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Der Israelit · 1887-03-31 · Heft 26 (31.3.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 26 (31.3.1887)
Date
1887-03-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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463 brr Repräsentanten, btife bitfcr Gegenstand .Neubau einer Synagoge n. s. w.- in ^.gchcimer" Sitzung verbanden werde, da derselbe in die öffentliche Sitzung gehöre, was er auch beantrage. Justizralh Makowrr crwicdcrte, da» er über diesen Antrag selbst in öffentlicher Sitzung nicht dcbattircn lassen könne und denselben erst in der Sitzung zur Tcbatte pellen werde. In öpeutlichcr Sitzung wurde beschlossen, da» die Mädchen, die die Jüdischc-Gcmcinde Mädchenschule besuchen, Turnunterricht in der Turndalle der Jödischen-Gcn,ciript-.Oiiabcnschl>lc erhalten sollen, wofür ein Etat von .itto Mark aufgeworfen wurde, ferner wurden »079 Mark bclmss Aufstellung von Tafeln auf den Jüdischen Friedhöfen zur leichteren Auffindung der Gräber bewilligt. Ter Turnunterricht für die Mädchen lvic .0naben war auch für Sonnabend Vorm, wie Nachmittag angcsctzt; hiergegen hat da« Nabbinat jedoch Einspruch crlwbcu, und unterbleibt der Tnruuutcrricht de« Sonnabend«. — Tic Einführung des .Ocisergebetc« wie cs in der Rcucn-Synagogc üblich, i» die Ltaiserfirafien-Snuagogc, konnte die Rcpräseutanteu wiederum nidu zu einer Einrnülhigkcit dringen. Ta« alte bisher in den Synagogen übliche Zkaiscrgcbct, das von dem verstorbene» T r. Sach«, dem bisher unerreicht gebliebenen Kanzelicdncr der Jüdischen Gemeinden Berlin«, versaht in, ist auch vielen der Repräsentanten ein Hcilig- -thum geworden, das dieselben in unveränderter Jagnng den Synagogen zur Erbauung der Gläubigen erhalten wollten. Ein Repräsentant rügte, da» der Rabbi Tr. M a y b a n m eigenmächtig, ohne Bewilligung der Gemeinde, da« neue Gebet bereits iu der rtaifcrstraßcn-Lynagogc gesprochen, während der Rabbi Tr. Ungcrlcidcr da« alte Tr. Sach s'schc Liaiscrgcbcl spricht, da« die Gemeinden!>nnc hören und das zu Herzen geln. Tr. Lazarus iviicht entschieden für Einfühning de« in der neuen Synagoge eingcsührtcn und zc'tgcmähen rraiscrgcdctcs, wünscht aber» da» den Gemeinden Tcntschland« die herrliche«! Ucbcrsetzungcn der Jüdischen <'*cbctc des Tr. Sach«, in so reicher poetischer Sprache, erhalte«« bleiben mögen, und da» die Berliner Gemeinde da« Andenken Sach« dadurch ehren solle, da» sie in Doltsausgabe dessen erwähnte A.'erkc allen Gemeinden leicht z» aänglich niachc. >azaru« behält fich für später einen dahin zu lullenden Antrag kor. Tie Versammlung dctchlictzl, da eine Einigung nicht erzielt wcrocu konnte, den Gegenstand des „Kaiscrgcbctcs" u-icdrrnm auf die nächste Tagesordnung, bei der Dichtigkeit des Gegenstandes selbst für die Srdvnng des GoUcSdicnstcs, zu bringen. Lestcrr. - Ungar. Monarchie. Prag, 14. März. Die israelitische Gemeinde Prag's wurde abermals durch den Verlust eines ihrer edelsten und hochangcfchenstcn Mitglieder in tiefe Trauer versetzt. Ter am S. d. verstorbene Dr. Friedrich Ritter v. Wiener wurde a«n II. unter massenhafter Bcthciligung aller Bcvölkcrungsfchich. tcn zu Grabe getragen. Die imposante Traucrkundgcbnng kc,«n;cichncte am besten daS Ansehen des Verblichenen und feine Bedeutung, die er sich durch feine Verdienste uin die Menschheit, durch seine Leutseligkeit und Hunlanität crrvorbcn hatte. Dem Traucrznge, den 800 Arbeiter der Tancl'schen Maschinen-Fabrik eröffncten, folgten Seine Exccllenz der Herr Statthalter von Böhn,en FML. Baron >l ra»s, Se. Exccllenz der LbcrlandcSgerichtvpräsident Ritter v. Tcmnischla. die Herren Präsidenten des Landes-, Handels- und des Strafgerichtes Maux, Tr. Haller und Prochaska, der Präsident der Finailz Landcsdlrcction Herr Baron Ehertek, der Herr Hofrarh Polizei-Tirector Ritter v. StcjSkal, der Präside««t des Advokatenvercins Dr. Lederer, der Anwalt der Advokatenkanimer, Herr Dr. Ritter v. Hahn und viele andere Bcrwaltungs- und Justitzbcamten, der Tccan der juridische» Fakultät mit der goldncn Amtskctte, kurz alles, waS Prag von Rotablirätc» und Honoratioren besitzt. Ten« sechsspännigen Galalcichcnwagcn folgte» ntMlitlclbar die Herren Sbcrrabbincr Hirsch, Rcgicrungsrath Prof. Tr. kämpf, Rabbiner Dr. Tauber und Fcldprcdigcr Tr. .Oisch. Wir sahen auch unter der, Traucrgästen Seine Durchlaucht Fürsten Carlos Auersperg, lvic auch Seine Exccllenz Grafen Oswald Thun, Herrn Friedrich Ritter v. Toyaucr u. a. ni. Eine Grabrede wurde an der letzten Ruhestätte nicht gehalten wegen eines leidigen Polizciverbotes» das solche Reden am katholischen (?) Friedhöfe untersagte. Dafür aber veranstaltete die Eultusgeincinde-Repräscntanz in der herrlichen und geräuinigcn Ülaus-Synagoge eine würdige Trauerfcier. Herr Oberrabbincr Hirsch hielt dem Tahingcschicdcnen einen tiesempfulidciirn, ergreifenden Nachruf, in welchem er die Borzirge und das segensreiche Wirken Tr. Wiener'« schilderte. Da« Gotteshaus war in aller« Räumen, wie dies nicht anders zu erwarten war, dicht gefüllt, und wiederum waren viele christliche Mitbürger anwesend, welche an der Trauerfeier in stiller Andacht thcilnahmcn. Tief ergriffen verliehen, nach Absingung eines Trauerchorals, die zahlreichen Anwesenden das Gotteshaus, welchedurch die Verdienste der Vorstandsmitglieder Herren

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