Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-03-21 · Heft 23 (21.3.1887) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 23 (21.3.1887)
Date
1887-03-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449721--26122-2515911
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

411 genießen will, so mag es geschehen am Schlüsse jcbcs Mahles; aber nicht, nachdem man das gottgeborene Pcßachopfcr verzehrt hat. Diese Pcßachnrablzcit ist von Gon geboten worden zur Erinnerung an die Begründung unsres Bolksrhums, an die Erlösung aus Mizrojim, an unsre Erwählung zum Gonesvolke. Kein fremder Gedanke soll diesen Gedanken verdrängen, keine fremde Wissenschaft soll uns von dieser hohen Bestimmung abwenden, keine fremdatiruc Forschung darf uns verleiten, die Satzungen unsres Gottes, Venn wir sic auch nicht verstehen und begreifen, in den Hintergrund treten zu lasten ~r/'> mcy rrrrz tj-o’ „Tie Furcht vor Gott, die reine, sic besteht für die Ewigkeit." t Fortsetzung folgt.) Der Hrden der Ane Mttö und das orLHodore Iudenlßum. Geehrter Herr Aiedacteur: Tie Gesetzestafeln und der Eid, der am Berge Sinai uns für ewige Zeilen an sic und ihren IuhaUgcft sielt hat, sind cs, die mich heute die Feder crfanen lasten, uin für ihre, in meinen Augen stark bedroht erscheinenden Interessen meine schwache Ärast cinzusctzcn. Wenn der Reisende eines Zuges wahrnimrnt, daß die Lokomotive einer Gefahr entgegenbraust, dann gebietet ihm sowohl die Sorge für sein eigenes Leben, als auch für dasjenige von Hunderten ahnungsloser Menschen das Nothsignal ertönen;» lasten, dcstcn schriller Ton den oder die Leiter des Zuges ermahnen soll, in der verderblichen Richtung jäh und plötzlich Halt zu machen. Fn der schweren Lage dieses Paiiagicrs beiläufig befindet sich Schreiber dieser Zeilen. Er glaubt wahrzuirchmcn, das; das Vehikel der Orthodoxie in Folge einer unglückseligen Täuschung auf eine fdiicfc Ebene gerathcn ist. Nicht etwa als ob er von der Annahme ausginge» er allein sei der Einzige, der diese vcrhängm'ßvollc Wahrnehmung gemacht habe. Rein, cs sehen sie tausend und abertausend Augen, das beweist die scheue Unruhe, die angstvolle Beklommcndeit, die sich allerorten im Mrcifc der Müpassagrere knndgibr. Aber den Einen täuscht die große Entfernung, in welcher derzeit noch die Katastrophe crbliät wird , der Andere wird von gcwisienlosen Egoisten über den vcrhängnißvollcn Eharalrer der Gefahr beruhigt, und der Trine beruhigt sich selbst, den Blick vertrauensvoll auf hohe, gleisnerisch schimmernde Signallichlcr richtend. Nun denn, ich habe, cinzig und allein der Stimme des Herzens und Gewissens gehorchend, mir cntschloffener Hand die Norhlcine erfaßt, um den 1t lang des Signals zu erwecken! Ihnen aber, Herr Rcdactcur, dem auf hoher Warte stehenden Bcrtheidkger unsrer Hclligca Intercsicn, liegt cs ob, den warnenden Ruf weiter zu verpflanzen auf der ganzen gefährdeten Linie, damit die Getäuschten aus ihrem Irrthum erwachen, der Glaube an die Helden der tönenden Phrase aufhörc und — worauf es nicht zum geringsten Thell ankömmt — jene verführerischen Lichter verwandter Färbung — eingezogcn werden! Das Thema, über welches ich mich auslaffen will, ist kein neues in den Spalten des „Israelit-. Wiederholt ist cs in den Blättern des vorigen Jahrganges angeregt worden: ich meine das Thema über die Gefährlichkeit des aus Amerika imporlirtcu sogenannten Bnö Britli-Ordens, gefährlich für das gcsctzesrrcuc Iudcnrhum. In Ar. 14 brachte der „Israelit" sogar zwei hochbedeutsame Zuschriften aus Berlin in dieser Angelegenheit, die eine contra, die andere pro und schon damals konnte die geehrte Redaktion, trotz der Ucbcrzeugungswärme des BerthcidigungSbricscs sich nicht auf die Seite desselben stellen, konnte sie schwere Bedenken gegen eine „Verbrüderung mit von dem Rcligionsgesetze Abgcfallcncn" nicht unterdrücken. Tic Zeit, die seit dem Erscheinen jener Nummer des „Israelit" verflossen, hat leider bewiesen, daß jene Bedenken nur zu begründet waren, daß das Zusammengehen der Gestvcstrcncn mir jenen Bereinigungen, eine eminente Gefahr für die Orrhodorie bildet, ja daß. wir sprechen cs frank und frei aus, diese naturwidrige Annäherung alle Errungenschaften der letzten Jahrzehnte b “ mir der Vernichtung bedroht! TaS wollen wir, in Anlehnung an die obenerwähnten zwei Zuschriften in logischer und ruhiger Darlegung beweisen. Wir fordern selbst eine scharfe Kritik für unsere Aus» cinandersetzung beraus, verlangen von Niemandem eine andere Rücksichtnahme, als die, welche ein jeder rcchlschancnc Mensch der Wahrheit schuldig ist. Hat man aber einmal unsere Gründe mit scharfem Blick geprüft und ihre Richtigkeit anerkennen müssen, dann — ja dann erwarten wir von Jedem, der keinen Zoll von dem heiligen Boden unseres Standpunktes gegenwärtig oder sonst je prcisgeben will, daß er mit osicncrn Mauuesmurh die künstlich Hergestellte Brücke von tönenden und inhaltlosen Redensarten zwischen der Orthodoxie und dem B. B. Orden durchbreche und für alle Zeiten zerstöre, — daun mn das Losungswort in iiraft: rs *rb rs! Leben wir »ns einmal denjenigen Grundsatz der Ordensstalutcn an, den man hauptsächlich als einen Freibrief für die Orthodoxen bettachtet: Den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.