Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1887)
- Date
- 1887-03-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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352 als der böse Lohn bezeichnet? Wegen & K7? Hat doch auch der weise Sohn gesagt c2P», und man könnte ihm entgegnen v?« er.-'«! lü) Warum erhält derjenige, welcher nicht zu fragen wem, dieselbe Antwort wie der böse Lohn? 11) Welchen Zusammenhang Hai die Antwort für den einfältigen Lohn mit der (yinfalt desselben? Einige dieser Fragen werden durch eine andere Lesart beantwortet, die wir im Talmud Ierufchalmi nnden und die wir gleich hier wiedergebcn wollen, bevor wir zu der allgemeinen Erklärung dieser so überaus schwierigen Stelle der Hagadah schreiten. Im Talmud Jcruschalmi E. 10, Halachah 4, lesen wir: p ,C2n p ,mv rrc*s C’:s 'i -?;» rvn P *:p ra» T.3 c:n p /rsr? ysv vshv p ,r» L p ,y-"> unm *i nur ",rs c-ceren’ Dpprn pw;r, rp ,O"i27 FZO C-JS23 *1 ÜN’S*P PVP2 P T2K W8 r>,i« RT.cn td ,D2? rs:r, i-vvcyn P2 “2*n :n2 yn p pk s'ynr p’ii ruc 722 ymeo ersy mrj P rey r.T T2>*2 ,P -.px ptn *)x P:p p tssy 2^-222 stk irrs 4>r. 'k'x nry st? ran w» ,nry p .pnt ns ,tpx vp rs-a .2^2 ers rsan? nxn '*.n ,ppTN "ä“ nnx *'"a£s "Ny nesp n*2^n inet' nrx uns? p .r.v.N nrc“? 0:2:1 n m*2rp ns> jct tco* : nrnn p ppb rs .iwr» ynv 2Lir haben in der hier wicdcrgegcbcncn Stelle des Jcruschalmi bedeutende Abweichungen von unserer Hagadah. durch die einige der von uns angeregten Fragen beantwortet werden. Wiewohl in der heiligen Schrift frcht 22pK y~r.v rrs nrN, nmwandclt der weite Sohn da? Wort 22PK in "n.K, und das eben ist seine Klugheit, das; er sich nicht ansschlicsst ans der Allgemeinheit. Tic zweite bedeutende Abweichung ist die an den weisen Lohn gerichtete Antwort, die hier lautet wsin v pra 2*n2yn n-2 cnsrs *i. „Mit starker Hand har nnS heransgeführr der Ewige aus Mizrajim, aus dem Hause der Lclavcn." Tiefe pastt ganz ausgezeichnet. „Tn fragst," sagt der Vater zu dem weisen Lohne, „auch nach den c'?n und möchtest die Eirunde dafür wissen? Lo wisse denn, der allmächtige Gott hat uns von der Lclavcrei befreit und uns zu Leinen Dienern gemacht; desthalb müssen wir Leinen Satzungen (2-pnr nachlcbcn, selbst wenn wir die Gründe dafür nicht zu erforschen vermögen." Bei dem bösen Lohne wird im Jcruschalmi der Grund angegeben, wieso in seiner Frage die Bosheit liegt. Ter Gottesdienst ist ihm eine Last, der er sich entziehen will. Die grösttc Abweichung von nuserm Terte findet sich bei dem einfältigen Lohne. Tcrselbe ist zwar ein cp, ein gutes, braves Kind, aber geistig nicht sehr begabt. Lo viele Vorbereitungen werden getroffen, solange wird vomnos gesprochen, mit so grotzer Feierlichkeit wird cs geschlachtet, dargcbrachr, gebraten, und nun bekömmt der arme Junge nicht mehr als ein P'w, wie eine Llive grob, davon zu essen. Tas genügt ihm nicht, Md er fragt erstaunt: pnt ns. „Was ist das?:" Nicht zufrieden, will er davon eilen, um anderswo, der den Grobclrern etwa oder bei Onkel und Tanre oder sonstwo noch ein Stückchen vom Pcstach-Lpser zu erhaschen. Testhalb belehre ihn, daß die Vorschrift über das Verzehren des Pcßach-Opfcrs ist, dast cS nur gegessen wird yiirn t-y, nachdem man sich gesättigt, und dass cs nicht erlaubt ist, nach dem Gcnune desselben, noch einmal von einem Peßachopfer oder sonst noch etwas Anderes zu essen. Beim vierten Lohne findet sich die Abweichung, das; in Bezug ans ihn gar keine Libelstellc, die zu ih:n gesprochen werden soll, angegeben wird, sondern einfach die Anweisung, mit ihm anznsangcn und ihn so zu belehren. Aach der Lesart des Jcruschalmi sind die vier letzten Fragen, die wir oben gefragt haben, vollständig beantwortet: allein, fern sei es von uns. den uns vorliegenden Text unserer Hagadah, der allüberall der allgemein angenommene ist, nach dem Talmud Jcruschalmi corrigircn zu wollen. Unsere Hagadah stimmt in den in Rede stehenden Laven mit der Mcchilla (n2 ms *p) überein; auch in den alten Ausgaben derselben lesen wir utk starr 22pn; allein schon der Gaon Rabbi Elijahn aus Wilna bemerkt, dass auch in der nppc gelesen werden must 22.-K, wie cs in der heiligen Schrift und in unsrer Hagadah steht. Es lag nabe das errx in ':r\s zu verwandeln, damit man nicht frage yrr- 22.n 72 ne; allein, wie wir sehen werden, laut sich das erp» im Munde des 22p ganz gm rechtfenigcn; und so wollen denn diese schwierige Hagadal,-Stelle, wie sic unS vorlicgt, unter göttlichem Verstände zu erklären versuchen. (Fortsetzung folgt.) Kaufmann contra Lagarde. Berlin. 1. März. Das heuere Burimfcst naht heran. Bald werden wir uns wieder in den Gotteshäusern versammeln und jenen Erzählungen lauschen, die uns von dem tödtlichen Hane eines erbitterten Feindes Israels berichten und von jenen Wackeren, welche die wallende Gnade des Allmächtigen zur siegreichen Ad-