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Der Israelit · 1887-04-04 · Heft 27 (4.4.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 27 (4.4.1887)
Date
1887-04-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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491 iungirl hat, ist ein föifcl dcS a>rch in Tcutschland bekannten Rabbi Schclomo Nissim yuz. Am 28. v. Mts. starb in Florenz Baron Tr. Abraham Lombroso, der in Tunis das Licht der Welt erblickt hatte und mehrere Jahre hindurch Leibarzt des dortigen Bey war, in welcher Stellung er der italienischen Regierung wichtige Dienste leistete. König Viktor lymanncl erhob ihn dafür in den italienischen Adclstand. TaS Bankhaus Mendelssohn n. Eomp. in Berlin hat sür die durch das (hbbeben in Italien Beschädigte:: 3000 Mark gespendet. AÜr den gleichen Zweck spendete das jüdische Geschäftshaus Bing in Genna 5000 Francs. — Am 13. d. M. verschied hier Kavaliere David Bondi und tcslirte er 70,000 Lire zu wohlthätigcn Zwecken. Ter Obcrrabbincr von Padua, E. Lolli, wurde vorn Unterrichtsministcr zum Proscssor der hebräischen Sprache an der dortigen Universität ernannt. Samstag, 18. Februar, wurde im hiesigen großen Tcurpcl die ncugcbantc Orgel eingewciht und wird dieselbe auch am Sabbat und den hohen Festtagen ihre süßen Melodien ertönen lassen, um so in die Hallen dieses Gotteshauses, das gewöhnlich leer ist — die frommen Livorncscr Juden verrichten ihre Andacht gewöhnlich in den zahlreichen Jeschiboth und Borhc-Äidraschim hier — einige Neugierige zu locken. Ter Advokat Tr. Birtorio Rignano hat sich sogleich beeilt und dem Bornmide des Tempels seine Ticnsic als Orgelspieler für die Sabbate und Hoden Feiertage angeboren, die auch mit Tank angenommen wurden. Tr. Rignono wird so jeden Sabbat Gelegenheit haben, noch eine eigene Mizwah halten zu können, um die ihn schwerlich die hiesigen Orthodoxen beneiden werden. Ta aber Lrgclspicl und Bijntim gar zu viel Zeit rauben würden, so wurden Letztere ans ein Minimum rcdncirt. Was die Ncologcn doch für praktische Leute sind— In Bologna narb am 25. b. Mts. als cryrn p, Herr Landadio Eastclftanko, der noch im heurigen Wimcr r"*.r und ro"r::r.r gefastet hatte. Tics wird ihm Tr. Rignano schwerlich nachmachen. Don dem Verstorbenen heißt cs p-w -er. Feuilleton. Eine jüdische Forschungsreise in Arabien. Fortsetzung. *) _ Eine arabische Maramauc, besonders wenn sic groß ist, pflegt immer, wenn sie rastet, ihre Zelte in einem Kreise, der oft ein zwei- oder dreifacher ist. anszustcllcn. in dessen Mitte dann das Zelt dcS Schcikhs. des Führers der.Karawane, steht. Auf dem freien Raume im Innern des Kreises brennen dann kleine Feuer, bei denen die Reisenden ihr Essen zubercitcn und sich auch ihr Brod backen und hier wird dann gewöhnlich auch ein kleiner Markt für die Karawane ü:id zwar gleich nach ihrer Ankunft daselbst abgchaltcn. Tie Bewohner dcö Städtchens strömten von allen Seilen herbei und brachten die verschiedensten Lebensmittel zum Verkaufe mit. Nun ist cs in Arabien Sitte, daß nicht der Verkäufer» sondern der Käufer der Waare den Preis derselben bestimmt. Was wünschest Tn? fragt der Händler oder der Kaufmann den Kunden. Zwanzig Ellen Leinwand, antwortete dieser nun. Wohlan, hier ist die Leinwand, waS gibst Tn mir nun für die Elle? Kaufmann und Kunde feilschen nun solange um den Preis, bis ne sich endlich geeinigt haben. Unsere zwei jüdischen Reisenden wollten von einer Araberin vier Hühner kaufen und boten ihr für ein jedes Huhn zwei Piaster (ungefähr fünf und zwanzig Pfennige). Meint Ihr, ich gehe meine Hühner stehlen? schrie die Araberin wnthcntbrannt und begann die Reisenden zu beschimpfen. Ein Wort gab daS andere und schließlich versetzte einer der Reisenden der Araberin einen Stoß, der sie znrückraumeln und zu Boden stürzen ließ. Ein Jude hat eine Gläubige zu Boden geschleudert, schrieen die Bewohner von Mubarraz, die gleichfalls mit Lebensmitteln im Lager anwesend waren, und stürmten auch schon ans die beiden Juden ein, um sie nicderznstcchcn. Für Letztere traten die Mitglieder der Karawane rin, woraus es zu einem Handgemenge kam, bei dem ein Einwohner aus Mubarraz einen Stich mit einem Aataga» zwischen die Rippen erhielt. Man avisirte daher schnell den Naib (Bürgermeister) des Städtchens von dem Borgefallcncn, worauf sich dieser sogleich mit vier Kawasscn (Polizcilcntcn,, in daS Lager begab und hier die Anstifter des Krawalls und ebenso auch die zwei jüdischen Reisenden verhaften und nach der Mcchkcmeh (Stadt- Hause) bringen ließ, um dort über sie zu Gericht zu sitzen. Das Unheil wurde auch sogleich ohne langes Tcbanircn gefällt. Tie Juden mußten der Araberin für den ihr versetzten Stoß zwölf Piaster als Entschädigung zahlen, wählend jenes Mitglied der Karawane, daS den Bewohner von Mubarraz gestochen hatte, demselben l05 Piaster Schmerzensgeld geben mußte. Als die zwei Juden das Stadthaus nachher verließen, um zrr ihren Zelten znrückznkchrcn, da trat ein junger Mann ans sie zu und reichte *) Eiehe Rr. 17.

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