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Der Israelit · 1887-03-14 · Heft 21 (14.3.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 21 (14.3.1887)
Date
1887-03-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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37« Daß uns dies gelungen, beweist die Anerkennung der Schulbehörde, die mit Befriedigung die Leistungen unserer Schule vielfach belobt hat. Hand in Hand mit dem zeitgemäßen Unterrichte und ohne Schädigung desselben, geht der Unterricht in der hebräischen Sprache und der heiligen Schrift, die Unterweisung in den Grundsätzen der Religion unserer Däter. Die Kinder. welche au unserer Schule die Gimndlage ihrer künftigen Fortbildung, ihrer ferneren Entwicklung erhalten, sollen tüchtige Männer und treue, echte Juden werden, bereit ciuzustehcn für den Glauben ihrer Väter und befähigt, allen modernen Anforderungen zu genügen. Tics ist unser Ziel und Streben, und wahrlich, es ist jeder Unterstützung wenh! Möge unser Ausruf nicht ungehört verhallen und möge der zahlreiche Beitritt gesinnungsverwandter Glaubensgenossen cs uns ermöglichen, auf gesicherter Basis und mit reichlicheren Mitteln die berechtigten Zwecke unserer Lercinsvolksschnle zum Ziele bringen! Dem Vereine sind im Jahre 1886 3035 fl. Subventionen zngcfloffcn. Nngvrir, im März. Tic hiesige vacanlc Nabbincrslclle ist wieder besetzt. Herr Lberrabbiner L ö v aus § a t o r a l y a n j h e l y har die Berufung hierher angenommen. Egypten. Alexaudric», im Februar. Die lvom ^Israelitan unsere Glaubensgenossen in der Levante gerichtete freundliche Einladung, den Kronprinzen von Italien auf seinem bevorstehenden Besuche in Egypten, Palästina und Syrien mit allen nur möglichen Ehren zu empfangen (diese spontane Einladung des „Israelit" wurde auch von einigen italienischen Blättern darunter auch vom „Eorricrc Israclitico" in Trieft citirt) wurde auch hier im Pharaonenlande mit großem Bcifallc ausgenommen und machte sie auch iu unserer Gemeinde tiefen Eindruck. AlS nun der Enkel Viktor Emanucl'S ree *-n (14. dünner) hier landete, da wurde er auch von Seite der hiesigen Israeliten ohne Unterschied der Nationalität und des Ritus mit einem Jubel und einer Herzlichkeit begrüßt, die Beide an Innigkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Dem Eomit«, das sich in unserer Stadl gebildet hatte, um dem hohen Gaste einen ihm würdigen Empfang zu breiten, gehörten auch die Gebrüder S na res an, deren Bankhaus einen Weltruf genießt und die trotz ihres immensen RcichthumS noch heute Iehudim in des Wortes wahrer Bedeutung sind. Die genannten Herren hatten auch die Ehre, zu dem Gala-Tincr. das der Khedive zu Ehren feines italienischen Gastes in Kairo gab. geladen zu werden. Tie hiesige Gemeinde ließ den Kronprinzen schon am Bord des Schiffes durch unfern Rofch-Hakahal, Eommcndatore P c re i ra.dke beiden Drcc-Vorstehern Pi ha Bcy und Luzzatro und mehreren Ausschnßmitgliedern feierlichst begrüßen. Hier besuchte der hohe Gast unter Anderem auch die jüdisch-italienische Schule, und wurde er daselbst abermals von unserem Rosch-Hakahal, Eommendatora Pcreira, mit einer schwungvollen Rede begrüßte AIS der Kronprinz dann auf der Fahrt von hier nach Kairo die kleine Station Fanta passirte, ließ er den Bohnzug eigens halten, um ans den Händen unserer Glaubensgenossen, Herrn Segra. Vorsteher des dortigen italienischen WohllbätigkeitSvercins, ein Bittgesuch eutgcgcnzunehmen. Auch die jüdische Gemeinde in Kairo bereitete dem hohen Gaste einen festlichen Empfang. ES wird unsere deutschen GlaubcnSgenoycn gewiß freuen zu vernehmen, daß, Tank der Munisiccuz cincS deutsch-jüdischen Kaufmannes hier, mm auch das nt::!?» rrp (deutsche Gemeinde) unserer Stadt in den Besitz eines anständigen Gotteshauses gelangt ist, wo sie nun ihre Andacht nach deutschem Ritus verrichten kann. TaS Gebäude ist zwar nur ein gemiethctcS, aber der betreffende Pachtvertrag wurde ans eine längere Reibe von Jahren abgeschlossen. Tie eigentliche Besitzerin dieses Gebäudes ist die hiesige christlich-koptische Gemeinde, die anfangs Schwierigkeiten dagegen erhob, daß in einem ihrer Stiftnnghänser eine Synagoge errichtet werde. Ter genannte deutsche GlanbcnSgcnope öffnete jedoch sogleich seine Börse und beschwichtigte so durch ein Haustein blanker NapoleonSdor die Scrnpcl dieser Nachkomnrcn der alten Egypter. TaS neue Gotteshaus besitzt auch schon drei '-st» nee, die demselben von einigen anderen Synagogen hier in brüderlicher Weise überlassen wurden. Tiefe Thorarollcn tvurden in der Nacht bei Fackelbelcuchrung und mir Gesang nach ihrem neuen Bestimmungsorte übertragen. Tie Straßen, durch die sich dieser fromme Zug bewegte — dieselben gehören zu den elegantesten und lebhaftesten unserer Stadl — waren am beiden Seiten von Glaubensgenossen beiderlei Geschlechtes eingesaumt. die fortwährend den vorüberzichenden heiligen Pcrgamcntrollcn Kußhändcheu zuwanen. Biele Häuser der Israeliten, vor denen der Zugvorübcrzog, hatten zu Ehren der Thora ihre Fenster illuminirt. Tie hiesige Genreinde der Aschkenasim ist zwar noch sehr jung, denn sie entstand erst in diesem Jahrhundert» doch ist sie schon

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