Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1887)
- Date
- 1887-03-07
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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344 Es folgten noch weitere Reden, die die Verdienste und die Bedeutung des Vereins in sinnreichen Worten feierten, und derjenigen anerkennend gedachten, die sich um die Gründung und das Fongcdeiheu des Vereins verdient gemacht staben, in erster Linie des unvergeßlichen thenren Rabbi V-ecn 2“r, Rabbi Scligiiidmi Bambcrger Erst nach Mitternacht trennte man sich in gestobener Stimmung und mir dem Bewußtsein, ein schönes Fest, das der Verehrung unserer hl. gegolten, milgcfcicrl zu staben. Möge der Verein fonblühen und seinen hohen Zweck immer mehr erfüllen! AV. Berlin. Das 25jährige Geschästsjubilänin des Hostapczicrs und Tecoratcurs M. R o s c n f cl d, welches am Montag den 26. v. M. von dessen Arbenerpcrsonal, unter denen sich Gehilfen befinden, die 20—23 Jahre in dciien Hanse thälig sind, festlich begangen wurde, legte beredtes Zeugnis; dafür ab. wie innig das Verhältnist hier zwischen Arbeitgeber und Arbrituchmer ist, wie herzlich das Einvernehmen der Gehilfen untereinander. Das Arbeits- Personal machte den Ehrentag ihres Meisters für diesen und dessen Familie zu einem Festtag wie wir ihn selten gesehen. Zn frühester Morgenstunde wurde der Jubilar von seinem Arbeiter persona! durch ein Musikstäi'.dchcn überrascht, dann am Arme seiner Gattin und einzigen Tochter in sein Arbeitszimmer geleitet, das prächtig und sinnig decorrrt war. Ein kostbares Angebinde des Personals, ein eigens zu diesem Zwecke stcrgcstelltes.Kunstblatt, unter wundervoll geschnitzten! Rahmen. wurde überreicht und der Jubilar in gebundener Rede gefeiert. Eine Deputation der Tapezier-Innung, an deren Spitze der Obermeister Priem, derVoo stand des Vereins zur Hebung des Ackerbaues, wie der zur Hebung und Verbreitung des Handwerks unter den Juden, verschiedene Tcputine christlicher Wostllstätigkeitsanstalren brachten dem Jubilar, wie Freunde desselben, ihre Glückwünsche dar. In sinniger Weise wurde ein Lorbeer den» Gefeierten, der aus sehr kleinen und bescheidensten Ansprüchen herporgegangcn. überreicht. Tic Tochter des Jubilars, die hierzu ein von Herzen kommendes, von ihr verfastrcs Gedicht überreichte, sagte darin: „In Kleinem hattest Tn's begonnen, hast Müh' und Arbeit nie gescheut, Tn strebtest , strecktest — hast gewonnen, und erntest Lohn, der Dir gebeut u. s. w." Abends empfing der Jubilar zu fröhlichem Abendessen im eigenen Hause, sein ganzes Personal. Reden, Gesang. Tau; würzten den Abend, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer unvcrgestlich bleiben wird. Lesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. In Tamboritz, einer klemm Stadt Mährens, starb vor einigen Tagen eine Frau Fanny Icllinek im Alter von 103 Jahren. Die iu hohem Ansehen stehende Dame war bis zu ihrer Sterbestunde körperlich und geistig wohlauf. Sie hinterlüßl 5 Kinder, 23 Enkel, er) Urenkel und 5 Ururcnkel. Budapest. Ter Miuisterialerlaß iu der Mazzos-Angclegcnhcit lautet wörtlich: „König!, ungar. Ministerium für Ackerbau, Handel und Gewerbe. Z. 4720 IXa. An das Äunicipium der Hauptstadt Budapest. Tas seitens der israelitischen Landcskauzlci für Ungarn und Sicbcnbürgcu an das königl. ungor. Eulrusministcrium gerichtete und bclntss kompetenter Erledigung anher überreichte Gesuch, in welchem angcsuchr wird, daß im Interesse der Wahrung der, der Pefther israelitischen Eultusgemcinde mit Bezug ans die Herstellung der Lstcrbrode (Mazos) zustchcndeu Rechte fcstgestellt werden möge, dass die. durch Agenten vom Auslande und der Umgegend eingeschmuggelten Lstcrbrode beim Anlangen an den Bahnstationen durch die competcntcn Organe mir Beschlag belegt werden, und daß hiedurch verhindert werden möge, dass solche Lstcrbrode in den Verkehr gebracht werden können, übersende ich mit folgender Erledigung: In Anbetracht dessen, das; das Ministerium mit Erlaß sud Z. 0071, <Ido. 31. März 1670, bereits früher erklärt hat, daß der Verkauf der Osterbrodc als rituellen Nahrungsmittels nicht den Gegenstand des freien Gewerbes bilden kann, viclrnchr zu den autonomen Reckrcn der bcrrcsscndcn Gemeinden gehört, und daß es daher dcu bctrcssenden Gemeinden zuftcht, in Beziehung auf ihre Mitglieder betreffs der Herstellung dieser Ostcrbrode frei zu verfügen: fordere ich den landeshanptstädtischcn Magistrat auf. behms Ausführung des odbezeichncren Erlasses, falls iön: zur Kcnntmß gebracht wird, daß die Rechte der Pefther israelitischen Gemeinde verletzt werden, die nötkigcn Verfügungen zu rrepen und hiebei mit der gehörigen Strenge vorzugebcu. Budapest, den I- Februar 1687. Für dcu Minister: M a t l e ko o icn». p. Staatssekretär. Italien. Rom, 27. Februar. Ter „Israelit" ba: kürzlich nach der „Oester: cichisckcn Wochenschrift" ß Wien die Nachricht gebracht, daß unsere hochverehrte Königin Margdcritä auch eine ausgezeichnete Kennerin der hebräischen Sprache sei und übersetze ne sogar schwierige Bidelftcücn mit großer Leichtigkeit. Tiefe Nachricht, au der der „Israelit" stlbstvM