Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1887)
- Date
- 1887-03-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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339 Bei regnerischer Silierung wurde auf diese Oennung wahrscheinlich eine Decke aus Thicrfcllcn gelegt. Zur Verschönerung des Saales diente:: die Sculpturarbetten, Thicrc und Menschen vorstcllcnd, 'die läng» depeu vier Wände slandcu. Tic erwähnen Inschriften erzählten von dem großen Umfange des persischen Neiches. seinen lrunderlsieheiiundrwanüa Provinzen, die später in zwanzig Satrapicn oder Ltanhallerschaften zusainnrengczogen wurden, seinen Stämmen, seinen tributbarcn Völkern und zugleich auch manches Ereignis; ans der persischen Geschichte. Hier in diesen! Saale stand anü) der goldene Thron -es Königs und hier empfing auch Ahasverns die Königin Esther, als sie zu ihm kam, um für ihr Volk zu bitten. Vor dein Eingänge zu dem Saale befand sich ein kleiner Vorhof (rvrrxr: -prr. n’2 -rare), der ringsherum von Säulen umgeben war und in den: gewöhnlich die Andienzbcwcrbcr standen, bis der Vorhang über dem Eingänge gelüftet wurde, worauf die Majestät des Königs sichtbar ward. Tic Räume für die zahlreichen Frauen des .Königs befanden sich auf der Wcstscirc des Palastes und hier in dieser Adrheilung haue auch die .Königin Esther ihre Gemächer. Zahlreiche Thürcu führten von dieser Adrheilung in den Gurren hinaus, so dag die Frönen leicht ins Freie gelangen konnten, um hier frische Lust cinzuathmcn und sich auch in: Grünen zu ergehen. Als daher König Ahasverns über Haman ergrimmt war, so brauchte er nur die Thürc des Gemaches zu öffnen und er befand sich schon im Garrcu, wo die frische Lust abkühlcnd ans seine Aufregung wirkte. Im Garten befanden sich auch einige künstliche Teiche, von denen die Spuren noch Herne vorhanden sind, die wahrscheinlich mit rcn verschiedensten Fischgattungen bevölkert waren und aus denen die Frauen des Königs zu ihrer Zerstreuung in niedlichen Rachen spazieren fuhren. Alle diese Teiche wurden ans dem nahen Olasslusse gcspM. Auch die Gemächer der Frauen entbehrten der Fenster; sic müssen daher ihr Licht durch eine Oepnung im Plafond erhalten haben. Gestatten Sic mir nun, nachdem ich Ihnen eine kurze Skizze von den« Palastc des Achasvcrns geliefert habe, hier noch einige fremde Worte und dunkle Stellen im Buche Esther ein wenig näher >n erläutern und rechne ich dabei zugleich auf die gütige Nachsicht Ihres geehrten LcsepnplilumS, falls rch nicht überall den richtigen Sinn '-crausfindcu sollte: rrrc nrr 'cb?? rrr r:zc. Alle persischen Ebronikcn stimmen darin überein, daß König L'errcs, der AhaSveru» der Bibel, im dritten Jahre feiner Regierung in der Hauptstadt Schuschau eia großes Volksfest gab. c-crren. Wahrscheinlich eine Zusammensetzung der beiden Zcndworle — das Altpcrsische wird von den Gelehrten gewöhnlich Zcnd genannt, weil es nur noch in der Zcnd-Avcst, der Libcl der alten Perser, erhalten ist — Frit (hervorragend) und Man (Mann) also hervorragende Leute, Adelige. Daß der Mann bei den alten Persern gleichfalls Man hieß, darf uns nicht in Erstaunen setzen, wenn nran bedenkt, daß cs sogar im Reupcrsischcn viele Worte gibt, die dem Teurscherr entnommen zu sein scheinen. So: Lab (Lippe), Ramich (Name), Fra lFrau). Lad (schlecht, englisch bad), Land (Band), Daghter (Tochter). Madber (Mmrer) n. s. w. Tic Gothen, die Urahnen der Deutschen, haben bekanntlich eine längere Zeit in Persien momadisirt und nahmen sie dabei zahlreiche persische Worte in ihre eigene Sprache auf. roc. Nlchel'ctichcn. Divane, so wie sie noch h.utc in ganz Mittelasien anstatt der Sessel im Gebrauche sind. m crc. Tie Namen zweier Marmorgattungcn. Auf den arabischen Inseln im persischen Meerbusen, welche durch ihre Pcrlcnsischerci noch heute berühmt sind, heißen Muscheln und Perlmutter. Dar. Tic alten Perser haben wahrscheinlich das Perlmutter zu ihren Mosaikarbeiten benützt. rr.ro. Meiner Ansicht nach die hebräische Umschreibung des Arabischen: „Zacharat" (Stein, Kieselstein). i?~r. ':z 'to. Ter Vater der Geschichte, der Grieche Herodot erzählt uns, daß am persischen Hofe die Diener des Königs die „Augen" und „Ohren" desselben genannt wurden. Uebrigeus nennt man noch heute hier in Teheran die Kammerdiener des Schah „die Angcn des Königs" weil er zuvleist nur durch dieselben sicht. Daher us *to -£cn die Scher dcS Gesichtes des Königs d. h. dessen Augen. Z'v:r, r.*a. Wcibcrhaus, so nennt man fast im ganzen Oriente die Wobnnng der Frauen, wogegen das Wort „Haren:" (vom Arabischen dv», also Gebarmtes, Heiliges) nicht gerade eine Fraucnwoynung sondern irgend eine heilige Sache dczcichncr. Tic Muhammedaner nennen daher auch die Moschee in Medina, in der ihr Prophet Muhammed begraben liegt: El-Haranrain, d. h. die Heilige. ppn ’-c-r. Schwellen- oder Thürhüter, ein Amt, das sich fast noch an sämmttichen asiatischen und auch an vielen europäischen Höfen vorfindet. "Ts. Im Zcnd- und Bäurischen heißt: Por ein hölzernes Täfelchen, das man zum Losen benützt.