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Der Israelit · 1887-04-04 · Heft 27 (4.4.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 27 (4.4.1887)
Date
1887-04-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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486 Juden zcihlen, gar nicht von diesen, sondern von einem Geistlichen verübt worden ist. Die Juden ober können (Mott danken, der die Wahrheit so bald an den Tag gebracht bat. Sie wären sonst zweifelsohne einer furchtbaren Verfolgung ausgesctzt gewesen. Rußland. Odessa. (5 in armer und schwacher Jude wurde von einem Polizciinspekror so mißhandelt, daß er von Blut ndcrströmr ohnmächtig nicdcrsici. Dieser Anblick rief bei seinem Verfolger doch ein menschliches Rühren bcrvor uns er sorgte um so zärtlicher snr dessen Wiederherstellung. Als die Lache durch ein Lokalblatt bekannt wurde, veranstaltcren mehrere christliche Damen eine Sammlung-snr dieses Opfer der Brutalität und suchten dasselbe in seiner Wohnung ans, um für cs zu sorgen. Selbst der Gouverneur der Stadt stattete dem Inden einen Besuch ab, um nach dessen Befinden sich zu erkundigen: auch er beschenkte den armen Irrdcn reichlich. Türkei. Konstantinopel, 13. März. Bor einigen Wochen wurden hier die zwei jüdischen Zarass «Geldwechsler) Iiak und Baruch aus dem Quartiere Lalma Tonruck im Stadtviertel Belara verbauet, weil ein Türke Namens Bedros. sic bei der Polizei dcnnncirt halte, sic schaben und kratzen die Goldmünzen ad, um sie daun als vollgiltigc zu verkaufen. Dieselben standen Donnerstag, also gerade am Purim, vor Gericht, das sic frei sprach, weil sich die Tcnunciation als eine grundlose gezeigt harre. Aus Antrag des Staatsanwaltes wurde nun der Tcnuriciant unverzüglich in Haft genommen, um die Strafe zu erhalten, die er den beiden Inden zngcdacht hatte, (vinc Purimgeschichte en miniature. — Tie geehrten ücfcr des „Israelit" kümmern sich gewiß sehr wenig um die Borgängc in der protestantisch-anglicanischen Kirche. Nachfolgende Notiz dürste indcst auch sie inlcressircn, da dieselbe unsere gemeinsame Mnrrersradt, das heilige Jerusalem, angcht. imo hatten sich bekanntlich Preußen und Gngland in einem Vertrage dahin geeinigt, für Jerusalem gemeinsam einen Bischof zu ernennen, der abwechselnd von einem dieser beiden Staaten ernannt werden sollte. Dieser anglieanisch-protestantische Bischof bezog ein Gehalt von 24/>00 Mark, den beide Staaten zu gleichen Thcilcn einzn.zahlen hatten. Bor. kurzem haben jedoch beide Staaten den erwähnten Vertrag wieder gekündigt und wird daher von nun an sowohl Preußen wie Gngland einen eigenen Biichos für das heiligeLand bestellen. Letzterer Staat hat auch schon seinen Bischof ernannt und ist dies der Erzdiacon Blyth in Rangun in Indien. Tic englische Regierung will jedoch ihrem Bischöfe nur ein Gehalt von 12.00» Mark geben. Daraufhin haben mfi die beiden Mrssionsgcscllschai len, die englische Bibelgesellschaft und die Gesellschaft zur Bekehrung der Juden, dahin geeinigt, dem Bischöfe jährlich noch besondere 12,000 Mark aus eigenen Mitteln auszuzahlen, damit derselbe gar»; sorgenfrei seinem heiligen Anne, d. h. der Bekehrung der Jude» obliegen könne. DieZeni Treiben brr Engländer gegenüber tritt an uns Juden die besondere Pflicht heran, eifrig über unsere Glaubcnsgcuonen in der heiligen Stadt zu wachen, damit sic nicht in die Schlingen der genannten zwei Mifsion-- gcscllschaflcn gerochen sollen. Afrika. Zanzibar. Im Momente, wo die politische und gelehrte Welt den kühnen Versuch des Amerikaners Stanley bewundert, welcher das cgyptische l5orps von Emin Bcy, das in Gcutralafrika von zahlreichen wilden Horden ccriiiit ist, zu befreien sich bemüht, erhalten die „Arch. Isr." von Dr. Gregory o'Arbclla in Zanzibar folgende wichtige Nachricht: Ter berühmte deutsche Reisende in Gcnkralasrila, Herr Tr. W. Junker, thcilte mir bei seiner Durchreise mit, das; außer den wenigen Europäern, welche bei Tr. Gmin-Bey sich befinden, auch ein israelitischer Arzt des cgnprischeu Gorvs, Herr Dr. Vita (>Hassan aus Alcrarrdrien sei» Schicksal tbcür, der während der achtjährigen (Gefangenschaft und der fortwährcuden Kämpfe gegen die Horden des Mahdi großen Mnth und viele Gegebenheit zeigte. Tr. Junker hatte ihm vorgeschlagcn, mit ihm nach Zanzibar abzurciscn, um so der gefährlichen Lage z» entgehen, aber Tr. Vita Kat es vorgezogcn, ans feinem Posten zu bleiben, um für die armen egyplischcn Soldaten, welche die Armee des Mahdi bckämpfcn, Sorge zu tragen. J t n i i 1 e to n. Michael. brzähtunz von S. LoKn.Brrfasscr von Gabriel. (Fortsetzung.) Wieder entstand eine Pause, das Andrängcn stürnlifchcr Gcfühlswogcn. war ein zu wuchtiger, zu machtvoller! Sara's Gedanken schienen zu einem wkrien knäini verwickelt, und es war ihr unmöglich das Gude eines Fadens zu ersahen, um jenen auszurollcn. Auch Michael Klein war der höchste

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