Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1887)
- Date
- 1887-03-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVllI. Jahrgang. .AS 24. Der Israelit. - Ei, Zentral - chrgan für das orthodoxe IudentHum. Herausgegeben von Dr. Lehman» in Mainz. Donnerstag, den 24 Marz 5647 (1887). r t'-**r*y*+ Da mit dcm 1. April 1887 ein neues Quartal Beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich Bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. l^ir Leabstchtigcn nächstens eine Steilie woktgetungener ^orirails von berühmten, orthodore» Zeitgenossen, neust deren Biographien, unseren wir nicht Untertassen wollen. Lesern vor^nsühren, woraus jetzt schon aufmerksam zu machen Oie Äedaction des „Ssraetit". ' Lcitcuder Artikel. Kagadav lchet Wcßach. Zweite Serie. V. Mainz, der 21. Marz. „Ter böse Sohn fragt: Was soll euch dieser Tienst V Euch und nicht ihm? Und weil er sich ausgeschlofse'i hat aus der Allgemeinheit, hat er die Wurzel (unserer heiligen Religion) geleugnet. Und auch du, mache ihm die Zähne sruu'pf und sprich zu ihm: Ilm diesetwillen hat der Ewige mir gethan, als ich aus Mizrajim zog. Mir und nicht ihm. Wäre er dort gewesen, er wäre nicht erlöst worden." Wir haben bereits oben auf die vielen Schwierigkeiten hingewiesen, welche dieser Satz der .€>agadah in sich faßt, und wollen dieselben noch eiurnal hervorhebe». Zuerst mühen wir fragen: Was berechtigt den Verfasser der Hagadah. diesen Fragesteller als den bösen Sohn zu bezeichnen V Zn der heiligen Schrift (2. K. M. (5. 12, V. 26) erscheint diese Frage ganz trnschnldig. Nachdem Moscheh das Peßachopfer in Mizrajim und für die Folge- Zeilen auf Gottes Geheiß angeordnet hatte, fährt lr fort: „Und cs wird sein, wenn zu euch sprechen werden eure Söhne: Was ist dieser Dienst euch? w sollt ihr sagen: Ein Ueberschreitungsopser ist es dem Ewigen, La Er hinwegschritt über die Häuser der ttinder Israel in Mizrajim, indem Er die Aegypter schlug und unsere Häuser rettete. Und cs verneigte sich das Volk und sic bückten sich." — Schon in dem Angeführten bietet sich die zweite Schwierigkeit dar: Warum gibt der Verfasser der Hagadah nicht dieselbe Antwort wie die heilige Schrift und stellt statt dessen die Anrede hin, die dem Sohne gebärt, der nicht zu fragen versteht V Die dritte Schwierigkeit ist die, daß in dem Worte euch, eine Ausschließung aus der Allgemeinheit gefunden wird; man könnte ja sagen, daß das Wort „euch" ganz angemerien erscheine, da hier zu dem Geschlechte gesprochen wird, welches aus Mizrajim zog. Zum Vierten muß erörtert werden, wieso das Sichgegenüberstellen der Allgemeinheit ein Angriff gegen die Wurzel unserer heiligen Religion bedeutet, und zum »Husten muß erklärt werden, was den Vcrsaster der Hagadah berechtigt zu sagen, daß dieser Fragsteller, wenn er in Mizrajim gewesen, nicht erlöst worden wäre. Zu den Sprüchen der Väter lehrt Rabbi Schimeou der Gerechte: Auf drei Dingen steht die Welt: auf der Gotteslehre, auf Bern Gottesdienste und auf der Hebung von Wohlthateu; mit andern Wotten: drei Tinge bilden die Grundlagen der sittlichen Weltordnung: Die Erkenntniß (die Ausbildung und Erleuchtung unserer Seele durch Belehrung und Wissenschaft), der Gottesdienst und die Menschenliebe. Daß die Erkeniilniß und die Menschenliebe für den Bestand der Welt nothiveudig