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Der Israelit · 1887-03-10 · Heft 20 (10.3.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 20 (10.3.1887)
Date
1887-03-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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355 gogaleu Poesie die Worte richtet: „Das Dichterhccr, liebend und blutend, wird ein mit uns verwandter Thcil des Äenschcngeschlechls, der uns belehn und erfreut, mit uns lacht und mit uns weint.- .... (rrinncnuigen an Friedrich Rückerl, so heißt der erste Thcil der Schrift, deren zweiter sich „Lipmann Zunz und seine Verehrerbetitelt. Ich weist nicht, welcher innere Zusammenhang im leiste des Urhebers diese zwei Arbeiten verknüpft, aber ihre Bereinigung wiL mir von tröstlicher, versöhnender Vorbedeutung erscheinen: Tas Bo!k Friedrich Rückens wird Leopold Zunz und seine Lcrcbrcr nicht vcrstosten. So lange der Keift des Brahmanen von Neuses in seinem Volke lebt, wird cs den Offenbarungen des Mcnschcngeistcs und AcilschengemürheS lauschen, in all den Zungen, in denen sic ihm kund werden, und ans Rocht und Truck werden die Stimmen heraufklingen in Licht und Wahrheit, die nicht minder Herzen rühren und Liebe erwecken, weil sie Juden entquollen sind und in Zions Sprache zur Nachwelt reden." — Herr Prof. St a 11 f m a 1111 hat sich durch feine Schrift, die ebenbürtig der Broschüre Berliners an die Seite treten darf, das Anrecht auf den innigen Tank der jüdischen Wissenschaft erworben. Ehrcnvslicht weitester Streife und in erster Reihe der jüdischcu Gelchrternvclt ist cs, diese Schriften zu kaufen, zu lesen, zu studircn und so iu den lauten Protest ciuzustimmcn, welche berufene iU'öimcr gegen den Bcrräthcr unseres Hciligthuincs erhoben haben. Wir wollen schließen, da, soeben, fällt unser Blick auf die Titelvigucte der Broschüre und siche: ein Leuchtthurm, der seine Strahlen rings weithin lendet, und um den die Meercswellcn ihr rauschendes Spiel treiben und darunter kann man die Worte lesen ^lwpLvjcki proxreckjamur'^ (Unverzagt wollen wir vorwänsfchrcircn!) Lasten wir das Snmbok gelten! Ja, unser in der Geschichte so oft und w schmählich angeseindeter Glaubt, er gleicht dem Lcuchtthurmc auf hoher See, der unbekümmert um die tosende Brandung da unten seine heilvcrkündenden FricdcnSstrahlcn in die Welt sendet; mögen auch die „Waller des Muthwillens" ihn umraufcheu: machtlos wird die Woge zerschellen, mögen auch Haß und BoSheit in das.vcilkgthum stürmen: unverzagt wollen wir vorrvärtSschrcitcn, die Agagireulttcke lebt noch, aber ewig lebt unser Barer im Himmel — „Diese Purimtage sollen vichr untergeben!* Ad. Bl. Zeitungsnachrichten und Correfpondenze«. Deutschland. Altona, 5. Mär-> Eine Differenz ist im Schooßc der hiesigen israelitischen Gemeinde ausge» drochcn. Gin Mitglied deS Vorstandes hat sich nämlich geweigert, nach der Geburt eines SohneS dessen Bcschncidttng nach Borschrift des jüdischen Glaubens vollziehen zu lasten und in Folge dessen har der Lberrabbiner Herr 1)r. L ö b die Entlastung des BorstandsmilglicdcS aus seiner Funktion bei der Gemeinde beantragt, widrigenfalls der Oberrabbincr seine Abdankung in Aussicht gestellt haben soll. Tie Gemeinde bat denn auch dem Vorstandsmitglicdc seine Entlastung als solches schriftlich angezeigt, doch weigert sich der Betreffende entschieden, von seinem Amte abzutreten, da er auf 3 Jahre gewählt worden ist. Er spricht dem Obcrrabbiner und dem Gemcindevorstandc daS Recht zu solchem Vorgehen gegen ihn ab und will die Frage durch das Gericht entscheiden lassen!!! Lcstcrr. - Ungar. Monarchie. Wien. Tcm vicrundvierzigsten Jahresbericht des Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten entnehme» wir: In diesem Jahre ist cs uns gelungen, das seit acht Jahren unseren RechcnschastSbcrichtcn anhaftende Tesicit, welches im Laufe der Zeit unseren mühsam gesammelten Rcservcfond um nahezu fl. 4000. — vcbucirt hat, wie wir hoffen, für immer zu bannen und das .Gleichgewicht im Haushalte des Vereines wieder hcrznstellen. Wir verzeichnen dies mit um. so größerer Gcnugthuung, als die Ausgaben im GegcnstandSiahre die des Vorjahres um fast fl. 2000. — überstiegen und den Betrag von ft. l :*,$!>!>. 05 erreicht haben. Freilich verdanken wir die Deckung dieses enormen Erfordernisses — und das bedauern wir auf das lebhafteste constatiren zu müssen — nicht so sehr der Unterstützung unserer Mitglieder, deren Beiträge sich sogar verringert haben, als viclniehr der Stärkung unseres Stämmkapirales durch das uns im Borjahre äugefallcne Legat unseres unvergeßlichen Vorstandsmitgliedes, des Herrn Mar Frcihcrrn v. Springer, im Betrage von fl. 20.000. — und der damit verbundenen Erhöhung der Zinfeneingänge, sowie der treuen Hilfe und dem freundlichen Entgegenkommen der uns seit Jahren nahestehenden Institute und Gemeinden. Tie Gcsammtzahl unserer Zöglinge, hat sich ohne Rücksicht aus die zu Beginn dieses Jahres von der Israelitischen Alliance zur Aufsicht und

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