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Der Israelit · 1887-03-21 · Heft 23 (21.3.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 23 (21.3.1887)
Date
1887-03-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVBL Jahrgang. M 23. Der Zsraelit. El, KenLrat - Hrgan für das orthodore ZudenLhum. Hcrausgegebeu von Dr. Lehman« in Mainz. Montag, de» 21. März 5647 (1887). Leitende Artikel. ZUM 22. Warz. Am 22. März d. I. tritt Seine Majestät, der deutsche Kaiser und König von Preußen, Wi lhem I., in da» 91. Lebensjahr. Nie zuvor hat ein Herrscher eines so großen und mächtigen Landes ein so hohe» Lebensalter erreicht. Schon dieser eine Umstand läßt die reiche Gnadeufülle erkennen, mit welcher der allgütkge Gott unfern erhabenen Kaiser gesegnet hat. Und wie reich gesegnet ist außerdem dieses lange und thatenreiche Leben'. Welche gewaltigen Erfolge sind darin zu Tage getreten! In der frühen Jugendzeit de» königlichen Prinzen lag der preußische Staat zertrümmert, schmachtete Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung — und beute sind die deutschen Stämme wieder geeinigt, ist der alte Kaiserttaum des deutschen Volkes in Erfüllung gegangen, und mit freudigem Stolze blickt jeder treue Sohn des geliebten Vaterlandes zu dem Heldengreise empor, der unter göttlichem Beistände so großes vollbracht hat. Ja, unter göttlichem Beistände! Don all den hohen Tugenden de» erhabenen Monarchen ist die am meisten bcrvorzuhcdcn, daß der Sieger an der Spitze der siegreichen Heere niemals sich selbst den Preis des Ruhmes zucrkannt, sondern stets und immer — bei jeder neuen Sicgcsnachricht — die Hilfe und die Gnade des allmächtigen Herrn der Hccrschaaren anerkannt, ausgesprochen und gepriesen hat. Wie einst Salomo von Gott mit drei großen Gaben begnadet wurde: Weisheit, langes Leben und Rcichchum, so auch Kaiser Wilhelm. Mit Weisheit regiert Er Seine Völker; langes Leben ward chm zu Theil wie nie zuvor dem Herrscher einer großen Nation, und des Ncichsthums höchste Fülle erblüht dem erhabenen Heldengrcise in der Liebe Seiner Völker, die an diesem frohen Jubeltage zum All gütigen emporsenden die heißinnigsten Gebete für den Vater des Vaterslandcs, den Schirmherrn des deutschen Reichs, den bescheidenen und demuthsvollen Herrscher. Gott segne und erhalte Ihn und Sei« erhabenes Haus! — Kagada? schet ^eßach. Zweite Serie. IV. Mainz, 17. März. Die Antwort, welche der Verfasser der Hagadah für den weisen Sohn empfiehlt, lautet: : p'-p'Es rcsn “ns yrcsc ,s nosn noVra \b ich nns „Und auch du sage ihm, wie die Halachoth des Pcßachopfcr» sind, daß man nach dem Genüsse des Pcßachopfers keinen Nachtisch verzehren darf." Schon in den Worten nns die ebenfalls dem bösen Sohne gegenüber gebraucht werden, ist angedeutet, daß hier nicht dieselben Antworten erfolgen, die in den betreffenden Bibclstcllcn gegeben werden. Wir haben oben auScinandergcsctzt, daß der weise Sohn nach dem Wesen der gcsammten Gotteslehrc fragt, wie sie in jenen sechs großen Klassen enthalten ist. In der in der schriftlichen Lehre gegebenen Antwort sind dieselben nur angedcutct, aber nicht vollständig erklärt; dazu bedarf es der mündlichen Lehre, der Tradition, nrx 7*. „Und auch du," gib du deinem Sohne wieder, was du von deinem Vater gehört, von deinem Lehrer gelernt hast; seye ihm die Halachoth, so weit sie das Pcßachsest betreffen, auseinander. In den Vcrfchriftcn über das Peßachfest sind jene sechs Klassen sämmttich vertreten. Zu den Thoroth gehört der Glaube an den einzigen Gott, den Schöpfer und

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