Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1887)
- Date
- 1887-03-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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eine sinnreiche Ansprache an daS Jubelpaar. Don einem Fcstthcilnchmcr wurde eine Sammlung für den Bcrcin ESraS-hanidachim vorgenommen, welche einen nenntnswettbc» Betrag ergab und Lr. Ehrwürdcn Hern, Rabbiner Tr. HiLdcsheinrcr-Berli:: übermittelt wurde. Um N'„ Uhr wurde die Tafel aufgehoben, doch blieb ein großer Theil der tfcft* genossen noch einige Zeit in fröhlichsicrFeststimmuug vereinigt. Ter Armen, jüdischen wie chriftlichen wurde an dem Ehrentage durch Venheilung von Geld und Liktualicn gedacht. — Mögen dem würdigen Ehepaare noch ein recht langer und ungetrübter Lebensabend bcfchiedcn fein! H. Wolfs. Wongrowitz, 21. Februar. In einer Zeit wie die unselige, in der die Zahl der Thorakundigcn in beständiger Abnahme begriffen ist und der Indiffercntismus sich immer mehr geltend macht, muß cs jeden “in', dem unsere heil. Religion am Herzen liegt, doppelt schmerzlich berühren, wenn Männer dahingchcn, die streng religiös gelebt und für alles Gute und Edle sich begeistert haben. Auch unsere Gemeinde har in der letzten Zeit eine verhältnißmäßig große Anzahl solcher Männer durch den Tod verloren: doch Tr:- rroxr: am Schwersten ist unsere Gemeinde durch den Verlust betroffen worden, den sie durch das in noch nicht vollendetem 5».'». Lebensjahre nach kaum .^tägiger Krankheit erfolgte Ableben ciircs der angesehensten Mitglieder unserer Gemeinde, des Herrn Simon Bradt, erlitten hat. Mit vollem Rechte können wir in den Schmerzeusruf erustimmen: „^y r:n ynrrro tfr. „Webe über die uns verloren Gegangene», dergleichen nicht wieder zu finden Ui." Tie Lücke, die durch das Hinscheiden dieses Mannes in unserm Gcmeindelcbcn cmstanden, ist eine durchaus unersetzliche. Er war der Edelsten und Besten Einer. In Rogasen geboren, wurde er schon früh von R. Hirsch Labischin, dcur Schwiegersohn des rühmlichsr bekannten nra '-s i“r, m in die Hallen dts Talmuds eingcfnhrt, dessen Studium er später bei dem berühuiten SÄöulankcr llladbincr, z“rz~ri yprjö 2^ rrr.v n"o fortsctztc, der ihn als einen pro -psrin besonders auSzeichncte. Nach seiner Rückkehr nach Nogasen saß er in Gemeinschaft mit dem Ltadtrath Herrn Hirschberg und Herrn Tr. Phil. Werner zu Füßen des großen hs“; ■pye:y2P*s r.rs n irnd erwarb sich ein bedeutendes talmndischcS Wipen, welches, gepaart mit praktischer Bildung, den Ausspruch unserer Weisen: p* Tr; sy nrr nr in seiner ganzen Tragweite sich an ihm bewahrheiten ließ. Während seines 26jährigen Hierseins gehörte er theils der Gemeinde. Verwaltung, theils dem Repräsentanten - Kollegium und dem Schulvorstande an und wirkte in thaüräftigcr und hervorragender Weise im Gemeindelebe» mit und fein Wort, gewürzt mit sprudelndem Witz verfehlte selten seine Wirkung. Als Bieder- und Ehrenmann von besonderer Klugheit'und stets hciterm Sinn bekannt, wurde er oft von Bckaunreu und Freunden ausgesucht, die sich Rath von ihm holten. So stand er Allen mit Nath und That zur Seite, die Rath und Hilfe von ihm verlangten. Was aber allen diesen Vorzügen die Krone aussevte, war seine ungeheuchelte, wahre Frömmigkeit, sein mildthätigcr, opferwilliger Sinn, der ihn in dem Ncbcnmcnschcn nur den Bruder scheu ließ. Was Wunder daher, daß er sich einer großen Achtung und Liebe seiner Mitmenschen erfreute, die sich auch bciul Leichcubcgäugniffe in hohem Grade dokumentirte. Eine große Menschenmasse, in welcher alle Konscsnoncn und auch viele auswärtige Freunde und Bekannte vertreten, folgte seinem Sarge uu) auf allen Gesichtern malte sich Schmerz und Trauer. Am Grade feierte Herr Nabdiuer Ludwig A. Rosenthal aus Rogasen, aulehncud an die Worte des Wochcnabichuitts *pr rtrra wrora xreN mit beredten Worten die Verdienste und Gcistcsvorzügc des Verstorbenen. Der Tahkngcschiedenc hiurerläßr eine tiesttaucrnde Wittwe, die der Schmerz um den verlorene» Garten auf's Krankenlager geworfen und die der Allgülige trösten und aufrichren möge. Er ist kinderlos von dannen gegangen: nichldeftoweniger jedoch hat er sich durch seine Tugenden ein ehrendes, dauerndes Denkmal in unserer Mitte errichtet, entsprechend den Worten des Propheten: spricht der Herr zu den Kinderlosen, die meine Ruhetage feiern, meinen Bund halten, ich gebe ihnen in meinem Hanse Denkmal »ud Namen, besser denn Söhne und Töchter, einen ewigen Noirrcn stifte ich ihnen, der nie vergeht." >pr« irm -Visa nrs tttj nto I. Nischkowsky, Eantor. iScsterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Wie dem „N. W. Tgl." aus Graz gemeldet wird, har die seit 15. Dezember v. I. dott täglich zweimal erscheinende antisemitische Zeitung ..Deutsche Presse" plötzlich und ohne vorherige Ankündigung ihr Erscheinen eingestellt. Dieselbe hatte für die Rezession im Deutschen Klub gewirkt.