Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 17 (28.2.1887)
- Date
- 1887-02-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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294 ist, auch in anderen Orten das Vertrauen zu meinen Brüdern wiederhol zuttellen^ geglaubt, das; ich auch im gegenwärtigen 7?tiH ihnen GutcS erweisen könnte durch meine Anwesenheit in der Mitte derer von Rumänien. Bevor ich indes; meinen Entschluß zur Ausführung brachte, habe ich hierfür die Gutheißung Ihrer britischen Majestät, soivic der Souveräne von Oesterreich, Frankreich, Italien, Preußen und Rußland erhalten. ^Nuii bitte ich, als Gunst für meine englischen Glaudeusgeiwsseu, sowie derjenigen aller Weltrichtniigen, Ew. Hoheit ganz unterthänigst, daß Sic die hbclgesiniitcn Personen zu benachrichtigen geruhen, sie möchten die Israeliten in keiner Weise mehr beunruhigen und Sie mögen bestimmte Befehle erthcilen, das; die Israeliten, die allenthalben in Rumänien wohnen, i» Bezug auf: Person und Vermögen, von nun an eines vollständigen Schuhes sich erfreue» sollen. „Gestatten Sie mir, Ihnen die Gefühle auszudrücken, von welche» ich beseelt bin für die Beweise KcS erleuchteten Geistes und religiöser Toleranz be- Ircsss der israelitische» Nntelthanen, die Ew. Hoheit stets gegeben. Indem ich Ihnen meinen nnter- Ihtinigstcn Dank darbringc für die persönliche Ehre, die mir zu Theil wurde durch die besondere Aufmerksamkeit, die man mir seit dem Augenblich geschenkt, als ich einige Besorgnisse über das Wohlbefinden meiner Glaubensgenosse» äußerte, bitte ich >u» die Erlaubniß hier meine aufrichtigen Wünsche für die Gesundheit und die Glückseligkeit Eurer Hoheit, sowie für das Gedeihen der (damals) Vereinigten Fürstenthümer auSspreche» zu dürfen. „Ich habe die Ehre ». s. w. \ IMoses Montesiore, Baronel." Auf dieses mit rührender Einfachheit niedcrgcschricbcnc Gesuch erhielt unser Fürsprecher am U0. August folgende Antwort des Fürsten: „Ich habe Ihr Schreiben vom 24. August empfanden und mit lebhaftem Interesse gelesen. Wie ich die Gelegenheit hatte, Ihnen mündlich zu sagen, sind die Wünsche, die Sie für Ihre Glaubeiigenosse» ausdrücken, schon verwirklicht. Die Israeliten sind der Estegeiistaiid meiner vol iei>. Lieche und berjttffectt meiner Regierung und ich empfinde ein Pbhaftes Vergnügen, daß Sie nach Rumänien gekommen sind, um sich zu überzeuge,», daß eine religiöse Verfolgung, von welcher die Böswilligkeit so viel Lärm gemacht hat, nicht vorhanden ist. Wenn cs vorgckommeu, daß die Israeliten.beunruhigt wurden, so sind dies vereinzelte Falle, für welche meine Regierung die Verantwortlichkeit zu übernehmen nicht gedenkt. „Ich werde stets auf die Ehre halten, zu bewirken, das; die > religiöse Freiheit respektirt werde und werde unausgesetzt wache» über die Ausführung der Gesetze, welche die Israeliten, wie die Rumäne» in ihrer Person und ihrem Vermögen beschützen. „Genehmigen Sie, Herr Baron, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. . „Carol." So lange Montesiore sich in Rumänien aufhielt, herrschte Ruhe. Es wurden eben keine Judencirkulare von der Regierung erlassen..Im Vertrauen auf die erhaltenen Zusicherungen, kehrte er daher iiach London zurück. Aber kaum dort. angelangt und nachdem er die Loyalität, die Bildung ,. die Denkart und andere schöne Eigenschaften, die die Rumänen ihm gegenüber zur Schau getragen, der ganzen Welt verkündet hatte, da brachen auch nicht die „Volkswuth" — sondern die Eirkulare und Verordnungen der Regier uiigsorgaue von Rencin los. Marokko hat wenigstens bis zu Moutesiorcv Tode gewisse ihm gegebene Zusicherungen eingchaltc», der Unterschied ist aber auch/ das; in Marokko das Volk, in Rumänien die Megikrnng fanatisch ist und so bornirl, das; sie für ihren „Parlamentarismus" keine Prinzipien und keinen anderen Kampf aus,;»- treiben!vciß, alS die ekelerregende Spiegelfechterei gcgcm die „Iudeugefahr." - Es wurden also wieder die Israeliten von allen Orten getrieben; in Jassy verbot mau ihnen den Verkauf ihres Fleisches an Christen und sowohl dort als auch in Bakau das Halten christlicher Dienstboten. In Roman untersagte man ihnen die Herstellung von 'Sukkoty und es wurde schon damals die Schritte eingeleitet, um ihkeu Friedhof zum öffentliche» Garten wegzunehmen, was auch I«72 gelungen. Das Tragen der „Streimcl" (Sabbat-Mützen) »nd die Betheiligung an öffent- 'lichen Feilbietungen und verschieden^Andere wurde verboten, blutige Kravalle. inscenirt. Es geschahen n a ch den Montesiore gegebenen Versprechungen solche Gräuel, daß die Regierung selbst, von dem Widerhall, den ihre Thaten in der Welt, gefunden, erschreckt, sich gezwungen sah, die Vorkommnisse durch eine Thronrede zu brandmarken. Montesiore richtete von London aus noch ein Gesuch an den Fürsten, welches ihm durch den damaligen Auswärtigen Minister Srekan Goiescn beantwortet wurde. Derselbe bedauerte: die Ereignisse und versprach Jn- ■ demnisation der Beschädigten, er tnfinuirte aber nebenbei: „Die. „Wahrheit" zwingt mich hinzuzufligejfr daß nach denDateu d e r U nters uchnng, zu welcher setzt (!) geschritten wird, sollen Ihre Glau-