragen. rr-uArr. A. I. Elster. Eantor und Rcligionslcbrer. Italien. Livorno, 24. März. 2-2-2 X2 zpr -rnr. Ter Lbcrrabbincr von Urbino, David Luzzatti, ein Zögling des ehemaligen Paduaner tlkabbiner-Seminars, hat in Folge seines vorgerückten Alters seine Stelle nrcdergclegt und nach dem Wanderstabe gegriffen, um nach Jerusalem zu ziehen und sich auf dem Lelbcrge daselbst seine letzte Ruhestätte zu bereiten. Ihn begleitet auf dieser Fahrt seine hochgebildete Gattin, die früher Direktorin der jüdischen Mädchenschule in Easalc war und die nun gleichfalls die Sehnsucht nach dem heiligen Lande bewog, ihre Hcimarh und ihre Familie zu verlassen, in der Hoffnung einst neben ihrem Gauen auf dem ctt! zu schlummern. Rabbi David Luzzatti, der früher als Rabbiner in Joffano und Mancalvs

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.