Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1887)
- Date
- 1887-03-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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314 ISraeliren und jede beliebige religiöse Sette, immer vorausgesetzt, daß sie sich innerhalb der christlichen Moral befinde, können jederzeit nach spanischem Territorium kommen .... (Unruhe*) .... der „allgemeinen Moral*, welche Alles irr Allem mit der schriftlichen* gleichbedeutend ist — und im spanischen Territorium können sie ihre Industrie frei ausüben, in der Gewißheit, daß die Regierung und ihre Organe nicht nur ihnen kein Hindernis; in den Weg stellen, sondern im Gcgentheil verpsiichrct sind, sic sh beschützen, ohne eine andere Bedingung zu ftcllerr, als pünktliche Befolgung der Landesgcsctze. Wenn diese Antwort Herrn Basclga befriedigt, würde ich mich freuen; wenn nicht, bin ich bereit, jede Erklärung, welche er etwa noch wünscht, zu geben.* Herr Baselga erklärt sich befriedigt. Zeitungsnachrichten und (torrcfpoudcnzen. Deutschland. Hamburg. Am Sonntag den 20. d. MS. fand unter zahlreicher Btthciligung die Einweihung des von Sr. Ehrwürden Herrn Obcrradbiner Stern zu Langenfelde-Stellingen erworbenen Friedhofs statt. Ilm zehn llhr fuhren die an der Einweihung Theilnehmenden vom Großncumarkl ab und waren um 103 4 Uhr an Ort und Stelle. Zur Beförderung hatte die Straßcnbahndireclion fünf große Extrawagcn gestellt, die alle vollbesetzt waren. Die Feier wurde mit einem Umzug unter Borantrrtt scs Rabb. eröffnet, wobei die Psalmen 90, 91, i», :ro rccilirt wurden. Hierauf beflieg der Obcrrabd. die improvisirtc Kanzel und Kielt die Einweihungsrcde. Er sagte, daß ihm vor uv Jahren bei seinem Amtsantritt die religiösen -Institutionen der üochangcschcncn jüdischen Gemeinde Hamburg zur Pflege und Erhalt u n g überantwortet worden seien. Zn diesen Institutionen gehöre auch der Begräbnißplax; dämm Kabc er, als diese Frage zur Entscheidung kam, die Pflicht gehabt, für die Erwerbung eines Friedhofs ciuzttttclcu, der den Anspnichen unseres heil. Gesetzes in jeder Hinsicht genüge. Es fei ihm dieses mit Hilfe des Allmächtigen, der die Herzen der Fürsten lenke, gelungen. Damit kam •) Tie Unruhe cmärt üch dadurch, dar; die Nedrzadl der lpamjrdrn Abyeoidneren, obgleich lardolttch griau'!. keineswegs «ich;u allen karloUschen Giandenssäyen de'enni, und der.Zreimaurrr Lagatta jad nL durch die Nnrude genördigl. dcn Ausdruck .chrisUiche Moral' durch .allgemeine. Moral' ja etfeptü. Lopez Lapuya. der Redner auf die weife Regiemng Sr. Majestät des Kaisers, sowie auf die hohen Derdienfte des Fürsten Reichskanzlers zu sprechen, welcher trotz seiner großen Arbeitslast und seiner Inanspruchnahme durch die Staatspolitik ein reges Interesse für die religiösen Bedürfnisse emer vcrhälLmßmäßig kleinen Schaar bekundet; seiner kräftigen Unterstützung sei es zu danken, daß man zu diesem friedlichen Ziele gelangt sei. Hieraus verbreitete sich der Redner über dcn Text „denn die Lebenden wissen, daß einst sic sterben werden.* Rach Schluß der Rede wurden die üblichen Rundgänge vollzogen und um 12 Ihr war die Feier zu Ende. Am Freitag war die erste Leiche, die eines Kindes, 'Lsn dort zur Ruhe beigcsetzt worden. Möge der Friedhof all denen, die einst dort zur Ruhe gebettet werden, ein wahrer Ruheplatz sein, ein Kiwra> iiulom! r Asien. (Talcutta. Am :»1. Januar wurde durch die Granu Drrffcrin, die Gemahlin dcS GeneralS-GouvcrucurS von Indien, m Gegenwart von 400 Rotaöilitätcn das von Frau Ezra zur Erinnerung an ihren verftorbe::cn Mann erbaute Ezra-Hospital eröffnet. Das HoSpital ist mit allem Eomsort der Reuzeit eingerichtet. M a r o c c o. Tanger. Tie Inden MaroccoS bedauern es aufrichtig,' daß der bisherige Gencral-Eorssul der Bereinigten Staaten, Oberst Felix MatthewS von seinem Posten ist abbcrnscn worden. Er war ein rvarmer Bcrtücidiger der unterdrückte» Juden dieses Landes und harte sich namentlich der unglücklichen Juden in Demoat thaikränig angenommen. F e u i l l e ton. W l ch a e s. Erzählung von L. Lohn, Lersafscr von Gabriel. (Fortsetzung.) Einuuddreißigstes Kapitel. Sara, das geistig und körperlich starke Mädchen war trotz ihres schweren Leidens doch endlich vollkommen von ihrer Krankheit' genesen. Sie staub nun allein ohne Stütze im Leben, ja mehr als das. sie harre jetzt nicht für sich, sondern auch für Ehaure. der treue Pflegerin ihrer Jugend, welche iu der letzten Zeit durch die aufreibende Krankenpflege arbeitsunfähig geworden, zu sorgen. Zu dem rmvcrtöschlichcn Schmerze über b-c große» Verluste, die sie erlitten, war auch das