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Der Israelit · 1887-03-21 · Heft 23 (21.3.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 23 (21.3.1887)
Date
1887-03-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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413 mehr nicht hier, wie an zahlreichen andern Stellen, die einzeln anzuführcn zu weitläufig wäre, die bemurmle Tendenz ausgesprochen, eine enge gesellschaftliche Verschmelzung der Brüder herbeizuführen: nicht thatsächlich das Bestreben auf die Fahne geschrieben, jene gefahrvolle „Rivellirung" berbcizuführen, deren Mögligkeit die Redaktion des „Israelit" in Sir. 11 d. vor. Jahrganges ahnend in Erwägung zog, die aber der übereifrige Gewährsmann und Logenverfechter weit, weit von sich wies? Hat mau je gehört, daß z. B. ein städtischer Armenvflcgeverein, der nichts, absolut nichts anderes als Armenunterstützung bezeckt, Picknics und Tanzkränz- Lcn veranstaltet? Gr läßt seine Beiträge von den Mitgliedern einheben, die Ausschußmitglkeder kommen zu gewissen Zeiten zur rein geschäftlichen Beratung zusammen und damit Punktum. Im Angcstchte der Thatsache nun, daß der Orden offen und bei jeder Gelegenheit die moralische und geistige Hebung seiner Mitglieder zu seinen vornchmlichsten Zielen zählt, muß man sich befrenidet fragen, wie kömmt der orthodore Fürsprecher desselben dazu, die Erklärung abzugcben, der Orden bezwecke nur <Liebe Schluß in drr Beilage.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschlaud. Mainz, 20. März. Dienstag, 15. März starb zu Frankfurt a. M.Hcn Jonathan Mauer ra. Derselbe hatte, ein geborener Mainzer, früher in Mainz seinen Wohnsitz und gehörte im Jahre 1*53, als i» die unterbaute Synagoge Orgel und andere sogenannte Reformen eingcsührl wurden, zu den Mitbegründern der orthodorcn, isr. Rcligionsgcscllschaft, deren Borstande er i:s Jahre lang, bis zu seinem Wegzüge von Mainz, angehörtt. Wir brauchen, nach dem Gesagten, die religiöse Richtung des Verewigten nicht näher zu schildern. Einmal nahm er sogar Gelegenheit, für Tsrr öffentlich crr. raps zu fein. Als die nnjüdischc Sitte auskam, Blmnen auf die Gräber zu pflanzen, entfernte er gewaltsam die Blumen von dem ersten, dcran geschmückten Grabe und wurde dcßhalb vor Gericht gestellt: dieses aber erkannte seinen religiösen Eifer an und ließ es bei einer kleinen Ordnungsstrafe bewenden. — Auch' in der Ferne bewahrte Herr Mayer ay die größte Anhänglichkeit für feine Vaterstadt und deren religiöse Institutionen. Als Mitglied der »m? tnzn beging er noch in hohem Alter alljährlich den Fasttag derselben und kam stets zur Feier des Stiftungsfestes nach Mainz. Oft sprach er in jüngster Zeit von dem 200jährigen Bestehen des genannten Vereins, dessen zweite SSculärfeier s. K. w. im nächsten Jahre v2ro n"i) f?"st» n'tnrs festlich begangen werden wird. Er sollte sie nicht erleben. Wiewohl im 75. Lebensjahre stehend, war er noch kräftig und rüstig, alS er in Folge eines Schlaganfalls hinweggenommen wurde. ri-STS-m Möge seine unsterbliche Seele der ewigen Seligkeit theilhaftig werden! — Königshofen, im Grabfelde, 16. März. Mich auf Ihre Mittheilung in voriger Nummer, die Militärpflicht der jüdischen Religionslehrcr betreffend, beziehend, bin ich in der Lage, Ihnen aus Bayern Günstigeres berichten zu können. Bei uns haben alle Schuldicustcxspektanten — das sind solche, welche das AustrittScramcn am Schullchrerscminare bestanden haben und sich an dem Fortbildungskurse fürDolksschullchrer bctheiligen — die Vergünstigung der scchswöchcntlichcn Militärdienstzeit. So habe ich und viele meiner in Bayern angestellten .Kollegen nur 6 Wochen in aktivem Militärdienste gestanden, trotzdem wir nur Religionslehrcr sind. Auf eine Anfrage wurde vor mehreren Jahren von einer höhcreu Militärbehörde der Bescheid, daß diese Vergünstigung nicht durch eine Anstellung an einer Elementarschule, vielmehr durch das bestandene AuStrittscramen bedingt sei. Von Unterfranken aus zu urthcilen, scheinen überhaupt die jüdischen Verhältnisse in Bayern besser als in anderen Staaten zu sein. Tie unterfränkischcn Religionslchrcr stehen vollkommen unter dem Schutze der h. K. Regierung. Dieselben treten erst tiach Genehmigung letzterer in Ticust und keine Gemeinde kann ohne triftige Gründe ihrem Lehrer kündigen. Meyer Adler, Lehrer. Berlin, ». März. Vorgestern Abend hielt der innerhalb der Israel. Synagogcngcmcinde Adaß- Jisroel seit II Jahren bestehende „Äsricl-Verein", welcher die Tendenz hat, seine Mitgliedern in.ZkrankheitS- und Stcrbcfällen 2c., sowie durch Darlehen zu unterstützen, seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Zunächst erstattete der Begründer und Vorsitzende des Vereins, Herr l>r. A. Berliner, Bericht über die finanzielle Thätigkcit und die Vcrcinslage im verflossenen Vcrwaltungsjahrc. Anknüpfcnd an ein Schriftwort betonte der Redner, daß die wahre Anhänglichkeit an Gott in der Nacheiferung feiner Eigenschaften, seiner Güte, Barmherzigkeit u. s. w. bestehe, und diese Aufgaben nach menschlichen Llrästcn in einem be-

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