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Der Israelit · 1887-03-24 · Heft 24 (24.3.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 24 (24.3.1887)
Date
1887-03-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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426 sind, dagegen erhebt sich keine Stimme, damit ist alle Welt einverstanden. Die Nothwendigkcit jedoch, Gon zu dienen und diejenigen Seiner heiligen Gcbolc zu beobachten, die sich auf den Gottesdienst beziehen, wird seil Iahrtauscndcrl von vielen Menschen, die -sich weise dünken, in Abrede stellt. Wozu bedarf, fragen sie, Gott, der Allmächtige, der Schöpfer de-? Weltall-, der alles kann und alle? besitzt, deines Dienstes? Must cs ihm nicht glcichgiltig sein, ob du da? Fleisch in Lutter brätst oder in andern Fetten'/ Was schadest du ihm, wenn du am Sabbat deinen Geschäften nachgehst oder eine Zigarre rauchst? Was nutzt es ihm, wenn du am Pcstachscste ungesäuerte? Brot und Bittcrkräutcr gcnicstcst? Was sollen ihm die Opfer, die du bringst, verzehrt (.vr etwa da? Fleisch der Stiere und da? Fett der Widder? — Tiefer Eiuwand hat eine gewisse Berechtigung. In der That können wir dem Allmächtigen, dem Herrn und Eigenthümcr de? ganzen Wclltalls, nicht? geben und nichts nehmen. Aber nicht Seinetwegen, sondern unscrctwegcn hat uns Gott befohlen. Ihm zu dienen und Seine heiligen Gebote zu beobachten. Sämmtliche Goncsgebote knüpfen an den Auszug au? Mizrajim an. Ta? erste der zehn Gebote lauter: Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich hcrausgcführt hat au? dem Lande Mizrajim, au? dem Hause der Sklaven. Unsere Gonestrken.'ttnist ist. wie Rabbi Ichndah Hallewi im Buche tiiiiari ansführt, keine philosophische (a |*ri«*ri), sondern eine historische. So auch basin unser Gottesdienst auf der Befreiung au? dem ägnvlischen Sklavcnjoch. Damals hat uns Gott zu Seinen Ticucru erkoren und uns Satzungen anigelegr. deren Erfüllung da? Glück unsere? Leben? hienicden bilden und die Zuversicht der ewigen Seligkeit jenseil? des Grabe? gewähren. Wer also fragt: 26a? soll euch dieser Dienst e der sch liest! sich au? der Gemeinschaft Israel?, au? denn Zwecke unseres Dasein? aus. Die heilige Schritt hat die Elgcmhümlkchkert de? bösen Sohne? schon in ihrer wundervollen Svrachwcise angcdeutet. Während bei den drei andern Söhnen stet? in der Ginzahl gesprochen wird: und du sollst verkünden d c i n c m S o h n c <2. B. M. (5. in. L. 8), und e? wird sein, wenn dich fragen wird d e i n S o h n morgen (das. L. 14). wenn dich fragen wird dein Sohn morgen <r». B. M. (). B. 20), heistt es hier (2. B. M. 15. 12, B. 26) mr» _c? wird sein, wenn sprechen werden zu euch eure Söhne. Me weise Menschen, die nach der Wahrheit forschen, haben nur ein Ziel, die eine Wahrheit. Sie alle können gleichsanr in eine Person zusammcngesastt werden; ebenso kann man die Ginfälligen alle in eins zusammensasscn, und um wie viel mehr alle Diejenigen, die nicht zu fragen verstehen. Ta? Böse aber erscheint in den mannigfaltigsten Formen. Der (yinc lehnt sich gegen Gotte? heilige Gebote auf au? Gcnustsucht; er will den Durst nach erlaubten und verbotenen Genüsse» löschen und will in seinen Gcnüsscu durch nicht? behindert sein. Während er den Becher der Freude bi? aus die Hefe leert, fragt er höhnisch diejenigen, die sich durch Gotte? Gebot gebunden fühlen: Was soll euch dieser Dienst? — Der Altdere empört sich gegen das Gesetz au? Gewinnsucht; er lügt und betrügt und übervortheilt und arbeitet am heiligen Tage des Herrn, um seinen Besitz zu mehren. Al? Thoren erscheinen ihm die, welche e? nicht machen wie er, und hohnvoll fragt er sie: Was soll euch dieser Dienst? Erneu Tritten treibt der Ehrgeiz dazu, sich loszrrsagm von der Gemeinde I?rae!s. Nachdem er den Allhciligen verleuglret hat. macht er Earisre, zählt zu den Bornchmeu de? Lande? und fragt verächtlich seine ehemaligen Glauden?gclloffcu: Wa? soll euch dieser Dienst? Gin Brerrcr wild durch den Eigendünkel dazu getrieben, seine eingebildete Weisheit höher zu stellen al? unsere gotlgeossenbarte Religion und von seiner vermeintlichen Höhe hernieder fragt er die ihm beschränkt düukcudcn Berchrcr de? einzigen Gottes: Wa? soll euch dieser Dienst? — Wenn die fragenden Söhne, wie der weise Sohn. Belehrung gewünscht Hütten, so würde» sie zu den Vätern, die alle? selbst mitcrlcbt hatten crv oder nrrrr sagen können. Aber nicht um Belehrung handelt c? sich hier, sondern um die That. Zu der That ist Jeder verpflichtet, von der Vollbringung der gottgebotcnen That darf sich Niemand ausschlicstcn, auch nicht aus Bescheidenheit. Daher schlicstr die Hagadah mit Recht, das: c? sich hier um keine Frage, die Belchnmg wünscht, handelt, sondern lediglich der böse Wille aüsgedrückk wird, deal Gottcsgcsctze entgcgenzutreten. Einem solchen Fragesteller muß man die rechte Antwort geben, indem mau ihn von sich abweist, man must dem Thoren antworten nach seiner Thorhekt, damit er sich nicht weise dünke. (Fortsetzung folgt.) Zeituugsuachrichtc» und Corrcspoudeuze«. Deutschland. Mainz, 21. März. Wir erhalten von der anltlichcn Lebensmittel - Untersuchung? - Anstalt und Chemischen Versuchsstation zu Wiesbaden, (Tirrctor vr. Schmin) das nachstehende Gutachten:

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