Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1887)
- Date
- 1887-03-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Ein'- schmerzlicher' Seufzer, - hob ihre Brust. - Da g,ng dst Thür ans, ein Diener trat in das Iiinmer ,,„d iilicrvdditc ihr einen Brief. CHitg ber Leute ber tßräfiu Walcivska habe ihn gebracht, derselbe habe, seit mehreren Wochen fast täglich »ach ihr gefragt, ob sie noch nicht heinigckoinnlen. Marina dankte dem ilcberbringer, „nd nachdem sich derselbe^ntfernt hatte, erbrach sie das Schreiben. Es war von der Eomtefse iind lautete: „Meine liebegute; Marina!" „Willkommen, herzlich tistllkoinnicn in der Hciinath! ' - War das eineabscheuliche Ileberraschnug, als ich nach vierzchntägiger Alnvescnhcit»ach Hanse? kämme und »nein geliebtes Kammerkätzchen nicht mehr borfinde! - - Wie ich mich geärgert habe, das kannst Dm Dir gar nicht denken. Die ganze Zeit batte' ich .mich daraus gefreut, das; Du, liebes Herz, >nir wieder daS Haar ordnen und überhaupt meine ganze Persönlichkeit wieder lady .lik'e gestalten würdest — ohne Dich bringe ich das nicht zu Stande, nicht lim die Schütze Indiens ' und da kämme ich heim und finde das Nest leer und höre 'voii Mama, daß mein geliebtes. Knochen einen Posten als Gouvernante angenommen hat, nun ein Paar Iudeudinleii zu bekehren. Pfui Teufel! Das war 'abscheulich. ■ „Mama hat mir zwar allerhand vorgeschwatzt, das; Du zu dieser Mission verpflichtet wärest, weil Mama Dich eigentlich für das Kloster bestimmt hatte, wozu Du aber-keine Lust zu haben scheinst. „Na, daß Dil Dich nicht uiSKloster vergraben willst, darin hast Du ganz' recht, aber das; Du darum Iiidelimädel bekehren mußt, das kann ich doch nicht begreifen. „In einer Beziehung wak es mir freilich recht, daß Du in meiner Abwesenheit nicht. bei,'Mama ■ geblieben bist, stveil dadurch der Pater Anseliich Dich nicht hat schkn können. Aber der arme Kerl hat einen Schlagansall gehabt; ich glaube bestimiilt, hat. Es soll ihm noch immer nicht gut gchen, nnb darum hast Du jetzt gar nichts mehr bon ihm z» fürchten und Harum bitte ich Dich inständigst, kouline sofort lviedcr zu uns zurück, ich kann Dich . nicht entbehren. „Die Indemiiädel siilb es doch sicher nicht wnth, daß ich Dich nnisthtttwilkeu entbehrc»' sollte. . '^Wenn Du nicht in dem abfchcnIicheii'Indenlstst wärest, wurde ich Dich, selbst holen, Aber in ^Wt.HndHiMnK?stH^-sM»s Of'sM'WW-':' luibfii alle mit einander nicht leiden kam,' so sind »nir'ddch die anfgedonnertcn Indendanikn mit ihren BrManteN und ihren ellenbreileil Spitzen, die sie durch den Slraßentchricht schleppen, noch weit i»ehr zuwider als. so'n alter, schnmpigcr Jude mit seinen SeUeiilöckchen. Und darum begreife ich auch Mama nicht. Was tnmmert cs uns, daß die Inden derdärnmt finb? Mir wenigstens ist das durchaus gleichgiliig. ' ' . >N»V daß Du das thust, was Mama als Deine Missioii bezeichnet, das glaube ich durchaus nicht. Denn ivclm xs sich auch miß nin Juden handelt, ^sobald, ich.Kinder, die mir von ihren Eltern ver-- tranensvoll zur Erziehung übergeben sind, dem, was diesen Elier^als Heiligstes gilt, abwendig zn .machen siichesttö begehe ich eine Infamie,-, nnd wer eine Infamie begeht, der wird verdammt."- - Mso damit die Inden nicht verdammt werden, sollte ichmich ni» mein Seelenheil, bringend' Das wäre eine Lächerkstlikeit in der dritten Potenz, ciner solchen , hist Du nicht fähig. ' „Lass" die Juden in der.Hölle braten, ipenn es ihnen gefällt, was kümmert sts nns? Du wirst doch nicht für sic die gebratenen Kastanien ans beut Feuer holen, nm Dich selbst dabei zu verbrennen? - " " . Bis hierher hatte Marina gelesen, daS Blatt entsank ihrer Haiid. Großer Gott! Hatte die Cpmtesfc recht? — war es in Wirklichkeit eine Infamie, die sic beabsichtigt hatte? — Bon diesem Standpunkte hatte sie ihr Thun bisher nie betrachtet■ wie hieß cs doch in dein Briefe: ' ' v „Wenn eS sich auch nur um Juden handelt sobald ich Kinder, die mir von ihren Eltern vertrauensvoll zur Erziehung übergeben sind, den«, was diesen Eltern als Heiligstes gjlt, abwendig -zu machen suche, so begehe ich ejne Infamie —* „Eine Infamie," murmelte sie mit bebenden Lippen, „eine Infamie! . Sie schlug sich mit der Hand gegen die Stirn; wo hatte.sic nur bisher ihre Sinne gehabt, daß sic das nicht sofort erkannt? Daß erst Plc Eomteste, ans "deren intellektuelle Fähigkcitkn sie sonst von Oben herab gesehen, ihr das hattesagen ». 'ßWWe'-WWW? - brauch des in sie gesetzte» Vertrauens, ein« Jnfaniie im höchsten Grade. -> - Was die einfache Coniteste mit ihrem handbackenen Berständ sofort erkannt,?fMKHW'WOU.MWWK?WWMWM^NNf?W?'' hohen geistigen Begabung, die sie oft an sich hatte rühnien hören, übersehen M"?»'WWWWWWMW'DMMDWerD?fs-. -