Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 25 (28.3.1887)
- Date
- 1887-03-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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449 Mönche und Nonnen ruhig in ihren Conventen und >riösrcrn leben lassen. 1884 richteten die Israeliten ein Dankschreiben Ln den Cardinal-Primas von Ungarn und sprachen iic darin vom Papste und dem Clerus in solchen Ausdrücken, wie sie gewiß weder die Taianis, noch die Coppinos noch die Krimaldis gebrauchen werden. Tiefe Juden sagten zum Cardinal Limor: „Eminenz, erlauben Sic, daß wir Ihnen die lodernde Icr.S’ürfnt.- die das Der; aller unserer Glaubcnsgenoncn erfüllt, ansdrückcn; eine Tantbarkcii, die ü'ir dcm karholischcn Clerus schulden, der von einem so hohen Keifte beseelt ist, und auch dem obersten l'ljcf der katholischen lkirche, der geschmückt ist mit der dreifachen Äroue, der Weisheit, der Gercchtigfeir und *bcr Furcht Gottes. Üi'ir schulden diese Tankbarkcit Jenem, der erfüllt von der Heiligkeit 'eines Berufes und dabei das Beispiel seiner Borf,ninicr befolgt, die Llinuue zum Schurze der Juden nlubr, die verfolgt werden und so vielen Leiden ausgescyt sind, und predigte so wirksam und erhaben die Pflichten der Nächstenliebe. Tic Intervention des Papstes belebte in unserem Herzen die Honnung. daß die Wolken, die sich um die Häupter des Volkes Israel ansammcktcn, sich wieder zciiirencu werden, und daß der Keift der Gcrcchtigfeil und der Nächstenliebe den Sieg davon tragen werden. Und ein Ministerium von Juden würde in unserem Herzen die Hoffnung ansicdcn lassen, daß man nun die römische Frage lösen werde und dem Lbcrhanptc der Ltirchc, „geschmückt mir der dreifachen >rronc der Weisheit und der Gottesfurcht," jene llrral'hängigkcit und jene Freiheit zugcftchc, durch die er könnte ausübcn die Weisheit und die Gcreäuigkeit, nril denen er geschmückt ist zum Heile Italiens und der Well und indem er den Herzen der Völker die Koncsfnrchl cinflößt, sic wabrhasr nci in jener christlichen Freiheit machen würde, welche die einzige und wahre ist." Tic Intervention der Juden bei der Regierung von Rom könnte zerstreuen die Wolken, die sich um die Häupter des italicuischcn Volkes angesammclt haben" und dm der Gerechtigkeit lrmmphircn lassen." So schreibt die ftrcngkatholischc Unira Cattolica! Äöchrcn sich doch die in Deutschland erscheinenden katholischen wie prolcftaniischcn Leitungen ein Beispiel daran nehmen! — Frankreich. Paris. Monatsbericht (Februar 1887) der -Äü. Isr. llniv." «.Israeliten Rußlands.) Cs hat zu allen Zeiten eine ziemlich bedeutende Gmppe von persischen Juden in Tiflis, Crivan und Schulaveri gegeben. Die jüdische Bevölkerung dieser drei Städte besteht heute aus ungefähr 300 Familien; dieselben babcu ihre persische Nationalität behalten und befinden sich unter dem Schutze des persischen Consuls. Diesen Familien ist kürzlich angezcigt worden, daß sie ihren Wohnort zu verlaffcn hätten und in ihr Vaterland zurückkehren müßten, ohne daß man in Erfahrung dringen konnte, ob dieser Befehl von der Central-Regierung in Petersburg herrühre oder von den Lokalbchördcn. Tie ihnen gewährte Frist ist sehr kurz, und die Ausgcwicscncn, welche alle mehr oder minder in Handelsgeschäften verwickelt sind, werden nicht einmal die Zeit haben, ihr Guthaben cinzukassircn. Cs steht zu hoffen, daß das wohlwollende Cingrciscn des persischen Consuls ihnen zu einer längeren Frist verhilft, damit sie wenigstens ihr Hab und Gut mitnchmcn und nicht mittellos nach der Hcimath zurückkchren. (Jerusalem.) Vor drei bis vier Jahren wandcrre eine Anzahl israelitischer, aus Arabien stammender Familien in Jerusalem ein, in der Hoffnung daselbst Arbeit oder Boden zur Bebauung zu finden. Nachdem sie die mitgebrachtc geringe Habe vcrzchrr harten, waren diese armen Leute dem Elend prcisgcgcbcu. Ta sie mir ungern von Almosen lebten, baren sie den Direktor der Alliance- Schule, sic ein Handwerk zu lehren, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. TaS einzige Handwerk. welches sic ohne zu lange Lehrzeit erlernen konnten, war dasjenige der Stcinklvpfcr. Auf den Antrag des Herrn Bchar, stellte ihnen Herr Baron von Hirsch 4,50«» Frcs. zur Disposition, welche unter die Arbeiter während ihrer Lehrzeit vcrlheilt wurden; dieselbe wechselt zwischen zwei und drei Monaten. Diese Hilfe wird cS einigen zwanzig dieser Eiugcwandcrtcn ermöglichen, das Stcinbrcchcn zu erlerne», ein Handwerk, das in Jerusalem ziemlich einträglich ist. Spanien. Madrid, 17. März. Seit einigen Monatm beschäftigt eine neue Idee die jüdische Welt und der Publicisril: Tic Rück kehr der Juden nach Spanien. Angeregt wurde diese Idee von dem zwar menschenfreundlichen, aber mehr idealen und schwärmerischen als pracrischcn und ernsten Herm Lopez L a p u n a, der gem sein um einige Jahrhunderte zurückgebliebenes Vaterland — ich meine dies in Betreff der Toleranz und der Glaubensfreiheit — mit einem Ruck in die Bahnen der