Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-02-28 · Heft 17 (28.2.1887) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 17 (28.2.1887)
Date
1887-02-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449715--25986-2515769
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

291 «schule Muticrglück zu gewähren. Dieser Gedanke ift auSgeLrückt durch die Warte -Q-r -sr«. Kon verband aber mit der Bcdcnkunq der Sara noch einen ondem großen Zweck. Ter Sohn, welchen Sara dem Abraham gebären sollte, mar bestimmt, der Stammvater be-i golterwähtten Volkes zrr wer* den. Diese Lcrhcistung haue Gott ausführlich bcgründet, wie cs heißt: (l. B. M., G. 17, B. 16): „Und Ich werde segnen sie (Sara) und auch werde Ich von ihr Dir einen Sohn geben, und Ich werde sie segnen, und sie wird werden zu Völkern; .Irönige der Völker werden von ihr abstammcn." Ferner «daselbst V. 19): „Fürwahr, deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären und du sollst nennen seinen Namen Iizchak, und Ich werde errichten meinen Bund mit ihm zu einem ewigen Bunde t'iir seinen Samen nach ihm." — Bei der Verkündigung der MnttcrsrcnLc für Sara aber (I. B. M., 15. *, B. liy heißt cs ganz kurz: Und siehe ein Lohn der Sara, deiner Frau." Demnach ist die 'Bedeutung jenes Verses (1. B. M., (5. 21, V. i) die folgende: „Und der Gwigc bedachte die Sara, sowie Gr cs ausführlich «dem Abraham) dargclcgt haue, und der Gwigc that der Sara, wie Gr cs ihr kurz verheißen hatte. Gott gewöhne nicht allein der Sara die MuHcrsrcndc, sondern er gewährte ihr einen solchen Sohn, der befähigt war, der ihm in Aussicht gestellten großen Murifr zu entsprechen. «Fortscvung folgt). Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland. Berlin. 24. Februar. Die Wahlschlacht ist geschlagen. Bon jüdischen Gandidatcn ist, wenn man von dem Sozialisten Singer, der in Berlin gewählt ist, und von den Sozialisten Labor und Ganser, die in Frantsurt rcsp. Breslau zur Stichwahl stehen, abstcht, allein Ludwig B a m b c r g c r, der Abgeordnete von Alzen-Bingen, als Sieger bcrvorgegangtt«. Gs wäre sträflich, die notorische Tharsack-c hier nicht fcstnagcln zu wollen, daß bei der Aciche-ragswahl die überwiegende Mehr beit unserer Glaubensgenossen zumal in Süddeurschland, für den.Ncgierungscandidatcn eiingetrct en ist. Ter Vorwurf, den man nicht selten von officicllcr und osficiöser Seite hören tonnte, daß die Juden zur Opposition saus phrast*. Sueben „Ncichsfcindcn" gehören, ist glänzend Lögen gestraft worden und dürfte nunmehr für immer und ewig verstummen. Wir stellen die besonders cclatantcn Fälle scncr regierungsfreundlichen Kundgebunacn zusammen; man. weiß nicht, wann wir sie brauchen werden; 1) überwies Herr Geh. Kommcrzicnrath G erson v. Blcichröder dem conservativen Wahlfonds eine nahmhafte Summe, 2) scmc der Umverfitätsprofcffor Dr. MoseS Lazarus seinen Namen unter den conscrvativ- »ationallibcralen Ausruf, 3) forderte der ordentliche UnivcrsitätSproscpor des Nechlcs Tr. Lewin Goldschmidt in Berlin einen Tag vor der Wahl in einem 2 Spalten langen Artikel in der „Nationalzeitung" seine Glaubensgenossen auf, einmüthig für die 9fc* gicrnng, die vortrefflichste Gegnerin des Antisemitismus, cinzutreten, 4) bcschloiicn die Israeliten Bruchsals, für den nationalen.Kandidaten nicht nur zu stimmen, sondern auch „cifrigst zn agitircu", worüber die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" in einem Privatlclcgrammc dankend quittirte, 2) standen die Häupter der strenggläubigen Gemeinde in Frankfurt a. M. an der Spitze des nationalliberalcn Aufrufes und der regierungssreundlichen Agitation, 6) sind die 4000 Stimmen, welche in Berlin Herr Wolfs mehr als der beseitigte Herr Stöcker erhalte» har. von Juden abgegeben worden. nachdem Herr Wolff unmittelbar vor der Wahl erklärt hatte, daß er gegen jede „Scmitcnhctze" sei und mir Herrn Stöcker nicht übereinstimme. Schließlich sind unzweifelhaft durch die Agitationen von Israeliten zum mindestens ein Dutzend nationalliberalcn Siege erfochten worden: Und angesichts dieser Tharsachen gestattet sich die „Krcnzzcitung" die Schamlosigkeit, daß „man von einem Juden kein deutsches Nationalgcfühl verlangen könne." Die Israeliten, welche so die9kgiernng unterstützt, haben nach freiem Grmcffcn, nach ihrer Ueberzengung sicherlich gehandelt, wie cS die Pflicht eines Staatsbürgers ist, sic verlangen keinen Tank oder Gegendienst, wohl aber dürfen sie fordern, daß man gerecht gegen sic fei und nicht deshalb den jndcnscr'ndlichcn Bestrebungen gegenüber schweige, weil die Angegriffenen sich in einer angeblichen „Opposition" befänden. Tie nationallibcralc Fraktion wird eine der stärksten Parteien im 9kichstage bilden, und die unvcrgcffcnc Bürgschaft ihres Führers Miguel an einen „israelitischen Bürger zu Neuwied" wird ei» flammendes Menetekel in die Zukunftspfadc der Partei gegraben sein, denn vielleicht wird Herr Dr. Miqucl in nicht ferner Zeit Gelegenheit finden, sein Wort an anderer Stelle, auf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.