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Der Israelit · 1887-03-03 · Heft 18 (3.3.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 18 (3.3.1887)
Date
1887-03-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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iai wir in einer der ersten Nummern eine Ueberücht der vorzüglichen Werke des großen Rabbi S. B. Bamberger 7-7v, damals Rabbiner in W ü r z d n r g, die sich im Laufe der Jahre um eine bedeutende Anzahl vermehrten. Zu jener Zeit waren die Löhne des großen Mannes, die jetzt dem deutschen Rabbiuemaude zur Zierde gereichen, noch stmge Männer: aber bald Hanen wir Gelegenheit auch von diesen edirte, hervorragende Werke im ^Israelit" zu besprechen. Heute liegt vor uns das Erstlingswerk eines Enkels. Herr Lecke! Bainbcrgcr, Lohn des rühmlichs: bekannten Herrn Limon Bamberger, -Distrrfrsrabbiner zu Aschassenburg. gibt zum ersten Male nach einer in der Lraarsdibliothek zu München befindlichen Handschrisr und nach Vergleichung derselben mit Handschriften aus den Bibliotheken in Onord, London Cambridge, Petersburg, Parma und Rom den agadifchen Kommentar zu Megillat Ruth von Rabbi Todia ben (S'lickr, heraus. 2er Perm her lebte vor etwa soo Jahren.- er stammte wahrscheinlich ans Main; und wanderte später nach Castoria in Bulgarien aus. Bon seinen zahlreichen Werken, die den Ramen „Lckach Tob" führen, wurden bis jcm die Theile auf Bereschilh, Lchemoth und Megillat Esther von dem verdienstvollen Rabbi Lalomo Buber in Lemberg edirt. Wir bewundem in der uns vorliegenden Ausgabe die große talmudische Belesenheit und den Lcharssrnn des jugendlichen Herausgebers, die sich sowohl ans die agadischc wie die halachische Literatur erstrecken. Auch der ehrwürdige Bater des Herausgebers ha: das Wer! mit einigen wenhvollc» Anmerkungen versehen. Herr Lcckel Bamberger versprich: in der Borrcde eine deutsche Abhandlung in Bezug aus da« vorliegende Werk. Wir sehen derselben mit Lpannung entgegen. Zeitungsnachrichten und Corresporrdcnzen. Deutschland. t^cmündcu a. M., im Februar. Die hiesige Gemeinde, wenn auch eine der älteren Bayerns, entbehrte bis jetzt, in Folge ihrer geringen Milgliederzahl, einer entsprechenden Lnnagoge und eines rituellen Frauenbades. Nachdem nun seit cmigen Fahren, durch Zuzug die Gemeinde z.igcnommcn, bemühte man sich alles Ernstes, diesem Mangel abzudclsen. Unter großen Opfern wurde Gniuderwerbung vorgenommen, und man ist mm un Begrige zu bauen. Eine Kollekte mit Genehmigung L Regierung hat zwar einige Beisteuer geschaffen, allein weitere Mithilfe von Außen wäre immer noch sehr am Platze. Namentlich dürfte solche in Form von Beschaffung der iituern Einrichtung sehr erwünscht sein. Vielleicht finden sich in dem großen Leserkreise des »Israelit- Leute, dir „aufgelösten- Gemeinden namhaft machen könnten, wo noch Lynagogen-Utensilien (Ständer, Lampen 2c.) vorhanden, die hier einer guten Verwendung zugcführt werden könnten. Die hiesige Eulms-Berwaltung würde solche Offerten, und überhaupt jede Förderung des frommen aber schwierigen Unternehmens, mit großem Tanke rnlgegennehmen. Ans der Nhcinproviuz. Es ist eine leider zu bekannte Thatsache, mit welchen Lchwierigkeiten der ncch streng religiös lebende Reisende zu kämpfen hat, wenn sein geschäftlicher Beruf ihn in Gegenden führt, in welchen lcidcr der Jndifferentismus in religiöser Beziehung so sehr Wurzel gefaßt hat. Mil desto größerer Freude wird er dann einen Play begrüßen, in welchem er al« wahrer Ichudi leben kann und nicht mit den Entbehrungen, die er sich sonst oft aufcrlegcn muß, zu kämpfen hat. Als einen solchen Play, welcher dem religiösen Reisenden, der die dortige Gegend zu besuchen hat, stets willkommen ist, ist Elberfeld zu bezeichnen. Bckaunilich läßt Westfalen in religiöser Beziehung viel zu wünschen übrig und in sehr wenigen Plätzen ist dem jüdischen Reisenden Gelegenheit geboten streng "ca leben zu können. Elberfeld, in seiner Lage an der Grenze Rheinlands-Westfalen, wird deßhalb von religiösen Geschäftsleuten umsomehr besucht, seitdem sich dortselbst. die orthodoxe Gemeinde n3? gebildet hat, die es sich zur heiligen Pflicht gemacht, alle religiösen Institutionen nach'Kräften zu heben und zu fördern. Lchrcider dieses, welcher vor Jahren in Elberfeld verweilte, weiß umsomehr die Wichtigkeit und Bedeutung dieser für die ganze Umgegend so segenbringenden Gemeinde zu schützen und zu würdigen, nachdem er die dortigen früher so traurigen religiösen Berhältniffe zu jeder Zeit genau kennen gelernt. Ter sowohl in jüdischen als auch in nichtjndifchen Kreisen seines ehrenvollen Charakters und seiner strengen Religiosität wegen rühutlichst bekannte Herr Bankdircctor George Marx ist eS, dessen energischem und opferfreudigem Eintreten die Gemeinde zum großen T heile ihre Existenz und ihr so herrliches Gedeihen verdankt. Zum großen Leidwesen seiner ReligionSgeuosseu in Elberfeld ist nun Herr Marx vor einem Jahre von dort nach Königs-

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