Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1887)
- Date
- 1887-03-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXYII1. Jahrgang. Erste Kettage zu Nr. 18 ües Israelit. Leitender Artikel. Aus den (panischen Cortes. (Nach drr öftrrr. ^L-'ochcnschrifÜ'). ^iichls ist so sehr geeignet, den Dünkel der Antisemiten. daß ihr „Princip" bereits die Welt erobert habe, wenn cs auch noch nicht überall zur praktische« Anwendung komme, lächerlich zu machen, als der ausgesprochene Wunsch Spaniens, die Iudcn wieder aufzunchmcn, nachdem cs in Ermangelung derselben seit vierhundert Jahren vom ersten Ltaare der Christenheit, in welchem die Sonne nicht umerging, zu einem Minelstaare herabgcsunken in. der durch ewige PronunciamcntoS von innen heraus an seiner Schwächung laborirt. Und darum Klint die Herren Antisemiten mit scheelen Augen eile die Schritte an, welche zur Ncalisirung des Projektes der jüdischen Einwanderung in das „Land rell Sonnenschein" gemacht werden und Schönerer ö Pattai nannten in ihren bezüglichen Organen die von uns veröffentlichten Briefe des Scnnor ^opez Lapuya an den NeichstagSabgcordncten Tr. Bloch in der sraglichen Angelegenheit, „jüdi- 'Lcn Schwindel", von dem die maßgebenden Preise Spaniens nichts wipen. Wir geben daher in Folfinifccm den uns zngefandtcn Bericht übcr^die Verdündlungcn der spanischen EortcS betretend eine ontciucllaiion des Tepmirten Baselga über die ",u fördernde jüdische Einwanderung: Interpellation Baselga. <i:önUd>e Ucbrnrpung auS dem amrlichcn Bcrrchl üdcr die drr spanischen i5oncs vom II. Aeder 16^7.) „Tevutirter Baselga: „Man ist im Bc- ^rge, eine Einwanderung von Israeliten nach Lvauien zu veranlassen, deren Wichtigkeit sestzumllen ich nicht wage. Laut Art. 11 der Berfaffrmg m klar, daß alle Israeliten, wie jeder beliebige andere Ausländer nach Spanien kommen, den SÄup acr Gcsexc in Anspruch nchnicn und überhaupt lebcu können, wie alle Anderen, die sich in glcicharngen Umständen befinden. Es sind Eimöandcrungscomites vorhanden in England, Preußen, ^.cnerreich und anderen Punkrcn Europas und umcnres und die Presse aller Länder, diejetiige! Marokkos inbegriffen, beschäsligt sich seit einigen I -ö8*n aut diesem äußerst imereffflnten Gegenstände, j Mein Ersuchen an den Herrn Ministerpräsidenten, dessen Antwort ich erwarte und von der ich selbstverständlich annchme, daß sie zufriedenstellend sein werde, beschränkt sich darauf, er möge im Parlament erklären, daß alle Individuen, welche nach Spanien kommen sollten, um hier ihren Bernfsgeschäften nachzugehen, den Gesetzen entsprechend, in Glaubensangclcgcnhciten beschützt und respectirt werden. Wenngleich dies schon einige Personen wisicn, so ist es ihnen doch nur vertraulich mitgethcilt worden, und eine vertrauliche Mitthcilung hat nicht die Wichtigkeit, welche eine Erklärung des Herrn Ministcrprästdcntcn an diesem Orte haben würde. Demnach ersuche ich Seine Herrlichkeit, diese Aufklärungen zu geben, welche allen Israeliten, die nach Spanien gehen möchten, einen Stein vom Herzen wcgnchmen werden. Nehmen wir die allgemeine Lage Europas, welche der Herr Ministerpräsident gestern audcutcte, in Betracht, so ist vielleicht für derartige Erklärungen keinMoment günstiger, als der gegenwärtige." Ministerpräsident Sagasta: „Sehr gerne komme ich dem Wunsche dcS Herrn Baselga nach, indem ich ohtie Umschweife seine Frage bcannvorte utid ebenso unumwunden die Erklärung, welche er wünscht, abgcbe. Ta Herr Baselga die Verfassung citirt hat, scheint es mir, es werde Seiner Herrlichkeit angenehm sein, daß die Verfassung selbst aus seine Frage antworte, denn stets wird die Antwort, welche das Grundgesetz deS Staates gibt, mehr Gewicht und höheren Werth babcn, als diejenige, welche ich geben könnte, wenn schon ich Ministerpräsident bin. Wohlan, die Berfassung, Art. 2, sagt streng und bestimmt; „Ausländer können sich ohne Beschränkung im spanischen Territorium etabliren, ihre Industrie ausübcn, oder sich irgend welcher Beschäftigung widmen, zu deren Ausübung die Gesetze nicht Befähigungsnachweis durch von spanischen Autoritäten ausgcfertigte Titel erfordern. Und nachher, An. 11, Abs. 2: „Niemand darf im spanischen Territorium wegen seiner icligiöscn Meinungen, noch wegen Ausübung feines Enltus belästigt werden, vorausgesetzt, daß er die christliche Moral in schuldiger Weise respectiN." AuS diesen beiden ANikeln rcsultiN die Befriedigung der Wünsche des Herrn Baselga. Die