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Der Israelit · 1887-03-07 · Heft 19 (7.3.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 19 (7.3.1887)
Date
1887-03-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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die Bewohner feiertäglich gekleidet. Man bereitete sich aus den Empfang des italienischen Kronprinzen, Victor Ernannt!, vor, welchem schon in Jaffa auf Befehl des Sultans alle militärischen Ehren erwiesen wurden. Tie Volksmenge wandcrte nach den I'!* Stunden entfernten Kolonien, wo die Begrüßung siattfand. Nach der Huldigung der kath. (Peinlichkeit traten die Rabbiner der f'ephardischen, aschkcnasischcn und afrikanischen Inden vor und sprachen mit lauter wcitvcrnehmbarer Liimme den Segcnssprnch in hebräischer Sprache, worüber der Kronprinz seinen Tank absiatletc. Vor der Stadt batten die Inden eine Ehrenpforte errichtet, welche mit einer paffenden hcbr. Inschrift versehen war; der hohe (Kaff machte vor derselben Halt und lies; sich die Inschrist übersetzen, worauf er dem Ehacham Baschi nochmals dankte. Persien. Teheran, im Februar. Ich habe Ihnen schon lange nicht geschrieben und zwar aus dem Grunde, weil ich viel Neues über die Stadt Lchnschan mitzntbcilcn habe und wollte ich mir dieses bis zum Purimfesie aufsparcn, nm^ dann zur rechten Zeit meine Nachrichten der Lencrulichkcit übergeben zu können. Tank den groben (Keldopsern, welche die französische Akademie der Wincnschaflcn kürzlich gebracht bat, ist cs nämlich gelungen, das Tnnkcl, das bisher über der einstigen tsiesidenzsiadt des persischen Reiches geschwebt hat, zu verscheuchen ^und einen annähernden Plan von ihrein Umfange und ihrer Ausdehnung zu erhalten. Tic genannte Akademie har nämlich vor Kurzem ihr gelehrtes Mitglied Professor T i c u l a f o y, eigens zu dem Zwecke nach Persien geschickt, damit er hier die angeblichen Ruinen von Luffa (Lchnschan), die sich einige Meilen nördlich von der Stadt Schuster befinden, durchforsche und Manches auS demselben, was der Erhaltung wcrth ift, so: Säulen. Lculpturarbciicn, Inschriften, Münzen re. nach Paris sende. Professor Ticulasov unternahm diese Forschungsreise in Begleitung seiner ebenso gebildeten, wie annluthigcn kühnen Gattin, die ans Eifer zur Lache und um kein Aufsehen zu erregen, ihre Fraucntracht abgelegt haue und sich ganz so, wie ihr Gatte trug, so daß uran sic allgemein für dessen Lccretär hielt. In dieser Verkleidung konnte sic die ganze Uurgcgend von Lchuncr nngchinden durchstreifen und durchforschen, zumal sic und ihre Treuer stets bis an die Zähne bemannet waren. Madame Ticnlafoy batte sich während ihres Aufenthaltes in unserer Mitte auch die persische und türkische Sprache so ziemlich eigen gemacht und konnte sic daher, während ihr Gatte in einem Theile dieses immensen Ruinenfeldes mit den Ausgrabungen beschäftigt war, dieselbe Arbeit in einem anderen Theile aussührcn kaffen. ES wurden so bei siebzig Kisten mir den Hcberrcslen der Stadt Lchnschan und dem König?- palaftc in derselben angcfüllt und nach Paris, geschickt, um dort in dem Museum des Louvre untergebracht zu tvcrdcn. Bei diesen Ausgrabungen gelaugte Professor Tienlafoy zur Ncbcrzcugung, daß der Palast des Königs ÄhaSveruS dort stand, wo heute das Torf Tizfu! liegt, während sich südlich und westlich von demselben die Ltadt Lchnschan mit ihren Palästen, Plätzen und Gärten ansdehmc. „ , Tiefer Palast hatte die Form eines länglichen j Viereckes und stand er in der Mitte eines großen j •. Gartens, durch den ein Bach floß, der heute Karum j \ heißt, bei den alten Persern jedoch Olaf genannt j j wurde. Tic Griechen machten dann ans Olaj En-! j läus und unter diesem Namen findet sich dieser i Bach auch in den Büchern des Herodot verzeichnet.; || I Ter Prophet Toniel, der eine längere Zeit in Perj! fien gelebt hatte, erwähnt gleichfalls dieses Baches! j und zwar im Kapitel YJII. Vers 2, wo er sagt:! j cH- "-x m*2n tsstc vn xznz njrsr j j' rrs* Vj? tm prrw nxnw ru-sn. (Und ich sah in der Erscheinung und als tch ausdlickte, da bci fand ich nnch in der Residenzstadt Lchnschan, die in r der Provinz Elam liegt, und ich sah nun in der » bl; Erscheinung, wie ich am Bache Olaj stand.) Ter > Bau dieses Königspalastes, von dem heute leider i nichts mehr als ein großer Ruinenhanfcn vorhanden - \' ist, muß einige Jahre angcdancrt nnd Riescnsnmj men verschlungen haben. Es soll derselbe nach den! in dem Palaste gefundencnen Inschristen noch vorn , .Könige Kai-.K»rasch (EyruS u~'2), dem Gründer j des persischen Reiches, in Angriff genommen worden; j sein. Die Ruinen dieses Palastes bilden einen j großen, umfangreichen Hügel, denen Inneres ans gebrannten Ziegeln in den verschiedensten Farben.; behauenen Steinen, zertrümmerten Säulen, vrrscdre- . denen Thier - nnd Menschengestalten ans Stein gehauen, blau-und grün glassincu Thoutascln, d.e l mit Kcilinschristcn bedeckt waren, darrn Mosarkpflastcr :c. besteht. Ter Audienz- und Empfang-:- : j saal des Königs, dessen Umrisse noch heute erkenn-! bar sind nnd von dem noch ein herrliches Mesack-; Pflaster vorhanden ist, lag an der Lstscitc des Palastes und waren seine Wände ringsherum mir den erwähnten blau- und grünglasirren Thontascln de- - legt, die mit Inschrifttn bedeckt waren. Fenne: > fehlten in diesem Saale gänzlich und an derer j Stelle befand sich oben im Plafond eine laree , schmale Ocffnung, durch die das Tageslicht cinströr:::- 338

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