Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 17 (28.2.1887)
- Date
- 1887-02-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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glaubten die Römer den Widerstand der Inden durch das Verbot der Ausübung der Gottcsgedotc brechen zu können. Von da an und weiter wurden die Juden lediglich aus religiösen Gründen verfolgt, eine Verfolgung, in welcher die christlichen und mohamedauischcn Nationen miteinander wctteiferlcu, bis cs der allcrncucsten Zeit Vorbehalten war in der antisemitischen Bewegung wiederum nationale Gründe in den Vordergrund^rrcten su lasten. Wenn wir von der Andeutung Hamaus und der Verfolgung des Annoctms EphivhancS absehcn. so ergibt sich, daß die Völker des Alrenliums lediglich aus nationalen Gründen Israel anfeindcten, während es bei den Völkern des ÄittcltallcrS ausschließlich aus religiösen Gründen geschah. Bei Haman tritt der religiöse Gedanke nicht deutlich licrvor und auch bei AntiochnS war es nicht der Eifer für die griechische Göttcrlehre, welcher ihn zur Unterdrückung vcranlaßre, sondern die Gier nach den reichen Tcmpelschätzen. Beide Gründe der Verfolgung sind in unscrnr Bibelverse ausgesprochen. is*m n»? rs*y. „Rarhet mir Rath, und er wird zerstört werden," bcziclit sich ans die Verfolgung der Israeliten als Nation, wie wir dies bei dem ersten großen Judenfeinde, bei Pharao, deutlich ausgesprochen finden. Pharao bcräth sich mit seinem Volke, wie :nan es am klügsten anfangc, urn die Israeliten als Nation zu vernichten. „Und er sprach zu seinem Volke: Liehe, das Volk der minder Israel ist uns zu zahlreich und zn mächtig geworden. Wohlan, wir wollen ihm mit Klugheit bcikommen, daurit cs unserer eigenen .Nation nicht gefahrbringend werde." (2. B. M., I'. 1, V. o und 10.) — Ter zweite Thcil des Verses: ^x r nH 121 ran. „Siebet Wort, und es wird nicht bestehen, denn mit nns ist t'Hott", bezieht sich auf die Verfolgungen aus rcligiöfeu Gründen. Tas wollen wir im Nachfolgenden näher ansführeu Inf diesem Zwecke wüsten wir die Bedeutung des -.21 7i2ir„rcdct Wort" darznlcgcn versuchen- ES gibt in der hebräischen Lprache zwei Ausdrücke für „reden, sprechen" 72x und. -21. welche oftmals einander gegenüber gestellt oder nebeneinander gebraucht werden. Tie beiden Ausdrücke decken sich nicht, sondern jeder von ihnen har seine besondere Bedeutung. Tie gewöhnliche Erklärung ist die, daß -21 eine strenge Ncde bedeute, während "2x§cine freundliche, liebevolle Anrede bezeichnet. In vielen Fallen ist dicke E-rUäruug ausreichend. Lo beißt cs <2. B. M., 15. v. V. 2): c-r-x w rer 7x. „Und cs redete Gon strenge zu Mofcheh." Tiefe Strenge war, wie Nascht erklärt, dadurch 1 hervorgerufei:, daß Mofcheh eknen Borwurf gegen Gott gewagt hatte, indem er sprach (2. B. E. 5, B. 22): -jrrrr .17 ndb 777.1 cf? .mm 7727. „Warum hast du so übel gcchan diesem Volke, warum hast du niick geschickt '<* — Dagegen heißt cs (2. B. M., iS. 19, V. 3): mb -exr» .73. „Lo sollst du liebevoll und freundlich sprechen zu den Frauen Jakobs. 2.1? 12x7-. crrii 72», rpr rrar 7721 rvbz. An andern Stellen reicht jedoch diese (?rk!ärung nickt aus. Lo lesen wir (l. B. M., iS. 21, V. 1). 131 irsc Tnr? 'i ryn i3x ir«2 mr ns ips 't „Hub der Ewige bedachte die Lara, wie Er gesprochen halte, und es that der Ewige der Lara, wie Er geredet harre." Hier ergibt sich deutlich, daß der Unterschied zwischen beiden Ausdrücken nicht nur darin bestehen kann, daß der eine eine sanfte und der andere eine harre Siede bedeutet. Ter berühmte Verfasser des scharfsinnigen Werkes -psx 77171-, dessen geistvolle Erklärungen wir schon häufig unfern geehrten Lesern vorgcführt haben, folgert aus den Worten unserer Weisen im Midrasch eine andere Unterscheidung der beiden in Siede stehenden Ausdrücke. Vor der Verkündung der zehn Gebote heißt es,(2. B. M.. E. 20, B. l): ci7x 121-7 13 X? 777X7! 2121.1 72 IX. „Und ts rCÖCtC Gvtt alle diese Worte 12X-, zn sagen." Hierzu bemerken unsere Weisen im Midrasch: 2-737» 2-273 »7-2222 2.12? „Siach der Weise der Könige verfuhr er mir ihnc»l." Wenn ein König ein Geste erläßt, so ist der Wortlaut des Gesetzes knapp und präzis. Dagegen werden dem Gesetze die Motive beigegebe», welche die Gründe und Beweggründe für die Erlassung des betrene.idcn Gesetzes ausreichend erklären. Taß denr so ist, baden unsere Leser oftmals Gelegenheit, aus den Verhandlungen des deutschen SieichstagS zu erfahren. Die Gesetze, welche die Siegiernng zur Annahme vorschlägt, haben einen kurzen und knappen Wortlaut, während die beigegcbenen Motive den Gegenstand ausführlich behandeln. Lo har Gort bei der Gesetzgebung erfahre». Tie Gesetze selbst, welche in der schriftlichen Lehre nicdcrgclegt sind, zeichnen sich durch prägnante Kürze aus, während in der mündlichen Lehre die Gründe für diese Gesetze ausführlich, dargelegt werden. Demnach weist daS Wort 1211auf die in der heiligen Schrift nicdergelcgten Gesetze bin. während 72X7 die ausführliche Begründung uud^Eröncrung in der mündlichen Ledre audemet. Hierdurch nndcn auch die beiden in Rede stehenden Ausdrücke bei der Bedcukung unserer Mutter Sara idre Erklärung. 0>ott batte Lara einen Lohn verheiße», einmal, um dieser edlen, frommen Frau das beiß»