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Der Israelit · 1887-03-17 · Heft 22 (17.3.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 22 (17.3.1887)
Date
1887-03-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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(Vergleiche Psalm 1», wo jedoch statt o-pn gesagt wird 'n rxr, was wir später erklären). Tie nrra, wörtlich „Lehren," sind, die Grundlagen unsrer heiligen Religion. die man „Dogmen" nennt. Sie sind Gegenstand des Glaubens. Dahin gehört der Glaube an den einzigen Gott, an die Schöpfung der Welt durch Gon, an den göttlichen Ursprung der Thora, an die Unsterblichkeit der Seele, an Belohnung oder Bestrafung im zukünftigen Leben, an die göttliche Wcltlenknng und Vorsehung und viele andere. — Zeugnisse, sind sülche Gebote oder Verbote, welche Zcngnist oblegen für die Weltlenkung Gottes und die Schöpfung durch Ihn. Tahin gehören die Vorschriften über die Feier der Sabbate und Festtage, und die Gebote, die sich an diese knüpfen. — rr-rps, Verordnungen, sind solche Gebote, die ans dem besonder» Verhältnisse, in welchem sich Israel zu seinem Gotte befindet, hervorgchcn, wie z. B. die Veschneidnng. — rr-sr?, Gebote, sind solche, die von dem menschlichen Verstände ohne Weiteres gerecht und angemessen befunden werden, wie z. V. das Gebot der Elternchre! Z'pr>, Satzungen, sind die uns völlig nnvcrständlichen Vorschriften, wie die über die nsrjx rru, die rothc jtuh, das Verbot, Kleider zu tragen, die aus Wolle und Leinen bestehen, und viele andere. — z'ztzz, Rechte, sind diejenigen Gesetze, welche die Verhältuiffe zu den Mitmenschen, namentlich in Bezug auf das Eigcnthnm regeln. Von diesen grosten sechs Gruppen deutet der weise Sohn in seiner Frage drei an. *.:-rx 't rrs ~rx. Durch das Wort mt wird ans die Mizwoth hingcwiescn; Haschcm, der unbcgrcistiche Gotlcsnamc nmfatzt die Thoroth, die Dogmen, die lediglich Gegenstand des Glaubens sind: „unser Gott," deutet die L-7-pL an, die sich auf das bevorzugte Verhältnis; Israels zu seinem Gotte beziehen. Ausdrücklich aber fragt der weise Sohn nach den c*p*.n nn? rrtxrs*., nach den Zeugnissen von Gottes Weltlenkung, nach den ganz unverständlichen und nnbcgreistichcn Satzungen und endlich nach den von Gott eingesetzten Rechtsverhältnissen zwischen Mensch und Mensch. Ehe wir die Antwort erläutern, müssen wir das viclbcruscnc Wort crnx, das der weise Sohn in der Frage gebraucht, erörtern. — Was ist der Unterschied, so hört man fragen, zwischen dem Kn und dem jm? Der letztere sagt der erstere crnx. Gerade wie ich folgerexpi KP, so kann man auch folgern v?x »h Kr». — Tie einfachste Lösung dieses scheinbaren Widerspruches ist die folgende. Ta der tvcise Sohn gesprochen hat rrx ’o’r-x '-j rrs, „die da befohlen hat der Ewige unser Gott", so hat er ein Mißverständniß nicht zu fürchten; durch diese Worte hat er ja sich mit inbegriffen und zu der Gemeinde Israels als zugehörig bekannt — wer dürfte ihn ausfchlicßen? Demnach wäre jedoch immer noch zu erörtern, warum der weise Sohn nicht in derThat unx sagt; denn dann wäre ja jedes Mistverftäudnist ausgeschlossen. Allein wir müssen bedenken, datz die Thora hier mit den xsrn -rn spricht, mir dem Geschlcchre, welche» aus Mizrajim gezogen und die Lszenbarung am Sinai empfangen hat; daher must der weife Sohn K?rr und kann nicht M» sagen, denn er will ja erst lernen und nnlcrwicsen werden. „Tu, mein Vater, hast die Stimme Gottes vernonimen, an Dich jü der Gottcsruf ergangen, lehre mich die Zeugnisse, Satzungen und Rechte, daurir auch ich sie befolgen lerne." Wir können noch eine andere Erklärung hinzufügen. Das Wort rrs hat in der hebräischen Sprache eine dreifache Eonstruklkon: Mit dem Tativ, mir dem Accnsativ und mit by. Mit dem Dativ bedeutet es in der Regel einen Befehl au die betreffende Person und an Niemanden sonst. So berichten unsere Weisen, dass, als Moscheh, nachdem das Volk das goldene alb gemacht hatte, die Bethörten entschuldigen wollte, er zu Gott sprach: xPi rrs * cnP, „mir hast Tu geboten und nicht ihnen." — rrs mit dem Accnsativ hingegen richtet sich an die betreffende Person und an alle, die zu ihr gehören, so daß das Wort kpx soviel bedeutet wie re» k.-s*; während die Eonstruktion mit by, bei einem Verbote angewandt wird. (Vergleiche 1. B. M-, (5. 2, V. io c-isrt by erpx 'n nn). Demnach schliefst der weise Sohn sich mit ein, da er sagt Krrr :;npx ’i rrs ~.rx „die der Ewige unser Gott, euch (d. h. mir und euch) befohlen hat."*) — (Fortsetzung folgt.) 'Arof. <Lazarns an die deutschen Juden. Berlin, 10. März. Selten hat eine Schrift ein so ungethciltes Aufsehen, selten eine Schrift auf der einen Seite solche Erbitterung, auf der anderen einen solchen Jubel wachgerufcn, wie die Brochüre, welche Herr *1 Title Erklärung in von Rabbi Jakob inndea, der;ur Brkiäiügung brlsrU.ru aus Iosua (5. 23. 2?. 15 hinwrin. Tort siebt «an KPX dir frlrrnc ,\onn was uniere *?tii« crtlcrcn Knx' T'X; Beim nun hier auch nicht ftebr. KTX* 'ordern errx, so in doch die Bedeutung dieser beiden ii'out gan; dieselbe. —

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