Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 23 (21.3.1887)
- Date
- 1887-03-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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416 Lenker des Weltalls. Wie Gott in zehn Aussprüchen die West erschaffen Kat, so hat er in Mizrajirn zehn Wunder gcthan, welche jenen Schövfungswarten entsprechen, und daher heißt es auch in dem ersten der sehn Geboren: „Ich bin der Ewige, dein Gott, der Ich dich hcrausgcführt habe aus dem Lande Mizrajim, aus dem Haufe der Sclavcn." — Zu den Mizworh, die Jedem ohne Weiters verständlich surd, gehört die Einsetzung des PcßachfcsicS selbst als eitle Erinnerung an die Erlösung, als ein Tanlfcst für die Befreiung. — Zu den Pikndim, die Gon nuS, Seinem auscrwähltcn Volke gegeben, gehören die Bestimmungen, das; der Nichtisraclit. das; der seinem Vater im Himmel entfremdete Israelit, daß der Unbcschniltcuc nicht von dem Peßachopser genieße» dürre. Zu bcn llnbeschnittencn gehören auch diejenigen, an denen ohne ihr Verschulden die Bcschncidurrg nicht hat vorgcnommen werden können, zum Beispiel s-.x n'r*rr, rsns vn.s. Wer von den Männern oder Knabe» Israels das Bundcszcicken Gottes nicht an seinem Körper trägt, darf von dem Peßachopser nicht essen. — Zu den (iboth, zu den Erinncrungs- Zeichen an die von Gott irnS gcthanen Wunder, gehören Pcßach. Mazzah und Maror; Pcßach, weil Gon die Häuser der Israeliten überschritt, als Gr die Erstgeborenen in Aegnptcn schlug; Mazzah, weil unsre Voreltern in der Eile des Auszuges nicht Zeit fanden, den Teig säuern zu lasten; Maror, weil die Acgyptcr das Leben unsrer Voreltern durch schweren Knechtcsdicn't verbitterten. — Auch die Mifchparim, welche die RechiSverhältniffr der Menschen zu einander betreuen, sind vertreten. Tas Pcßachotster mußte in einer Ebaburah. in einer zu diesem Zwecke zusammengetrerenen Vereinigung gegessen werden — ein Smnbol, daß Eluigkeir, Friede und Freundschaft vorherrschen tollten. — Tie am schwierigsten und oft gar nicht zu begreifenden Geseke unsres Gottes sind die etti, die Satzungen, deren Erkärrmg sich meistens urrsrcm Versräudninc entzieht. Wir erfüllen diese Satzungen, ohne daß wir sie begreifen, lediglich ans dem Grunde, weil Gort, unser Herr, sie uns. geboren hat. Wir haben schon oben darauf hingewiescn, daß der Psalmift im 19. Psalm die hier irr Rede siehendcn secks lasten aufzählr und dabei die Ehuckim mit den Worten n rar, „die Furcht vor Gott" bezeichnet. rr,~y rrrrs rxr. ' „Tic Furcht vor dem Ewigen ist rciit, besieht für die Ewigkeit.- Tadnrch, daß wir die (5bucfim beobachten, wiewohl wir sie nicht begreifen, schließen wir uns eng an den Ewigen, den Nnbegreisiichcn, an und erlangen dadurch das ewige Leben. Auch die Ehuckim sind in den Borschristen über da- Peßachfesl vielfach vertreten, so daß das ganze Pcßach ein pn genannt wird, wie cs heißt (2. B. M. (5. 12, L. t 7.) csot* nn zr'r, r*t asn-rr dry. „Und ihr sollt beobachten dieses Fest für eure Geschlechter als eine ewige Satzung; ferner ldaselbst E. 12, V. 43): —r.-r r-pn nr«r „dies ist die Satzung des UeberschreitungSopscrsferner (daselbst (5. 13, B. 10); rx-y.rb nwn rpnn ns msr nc*2*. „Und du sollst beobachten diese Satzung zur bestimmten Zeit von Jahr zu Jahr." — Ter Verfall er der Hagadah hebt in der in Rede sichenden Antwort cm p-n hervor, welches wir nur durch die Tradition kennen, nämlich, daß wir nach dem 6enuffe des Pcßachopfcrs keine Speisen mehr zu uns nehmen dürfen. Sonst wird am Schluffe eines Festessens Tepert . süße Früchte und dergleichen (vergleiche Pcßachim lind.) anfgetragcn und als Rachrisch verzehrt. TaS darf, nachdem das Pcßachopfcr gcnvllen worden, nicht srattsinden. Der Geschmack des Peßachopsers soll uns im Munde bleiben und in jener flacht durch nichts Anderes verdrängt werden. — Warum hebt die .vagadah gerade diese Bestimmung hervor? Es ist eine große Lehre, die uns hier gegeben wird. Gerade der weife Sohn bedarf der sorgfältigsten Erziehung und Anleitung; ihm kann sein Wst,cnsdnrst nur zu leicht gefährlich werden. Weil er von Natur gut beanlagt ist und die Forschung liebt, wird er sich auch mit andern Wissenschaften beschäftigen wollen. Der Talmud erzählt uns (in Traktat Horioth) von einem großen Manne, Namens Rabbi Elicser den EhiSma. welcher hervorragende Kenntnisse in der Astronomie sich erworben harte. Es fällt ganz besonders ins Gewicht, das; dieser große Gelehrte am Schluffe des dritten Abschnittes der Sprüche der Väter alle übrigen Wissenschaften, wie Geometrie und Astronomie. im Vergleiche mit der eigentlichen Thorawisscnschast als ein Tepert der Weisheit bezeichnet. — Hast du einen weisen Sohn, dem der allgütige Gon gute Anlagen verliehen, der es liebt zu lernen und zu forschen und sein Wissen zu vermehren, so belehre ihn frühzeitig, daß das eigentliche und wirkliche Gebier unserer Forschung, der wahrhafte Schatz unseres Wissens, die Thora und namentlich die mündliche Lehre ist, daß die Thora den Grundstock unsrer geistigen Nahrung bieten soll, daß hingegen alle üdngcn Wissenschaften, und hätte» sie auch noch so einen realen Boden wie die Geometrie und die Astronomie, den süßen Früchten zum Nachtisch gleiche», von denen man wohl genießen darf, die aber nicht zu unsrer Erhaltung und Kräftigung beitragen. Und wenn man von diesem Dessen