Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 23 (21.3.1887)
- Date
- 1887-03-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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4M stimmten Kreise zu vertreten, sei der Verein auch im letzten Jahre bemüht gewesen. Tie fmanzicllc Lage ist eine recht günstige, der Reservefond beträgt c. 9000 Mark; hc.rvorgctiobcn wurden verschiedene größere, zu bestimmten Anlässen von Wohlthätcrn gespendete Beiträge. Ter Zittaucr Gemeinde bat der Vorstand zur Anlegung eines jüdischen Vcgräbnißplatzcs 50 Mark bewilligt. An den ersten Punkt der Tagesordnung schloß sich die Neuwahl des Vorstandes, und cS wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder I)r. A. Berliner, M.I. Blume nt hal (der leider inzwischen verstorben ist), FuliuS K almuS, H. Stein und an Stelle des auSgeschicdcuen Herrn H e i m a n n, der eine Wiederwahl ablchme,'Herr Brasch gewählt. Tie günstigen Finanzen dcS Vereins haben den Vorstand veranlaßt, an eine Erweiterung der VcrcinSanfgaben zn denken, und cS wurde nach längerer Tcbatte beschlossen, dem Vorstand die Berechtigung zu erthcilen, in gewissen Fällen auch zu den Kosten der Beerdigung von Nichtmitglicdcrn bcizutragcn. Tie Versammlung legre ein rühmliches Zengnitz von den Humanitären Bestrebungen des in schöner Entwickelung fortschreitenden Vereines ab. Berlin, 14. März. Ter Geheime Fuftizrath und ordcnrliche Professor der Ncchlswisicnschaftcn an der Berliner Universität Tr.L. Goldschmidt, der ebenfalls den narionalliberal-konfervativen Aufruf unterzeichnet, hat feine in mehreren Artikeln niedergclcgtc politische Ansicht in einer soeben erschienenen Brochürc „Zur Ncichstagswahl" einem größeren Publikum unterbreitet. Mit flammender Begeisterung vertritt Herr Prof, Goldschmidr seinen Standpunkt, den er seinen Glaubensgenossen dringend ancmpsichlt: mit begeisternder Wärme protcstirl er gegen den Antisemitismus, verurthcilt er die Hctzbcwcgung der letzten Fahre. Tic Schrift findet in regierungsfreundlichen Kreisen ungethciltcn Beifall. — Tr. A. Berliner har sich nach Nom begeben, um in den nächsten vier Wochen in der Vaticana eine Ncihc wissenschaftlicher Aufgaben zu erledigen. — Wie Wiener Blauer melden, ist daselbst der Hochstapler Frunkin alias Nodkinsohn wegen Wechselsälschungen und anderer Schwindeleien verhaftet und der Pcrersbnrgcr Polizei ausgclicfcrt worden. Herr Nodkinson war Redakteur der auf Kosten der Judenmission hcrausgegcbcncn hebräischen Zeitschrift „Hakol". war mir Rohling eng alliill und hatte cs verstanden u. a. das Vertrauen des Herrn Prof. Lazarus in schnöder Weise zu täuschen. Hörde in Wcstph., in. März. Fm Fahre 1*76 wurde hier unter Zustimmung der Regierung eine Simultan-VolkSfchule errichtet, der sich alle Konfessionen anschloffen. Tie Katholiken traten jedoch bald von dem Vertrage zurück, so daß nur die Evangelischen und Juden der Volksschule ihre Kinder zuführten. Nachdem die Anffchten in RegierungSkreiseu in Bezug auf das Simultanfchulwcseu andere geworden find, Hüne die Regierung gern die Verhöltnine geändert, zumal die Schullaftcn der Karholikeu wesentlich höhere find, als die der anderen Konfessionen, indem die meisten Arbeiter hier katholisch find, jedoch wenig Steuern zahlen können. Tic Katholiken wünschen die Ucbcrnahme ihres Schnldcfi.zits auf den Kommnnaletat. die Regierung stimmte dem zu und die Sladlvcnrclung erklärte sich auch hierzu bereit, stellte aber die Bedingung, daß die katholische Schule dann dem städtischen Schulkuratorium unterstellt werde. Tics mochten die Katholiken wieder nichl. Nunmehr scheint die Negierung die Aufiösung des simultanen Verhältnihes in anderer Weife herbciführeu zu wollen; sie har nämlich ungeordnet, daß der an der Konnnunal-Volksschulc angestellte jüdische Lehrer forian nur die vorhandenen Kinder jüdischer Konfession unterrichten dürfe. Oestcrr.-llngar. Monarchie. Pcfth. Zu Ehren des hier seit 25 Jahren auf dem Gebiete der Ohrenheilkunde thätigcn außerordentlichen Universitäts-Professors Tr. FnlittS Bölke tFude), der das fpeciclle Studium der Ohrenheilkunde zuerst bei uns einführte, wurde heute Vormittags im Rochusspital, im Lehrsaale der ll. chirugischen Klinik, von Seiten seiner gegenwärtigen und zahlreicher gewesener Schüler eine Ovation veranstaltet. Anwesend war auch der Prodccan der medicinischen Facnltät Tr. Josef Fodor, die Profeporcn Lumnivcr, Navratil, Laufenauer und K etl i. Nachdem Tr. Bölke durch eine Deputation abgcholt worden war, wurde er von Tr. Karl Laufenauer als der Schöpfer der ungarischen Ohrenheilkunde begrüßt. Er cntgegnete, er finde nun für seine Anstrengungen feinen schönsten Lohn in der Anhänglichkeit seiner Schüler, welchen er für die heutige Ovation nochmals seinen Tank aussprecht. 5 c tt i II c t # B. WiHet. YrzLhlung von S. Kohn, Brrfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Ter Schullehrer schien von dem in W. herrschenden 'Mangel nicht sehr erbaut. Er war hungcrig und bedauerte es lebhaft, einen tüchtigen Schinken,